Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
Shakespeares KOMÖDIE DER IRRUNGEN in einer NeuübersetzungShakespeares KOMÖDIE DER IRRUNGEN in einer NeuübersetzungShakespeares KOMÖDIE DER...

Shakespeares KOMÖDIE DER IRRUNGEN in einer Neuübersetzung

31.07. – 30.08.2008, DO FR SA . 20 Uhr in der Pasinger Fabrik in München, August-Exter-Str. 1, 81245 München

 

Irrwitz und Chaos um zwei eineiige Zwillingspaare,

ein Herrenpaar, ein Dienerpaar.

 

Der eine Herr sucht den anderen, der andere weiß nicht,

dass es den einen überhaupt gibt. Die Frau des anderen versieht sich und nimmt den einen als Gatten mit heim. Der nimmt es hin, im Gegensatz zum anderen, der vor der nunmehr verschlossenen Tür seines eigenen Hauses

Amok läuft. Die Diener brauchen wie üblich ihren ganzen Witz, um sich den Rücken freizuhalten – von Prügeln. Und am Anfang war der Vater: der sucht auch, vor allem sein Ende; und am Ende ist die Mutter, und die löst alles auf. Und zwischendrin ist da noch eine Kette, die immer gerade nicht da ist, wo sie sein soll…

 

Eine Farce, in der gehäuft von Geld die Rede ist: der größte Teil der handelnden Personen sind Kaufleute und der Ort des Geschehens steht im Ruf von "Lug und Trug und dunklen Machenschaften"; und in der Menschen scheinen, was sie nicht sind.

 

Kein Ort für Fremde. Hier droht Verlust. Hier kommt einem die "Wirklichkeit" abhan-den. Wer hier strandet, braucht jede Menge Geld, um seinen Hals zu retten. Wer hier sucht, geht sich verloren. Wer hier auf etwas baut, bricht unversehens ein. Wer unge-bunden ist, verstrickt sich. Wer sich im sichren Hafen wähnte, findet sich obdachlos. Für verrückt erklärt. Gefoppt, gejagt, ins Loch gesteckt. Undurchschaubaren Mächten ausgeliefert.

 

„Geduld!“ – kriegt zu hören, wer von allen guten Geistern verlassen ist: Akteure, die verzweifelt den Ausgang suchen aus diesem Comedy-Trip: mit Anfällen von Liebe, mit Panikflucht, mit blinder Wut, die vor Gewalt nicht scheut. Erschüttert in ihrem Selbst-Bild. Bis die Wahnsinnsfalle zuschnappt.

 

Wer bin Ich?

Der, für den ich mich halte?

Der, für den die Welt mich hält?

 

Wer doppelt geht, ist nicht mehr einmalig - geschweige denn unverwechselbar…

Nie hat Shakespeare Abgründiges in eine wüstere „Sitcom“ gepackt: in einen rasen-den Schwank auf brüchigen Brettern, der beinahe tödlich beginnt und jederzeit tödlich enden kann. Seinem Publikum lässt er einen gewissen Überblick: es darf sich erklä-ren, dass es sich „nur“ um Verwechslungen handelt. Dafür kennt er (wie üblich) keine Gnade mit Leuten, die auf Alltagslogik, Möglich- und Wahrscheinlichkeiten pochen…

 

mit

Markus Hennes, Johannes Berg, Serpil Demirel, Yasmin Ott,

Achim Grauer, Andreas Seyferth, Margrit Carls

Regie: Andreas Seyferth

Ausstattung + Licht: Stephan Joachim

Übersetzung + Fassung: Margrit Carls

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 13 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

„GESCHÖPFE“ von Ben J. Riepe im Tanzhaus NRW in Düsseldorf

Auf der dunklen Bühne stehen Bäume und Sträucher in Kübeln, die als erstes von einem Performer verrückt werden. An der rechten Bühnenseite finden sich aufgehäuft Körperteile von Schaufensterpuppen,…

Von: Dagmar Kurtz

Ein stilles Solo

Ein Wesen in silbern schimmerndem, folienartigem Gewand, der ganze Körper von Kopf bis Fuß verhüllt, bewegt sich aus dem Dunkel auf die Bühne. Es herrscht Stille und das Wesen erkundet langsam, fast…

Von: Dagmar Kurtz

"A First Date, Episode 1" in der Deutschen Oper am Rhein

Ein bisschen aufregend ist es schon: das erste Date. Vorfreude und Unsicherheit mischen sich mit unspezifischen Erwartungen. Wird es gut ablaufen? Folgen Erleichterung oder Enttäuschung?  

Von: Dagmar Kurtz

Liebesbande

Hinter tropischen Blumen befindet sich ein luxuriöses Anwesen mit Stahlträgern in offener Bauweise im Stil von Mies van der Rohes Barcelona Pavillon. Die Einrichtung ist im angesagten Midcentury…

Von: Dagmar Kurtz

Ein Hauch von Sehnsucht

Raimund Hoghes letztes Stück „Lettere amoroso“ handelte von Flucht und den sehnsuchtsvollen Briefen, die die Geflohenen schrieben. So weckt das Wort „Vietnam“ im Titel des neuen Stückes "Postcards…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

Folgen Sie uns auf:

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑