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SCHULD UND SÜHNE nach dem Roman von Fjodor M. Dostojewskij im Luzerner Theater

PREMIERE: DONNERSTAG, 8. APRIL 2010, 19.30 UHR

 

Der verarmte Jurastudent Rodion Raskolnikow ist der festen Überzeugung, die Menschheit müsse in zwei Sorten unterteilt werden – das Material und die Auserwählten – und letztere Kategorie habe das Recht, ihre dem Fortschritt dienlichen Ideen radikal durchzusetzen, auch wenn dabei Menschenleben geopfert werden müssen.

Nur so könne der Lauf der Welt verändert werden. Im Glauben, er selbst gehöre zu den «Auserwählten», begeht er Raubmord an einer alten Pfandleiherin und ihrer Tochter, deren Leben ihm nichtig erscheinen. Es dauert nicht lange bis er unter Verdacht gerät und sich den psychologisch raffinierten Verhörmethoden des Untersuchungsrichters Porfirij Petrovic stellen muss. Ein atemberaubendes, intellektuelles Katz-und-Maus-Spiel beginnt, bei dem bald nicht mehr klar ist, wer die Oberhand behalten wird. Doch irgendwann meldet sich Raskolnikows Gewissen. Unter dem Druck des inständigen Zuspruchs der Prostituierten Sonja und der immer bohrenderen Fragen Petrovics gesteht er schliesslich seine Tat.

 

Rodion Raskolnikow ist eine der fesselndsten Gestalten der Weltliteratur. In seinen Ideen spiegelt sich eine albtraumhafte Gesellschaft, in der sich Menschenverachtung, Selbstsucht und Unfreiheit zu einem düsteren Mosaik zusammenfügen.

 

«Schuld und Sühne» ist der bekannteste Roman Fjodor M. Dostojewskijs und eines der einflussreichsten Bücher der Neuzeit. Die Ideen, die der Autor seinem Romanhelden Raskolnikow in den Jahren 1866/1867 in den Mund legte, sind zeitlos brisant – und waren gerade im Hinblick auf das von selbsternannten Menschheitsführern zerrissene 20. Jahrhundert von geradezu prophetischer Modernität. Nietzsche, Sartre, Camus und viele weitere Denker und Schriftsteller schärften ihre Gedanken an diesem «grössten Kriminal¬roman aller Zeiten» (Thomas Mann).

 

In jüngerer Zeit haben die Romane Dostojewskijs vor allem in zweierlei Hinsicht für Aufmerksamkeit gesorgt. Zum einen legte die Übersetzerin Swetlana Geier im Zürcher Amann-Verlag unter dem Titel «Verbrechen und Strafe» eine viel gelobte Neuübersetzung vor, auf der die Luzerner Theaterfassung vollständig basiert. Zum anderen stand Dostojewskij immer wieder im Zentrum viel beachteter Theater¬aufführungen: Frank Castorf inszenierte an der Volksbühne Berlin einen Zyklus grosser Dostojewskij-Romane, Andrea Breth setzte für die Salzburger Festspiele ihre Version des Jahrhundertromans in Szene. «Der grösste Dramatiker seit Shakespeare» (so nennt ihn der Literaturwissenschaftler George Steiner) ist nicht wegzudenken von den Bühnen der Welt, obwohl er rein äusserlich betrachtet keinen einzigen Theatertext geschrieben hat.

 

Das Luzerner Theater bringt Dostojewskijs opulenten russischen Kriminalroman aus dem 19. Jahrhundert in einer eigenen Theaterfassung auf die Bühne. Regie führt die 1975 in Chur geborene Regisseurin Barbara-David Brüesch, die sich in den vergangenen Jahren mit Arbeiten an bedeutenden Theatern einen Namen gemacht hat. Auch in Sachen Romandramatisierung besitzt die junge Regisseurin grosse Erfahrung. Für das Stadttheater Bern setzte Barbara-David Brüesch mit grossem Erfolg Thomas Manns «Die Buddenbrooks» in Szene, am Staatstheater Mainz inszenierte sie in der vergangenen Spielzeit Lew Tolstois «Anna Karenina». «Schuld und Sühne» erzählt die Regisseurin mit acht Schauspielerinnen und Schauspielern, das Ensemble wird ergänzt durch zwei freischaffende Schauspieler. Diese bringen das breite Gesellschaftspanorama des Romans in schnellen Rollen- und Kostümwechseln auf die Bühne des Luzerner Theaters. Für die live gespielte Musik sind die – auch als elektroakkustisches Duo <strøm> erfolgreichen – Musiker Gaudenz Badrutt und Christian Müller verantwortlich.

 

MIT

Daniela Britt, Wiebke Kayser, Bettina Riebesel; Thomas Douglas, Christoph Gawenda, Manuel Kühne, Heiko Pinkowski, Samuel Zumbühl

 

PRODUKTIONSTEAM

Barbara-David Brüesch (Inszenierung), Damian Hitz (Bühne), Heidi Walter (Kostüme),

Gaudenz Badrutt und Christian Müller (Musik), Bernd Isele (Dramaturgie)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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