Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
Schauspielhaus Graz: FAUST HAT HUNGER UND VERSCHLUCKT SICH AN EINER GRETE von Ewald Palmetshofer Schauspielhaus Graz: FAUST HAT HUNGER UND VERSCHLUCKT SICH AN EINER GRETE von...Schauspielhaus Graz:...

Schauspielhaus Graz: FAUST HAT HUNGER UND VERSCHLUCKT SICH AN EINER GRETE von Ewald Palmetshofer

Premiere am 30. April 2011 um 20 Uhr, Probebühne. -----

 

„Bring what you eat“ – ist das Motto für nachbarschaftliche Balkonpartys, die die Paare Ines/Paul, Tanja/Robert und Anne/Fritz feiern. Auch ER und SIE stoßen dazu, werden großzügig integriert und noch viel mehr: Die versammelte Runde zwingt sie ein bisschen zum gemeinsamen Glück.

 

Denn dezenter Glücksaktivismus ist durchaus angebracht in diesen Zeiten und kann gelingen – wenn man den Rest der Welt kurz ausblendet und solange man den Fernseher nicht anmacht. Das Nachspiel vor dem Fernseher ist ein Bericht über Kindsmord – und hoppla: Heißen SIE und ER gar Heinrich und Grete? Mitessen und mitgegessen werden, oder was hält unsere heutige Welt im Innersten zusammen?

 

„faust hat hunger und verschluckt sich an einer grete befragt, ausgehend von Motiven aus Goethes Klassiker, unsere gänzlich kapitalisierte Welt, in der das Glück, der schöne Augenblick, nur auf Kosten der globalen Mehrheit verweilt“, sagt Ewald Palmetshofer, die prägendste Stimme unter den jungen österreichischen Autoren und philosophisch-kritischer Befrager seiner Generation. „Ein ganz und gar eigenwilliger Sprachspieler, der nicht nur Himmel und Erde, sondern auch Logos und Logistik bewegt, um dem Alltäglichen beizukommen. Selbstverständlich geht es ihm dabei um Leben und Tod.“

(Christine Dössel, Jurybegründung für den Dramatikerpreis des Bundesverbandes der Deutschen Industrie).

 

Regie führt Anna-Sophie Mahler, deren erfolgreiche Inszenierung von Brassards Peepshow bereits die zweite Spielzeit auf der Probebühne zu sehen ist. Gemeinsam mit dem Klangkünstler Gerriet K. Sharma und der Bühnenbildnerin Sophie Krayer entwickeln sie ein Raum-Klang-Konzept für Palmetshofers furiose Sprechkomposition.

 

Zum Autor

Ewald Palmetshofer, geboren 1978 im Mühlviertel, studierte Theologie, Philosophie und Psychologie. 2007/2008 war er Hausautor am Schauspielhaus Wien und wurde von Theater heute für hamlet ist tot. keine schwerkraft zum Nachwuchsdramatiker des Jahres gewählt. Seine Stücke wurden mehrfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Retzhofer Literaturpreis, dem Innovationspreis des Heidelberger Stückemarktes und einer Nominierung für den Nestroypreis 2008 für wohnen. unter glas, welches 2008 am Schauspielhaus Graz zu sehen war. 2008 und 2010 Einladung zu den Mülheimer Theatertagen.

 

Inszenierung Anna-Sophie Mahler

Bühne & Kostüme Sophie Krayer

Musik Gerriet K. Sharma

Dramaturgie Regula Schröter

 

Mit Thomas Frank, Pia Luise Händler, Katharina Klar, Florian Köhler, Verena Lercher, Leon Ullrich

 

Weitere Vorstellungen am 7., 12. und 28. Mai, jeweils 20 Uhr, Probebühne

 

 

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 12 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

„GESCHÖPFE“ von Ben J. Riepe im Tanzhaus NRW in Düsseldorf

Auf der dunklen Bühne stehen Bäume und Sträucher in Kübeln, die als erstes von einem Performer verrückt werden. An der rechten Bühnenseite finden sich aufgehäuft Körperteile von Schaufensterpuppen,…

Von: Dagmar Kurtz

Ein stilles Solo

Ein Wesen in silbern schimmerndem, folienartigem Gewand, der ganze Körper von Kopf bis Fuß verhüllt, bewegt sich aus dem Dunkel auf die Bühne. Es herrscht Stille und das Wesen erkundet langsam, fast…

Von: Dagmar Kurtz

"A First Date, Episode 1" in der Deutschen Oper am Rhein

Ein bisschen aufregend ist es schon: das erste Date. Vorfreude und Unsicherheit mischen sich mit unspezifischen Erwartungen. Wird es gut ablaufen? Folgen Erleichterung oder Enttäuschung?  

Von: Dagmar Kurtz

Liebesbande

Hinter tropischen Blumen befindet sich ein luxuriöses Anwesen mit Stahlträgern in offener Bauweise im Stil von Mies van der Rohes Barcelona Pavillon. Die Einrichtung ist im angesagten Midcentury…

Von: Dagmar Kurtz

Ein Hauch von Sehnsucht

Raimund Hoghes letztes Stück „Lettere amoroso“ handelte von Flucht und den sehnsuchtsvollen Briefen, die die Geflohenen schrieben. So weckt das Wort „Vietnam“ im Titel des neuen Stückes "Postcards…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑