Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
Sergej Prokofjew: "Romeo und Julia" in WürzburgSergej Prokofjew: "Romeo und Julia" in WürzburgSergej Prokofjew: "Romeo...

Sergej Prokofjew: "Romeo und Julia" in Würzburg

Premiere: 3. März 2007 | 19.30 Uhr | Großes Haus, Mainfranken Theater,

Ballett in vier Akten und einem Epilog, Libretto von Anna Vita basierend auf dem Ballett „Romeo i Dschuljetta“ von Leonid Michailowitsch Lawrowski nach der Tragödie „Romeo and Juliet“ von William Shakespeare.

 

Die Familien Montague und Capulet sind tief verfeindet. Romeo, Sohn der Familie Montague, und Julia, die schöne Tochter der Capulets, verlieben sich auf einem Maskenball der Familie Capulet ineinander und lassen sich heimlich von Bruder Lorenzo trauen.

 

 

Doch der Hass zwischen den Familien findet seinen blutigen Höhepunkt als Julias Vetter Tybalt Romeos Freund Mercutio tötet, und Romeo daraufhin in blinder Wut den Tybalt ersticht. Die Verwicklungen, Missverständnisse und Intrigen führen letztlich zum bekannten, tragischen weil tödlichen Ausgang der wohl berühmtesten Liebesgeschichte der Weltliteratur.

 
Statt Mitglieder verfeindeter Familien sind Romeo und Julia in der Inszenierung von Ballettdirektorin Anna Vita Teil zweier unterschiedlicher gesellschaftlicher Gruppen, nämlich der traditionellen alteingesessenen Bevölkerung auf der einen und der umherziehenden Sinti und Roma auf der anderen Seite. Jahrhunderte lang wurden die mit dem klischeebehafteten und häufig diskriminierenden Wort „Zigeuner“ bezeichneten Roma von der Mehrheitsgesellschaft ausgeschlossen, geächtet und verfolgt. Durch die Konkretisierung des Konfliktes auf zwei Bevölkerungsgruppen, von denen die eine auch heute noch diskriminiert wird, erhält die Inszenierung eine hohe zeitpolitische Aktualität. 

 
Sergej Prokofjews (1891- 1953) „Romeo und Julia“ entstand 1936 als das Werk eines Komponisten, der damals als Hauptvertreter einer kühnen, abgeklärten Moderne galt. Er erschuf die erfolgreichste Ballettadaption von Shakespeares Dramenklassiker – ein Meisterwerk geprägt durch die Gegensätze Zärtlichkeit und Gewalt, Euphorie und Verzweiflung, aufkeimende Hoffnung und blinde Zerstörungswut.


Musikalische Leitung:                                            Jin Wang
Choreographie:                                                       Anna Vita
Bühne und Kostüme:                                             Dorin Gál
Choreografische Assistenz                                   Marius Krisan
Dramaturgie:                                                            Sebastian Hanusa



Julia               Ayako Kikuchi / Caroline Matthiessen

 
Rosalinde         Anneli Chasemore / Ayako Kikuchi / Ako Nakanome

Tybalt                  Ivan Alboresi / Vitali Belikov
Paris                   Sven De Baets a.G. / Robert Viehweg

Romeo    Sven de Baets a.G. / Mateo Klemmayer a.G. /                                                                               Dmitry Sludyanin

Mercutio           Ivan Alboresi / Sergio Carecci


Benvolio,        Sergio Carecci / Mateo Klemmayer a.G. / Dmitry Sludyanin


Pater Lorenzo     Marius Krisan

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 11 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

„GESCHÖPFE“ von Ben J. Riepe im Tanzhaus NRW in Düsseldorf

Auf der dunklen Bühne stehen Bäume und Sträucher in Kübeln, die als erstes von einem Performer verrückt werden. An der rechten Bühnenseite finden sich aufgehäuft Körperteile von Schaufensterpuppen,…

Von: Dagmar Kurtz

Ein stilles Solo

Ein Wesen in silbern schimmerndem, folienartigem Gewand, der ganze Körper von Kopf bis Fuß verhüllt, bewegt sich aus dem Dunkel auf die Bühne. Es herrscht Stille und das Wesen erkundet langsam, fast…

Von: Dagmar Kurtz

"A First Date, Episode 1" in der Deutschen Oper am Rhein

Ein bisschen aufregend ist es schon: das erste Date. Vorfreude und Unsicherheit mischen sich mit unspezifischen Erwartungen. Wird es gut ablaufen? Folgen Erleichterung oder Enttäuschung?  

Von: Dagmar Kurtz

Liebesbande

Hinter tropischen Blumen befindet sich ein luxuriöses Anwesen mit Stahlträgern in offener Bauweise im Stil von Mies van der Rohes Barcelona Pavillon. Die Einrichtung ist im angesagten Midcentury…

Von: Dagmar Kurtz

Ein Hauch von Sehnsucht

Raimund Hoghes letztes Stück „Lettere amoroso“ handelte von Flucht und den sehnsuchtsvollen Briefen, die die Geflohenen schrieben. So weckt das Wort „Vietnam“ im Titel des neuen Stückes "Postcards…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑