Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
Schweizer Erstaufführung: «Barbaren» von Maxim Gorkij - THEATER BIEL SOLOTHURN Schweizer Erstaufführung: «Barbaren» von Maxim Gorkij - THEATER BIEL...Schweizer...

Schweizer Erstaufführung: «Barbaren» von Maxim Gorkij - THEATER BIEL SOLOTHURN

Premiere Solothurn: Freitag, 15. März 2013, 19.30 Uhr, Stadttheater

Premiere Biel: Dienstag, 19. März 2013, 19.30 Uhr, Stadttheater. -----

 

Die Geschichte könnte wohl überall auf der Welt und heute spielen, doch sie spielt in einer russischen Kleinstadt: Zwei Eisenbahningenieure – Boten des Fortschritts – kommen in eine Gemeinschaft in der Provinz, um diese an die Welt und den Weltmarkt anzuschliessen.

Dort treffen sie auf Misstrauen: auf einen Dorfkönig, der seine Machtstellung bedroht sieht, auf Kleinkrämer, die auf Wege der Unterdrückung und zur Rache suchen, und auf junge Menschen, die lieber ganz woanders in der Welt wären.

 

An den Bau der Eisenbahnlinie knüpfen sich erst die Hoffnungen der Kleinstadt irgendwo in der russischen Provinz. Die Männer erhoffen sich Arbeit und Aufträge für ihre Unternehmen und die Frauen projizieren ihre romantischen Sehnsüchte auf die beiden stattlichen Eisenbahningenieure, die in die Stadt kommen um den Bau der Eisenbahn vorzubereiten. Konfrontiert mit diesen hohen Erwartungen und angewidert von der Rückständigkeit ihrer neuen Gesellschaft, beginnen die beiden Ingenieure, der rothaarige, ruppig-aufrichtige Tscherkun und der Zyniker Zyganow ein kaltes, manipulatives Spiel um die schöne Nadeschda, die Frau des örtlichen Steuerinspektors, und machen sich ein Vergnügen daraus, die gewohnten Verhaltensweisen und Machstrukturen der Kleinstädter zu hinterfragen, ja zu zerstören. Der Besuch der beiden Ingenieure entlarvt den Provinzort als maroden Mikrokosmos, dessen Verwesung durch Filz und Isolation von der weiten Welt längst eingesetzt hat.

 

In seinem 1905 geschriebenen Stück lässt Maxim Gorkij, der bereits mit „Nachtasyl“ und „Die Kleinbürger“ zu grossem Ruhm als Dramatiker gelangte, zwei verschiedene Lebenswelten aufeinanderprallen: die tödliche Langweile und der Gleichgang der Provinz kollidieren mit der neuen Urbanität des beginnenden 20. Jahrhunderts. „Barbaren“ wurde 1906 in Riga uraufgeführt. Gorki gilt als wichtigster Vertreter des sozialistischen Realismus, so ist er in erster Linie auch nicht an Abstraktionen gesellschaftlicher und politischer Prozesse interessiert, sondern daran, wie diese Veränderungen die Charaktere des Stückes, die Menschen beeinflussen und deren Lebensrealitäten komplizieren.

 

Das Theater Biel Solothurn bringt dieses Stück um die Konfrontation zweier unterschiedlicher Lebenswelten zur längst fälligen Schweizer Erstaufführung.

 

Barbaren

Szenen einer Kreisstadt in vier Akten

Schauspiel von Maxim Gorkij

Deutsch von Ulrike Zemme

 

Inszenierung Katharina Rupp

Bühne und Kostüme Cornelia Brunn

Dramaturgie Adrian Flückiger

 

Mit:

Jegor Petrowitsch Tscherkun, Ingenieur Jan-Philip Walter Heinzel

Anna Fjodorowna, seine Frau Lina Hoppe*

Sergej Nikolajewitsch Zyganow, Ingenieur Günter Baumann

Tatjana Nikolajewna Bogajewskaja,

adlige Hausbesitzerin Barbara Grimm

Lidija Pawlowna, ihre Nichte Miriam Strübel

Wassilij Iwanowitsch Redosubow, Bürgermeister Hanspeter Bader

Katja, seine Tochter Natalina Muggli*

Archip Fomitsch Pritykin, Holzhändler Gerrit Frers

Pelageja Iwanowna Pritykina, seine Frau Silke Geertz

Mawrikij Ossipowitsch Monachow,

Steuerinspektor Max Merker

Nadeschda Polikarpowna Monachowa, seine Frau Judit Cuénod

Pawlin Saweljewitsch Golowastikow, Kleinbürger Wolfgang Grabow

Doktor Makarow Matthias Schoch

Stepan Lukin, Student Dimitri Stapfer*

Matwej Gogin, Junge aus dem Dorf Kaspar Rechsteiner**

 

* Studierende/r der Zürcher Hochschule der Künste ZHdK

** Mitglied Junges Theater Solothurn

 

Vorstellungsdaten

 

Solothurn:

FR 15.03.13 19:30 PREMIERE

FR 22.03.13 19:30

DO 04.04.13 19:30

SA 13.04.13 19:00

DI 30.04.13 19:30

 

Biel:

DI 19.03.13 19:30 PREMIERE

MI 17.04.13 19:30

SA 27.04.13 19:00

FR 03.05.13 19:30

 

Gastspiele:

DO 21.03.13 20:00 BURGDORF

Änderungen vorbehalten

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 16 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Ich will was bewegen! Das Stadttheater Fürth zeigt mit dem Dreifach-Monolog „Niemand wartet auf dich“ von Lot Vekemans, dass Theater relevant und nahbar ist.

Einer Schauspielerin mal in die Seele und über den Schminktisch schauen – wäre das nicht schön? Auch das ist ja eine Möglichkeit, die im Fachsprech „vierte Wand“ genannte Distanz zwischen Bühnenrampe…

Von: Stephan Knies

Gescheiterte Utopie - "La Clemenza di Tito" von Wolfgang Amadeus Mozart in der Deutschen Oper am Rhein

Lässt sich ein Staat nur mit Milde und Gnade regieren? Das klingt reichlich utopisch, und in der Inszenierung von "La Clemenza di Tito" in der Deutschen Oper am Rhein stellt Michael Schulz das auch in…

Von: Dagmar Kurtz

Gefühl in Tönen - Familienkonzert „Beethovens Donnerwetter“ im Konzerthaus Heidenheim

Nach einer Tour durch elf Schulen im Landkreis Heidenheim fand das Projekt „Beethovens Donnerwetter“ mit dem Familienkonzert im dortigen Konzerthaus seinen krönenden Abschluss. Die Produktion der…

Von: Silke von Fürich

Im Weihnachtswunderland - "Der Nussknacker" von Demis Volpi und weiteren Choreograph*innen in der deutschen Oper am Rhein

Heiliger Abend in einer großbürgerlichen Familie: Kinder spielen in einem Zimmer Gummitwist. Hinter der Tür zum Wohnzimmer tut sich was. Durch die Milchglasscheibe sieht man, wie ein Weihnachtsbaum…

Von: Dagmar Kurtz

Ausbruch mit Jacke - Gelungener Saisonstart im Theater Pfütze in Nürnberg mit Christina Gegenbauers Dramatisierung „Ich bin Vincent und ich habe keine Angst“

Wenn es während der Vorstellung unwichtig wird, für welche Zielgruppe eine Theaterproduktion gemacht wurde, ist das immer ein gutes Zeichen. Mit „Ich bin Vincent und ich habe keine Angst“ nach dem…

Von: Stephan Knies

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑