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"Simon Boccanegra" - Melodramma von Giuseppe Verdi im Hessischen Staatstheater Wiesbaden

Premiere: Samstag, 28. Januar 2012, 19.30 Uhr, Großes Haus. -----

Der Korsar Simon Boccanegra, der im Dienst der Krone erfolgreich gegen die Piraten im Mittelmeer kämpft, liebt Maria, die Tochter des Patriziers Jacobo Fiesco. Die beiden haben ein Kind. Doch Fiesco verweigert die Hochzeit und schließt Maria ein, um den Kontakt zu Simon zu unterbinden.

 

Die gemeinsame Tochter kann Simon Boccanegra jedoch retten und zu einer alten Frau in Pisa bringen, die sie aufzieht. Als Boccanegra wenige Jahre darauf im vom Bürgerkrieg zwischen Adel und Bürgertum zerrütteten Genua zum Dogen gewählt werden soll, hofft er in erster Linie auf ein Wiedersehen mit Maria und eine Aussöhnung mit ihrem Vater Fiesco. Doch im selben Augenblick, in dem er zum Dogen ausgerufen wird, erfährt er vom Tod der Geliebten, die in der Isolation gestorben ist. Eine Versöhnung mit Fiesco ist unmöglich, denn das Kind, das Fiesco von Boccanegra als Wiedergutmachung fordert, ist ebenfalls spurlos verschwunden.

 

25 Jahre später holt die Vergangenheit sowohl den zermürbten Dogen Boccanegra als auch den alten Fiesco wieder ein, der aus dem selbstgewählten Exil unerkannt in seine Heimat zurückgekehrt ist. Als die junge Amelia Grimaldi zu einer politischen Heirat mit Paolo, dem Günstling Boccanegras, gedrängt werden soll, erkennt der Doge in der jungen Frau seine Tochter. Die wiederum hat für ihre Zukunft ganz andere Pläne: Sie liebt Gabriele Adorno, einen Revolutionär, der zusammen mit Fiesco den Aufstand gegen Boccanegra plant.

 

Verdis Simon Boccanegra ist das ergreifende Bild einer Vater-Tochter-Beziehung vor einem eminent politischen Hintergrund. Die Geschichte ist vielleicht einer der aufregendsten Opernstoffe des Komponisten überhaupt. Die Titelfigur geht auf den ersten Dogen Genuas zurück, der aufgrund seiner leidenschaftlichen pazifistischen Bemühungen um eine Einigung Italiens im 14. Jahrhundert auch in Zeiten des Risorgimento für Verdis Zeitgenossen eine Symbolfigur gewesen sein muss. Im Schaffen Verdis markiert diese Oper einen entscheidenden Schritt auf dem Weg zum musikalischen Drama. Nirgends sonst hat Verdi so konsequent auf das versöhnlich Melodische verzichtet. Trotz des Misserfolgs der Uraufführung in der ersten Version von 1857 hielt Verdi Simon Boccanegra für eines seiner besten Werke. Mit Arrigo Boito unterzog er die Oper 1881, also fast ein Vierteljahrhundert nach der Entstehung, nochmals einer gründlichen Überarbeitung, die sich durch die scharfsinnige Zuspitzung der Charaktere in Text und Musik auszeichnet.

 

Der bulgarische Bariton Kiril Manolov, der das Wiesbadener Publikum bereits als Falstaff, Figaro und Miller begeisterte, kehrt in der Rolle des Simon Boccanegra nach Wiesbaden zurück. Sein Gegenspieler Fiesco wird von dem kroatischen Bassisten Luciano Batinić gesungen, der vor allem an der Oper Zagreb bereits in den großen Rollen seines Faches zu erleben war. Regie führt Dietrich W. Hilsdorf, der seit 1978 über 130 Inszenierungen in den Sparten Schauspiel, Oper, Operette und Musical verantwortet hat. Mit Simon Boccanegra kehrt er ans Staatstheater Wiesbaden zurück, um seine Reihe erfolgreicher Verdi-Arbeiten fortzusetzen.

 

Libretto von Francesco Maria Piave nach dem Drama von Antonio García y Gutiérrez, Neufassung von Arrigo Boito

 

In italienischer Sprache mit Übertiteln

Einführung jeweils eine halbe Stunde vor Beginn der Vorstellung im Foyer

 

Musikalische Leitung Marc Piollet

Inszenierung Dietrich W. Hilsdorf

Bühnenbild Dieter Richter

Kostüme Renate Schmitzer

Choreinstudierung Anton Tremmel

Dramaturgie Karin Dietrich

 

Mit: Kiril Manolov (Simon Boccanegra, Korsar im Dienst der genuesischen Republik, später erster Doge von Genua), Luciano Batinić (Jacopo Fiesco, ein genuesischer Adliger), Thomas de Vries (Paolo Albiani, ein Goldschmied), Tatiana Plotnikova (Amelia Grimaldi, die verschollene Tochter Simon Boccanegras), Felipe Rojas Velozo (Gabriele Adorno, Geliebter Amelias), Hye-Soo Sonn (Pietro, Anführer der Volkspartei), Annett Arnold (eine Magd Amelias), Osvaldo Navarro-Turres (ein Hauptmann)

 

Weitere Vorstellungen

Fr 3.2., Fr 17.2., Do 23.2., jeweils 19.30 Uhr, Großes Haus

 

 

 

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