Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
Soziokultur und Freie Szene in Baden-Württemberg fordern Einhaltung der gemeinsamen Vereinbarungen des KoalitionsvertragesSoziokultur und Freie Szene in Baden-Württemberg fordern Einhaltung der...Soziokultur und Freie...

Soziokultur und Freie Szene in Baden-Württemberg fordern Einhaltung der gemeinsamen Vereinbarungen des Koalitionsvertrages

Die Landesarbeitsgemeinschaft der Kulturinitiativen und soziokulturellen Zentren in Baden-Württemberg e.V. (LAKS) und der Landesverband Freier Theater Baden-Württemberg e.V. (LAFT) fordern die Landesregierung vor den entscheidenden Gesprächen am Freitag über den Landeshaushalt 2012 auf, die gemeinsamen Vereinbarungen des Koalitionsvertrages in Sachen Soziokultur und Freie Szene einzuhalten.

Bevor die Verhandlungen über den Landeshaushalt am 11. November in die entscheidende Runde gehen, erinnern die kulturpolitischen Repräsentanten der Freien kulturellen Szene Baden-Württembergs an den Koalitionsvertrag vom 27. April 2011. Die Vereinbarung enthält wichtige Fortschritte in der Kulturpolitik und formuliert einige der Hauptanliegen der beiden Verbände. Was dort festgehalten wurde, muss weiterhin Gültigkeit haben!

 

Dies betrifft beispielsweise den drückenden Sanierungsstau der soziokulturellen Zentren, der zeitlich gestaffelt abgebaut werden soll, um die erheblichen baulichen und technischen Defizite zu beheben. Von zentraler Bedeutung ist darüber hinaus der Förderschlüssel im Verhältnis Kommune zu Land, der endlich das schon lange angestrebte Verhältnis von 2:1 erreichen soll. Diese Beschlüsse sind sowohl für die LAKS als auch den LAFT von großer Bedeutung, da die Freien Darstellenden Künstler in Baden-Württemberg auf die soziokulturellen Zentren mit ihren Spielstätten angewiesen sind. Die mangelhafte finanzielle Ausstattung der soziokulturellen Zentren ohne auch nur ansatzweise ausreichende Kooperations- und Gastspieletats hat zur Folge, dass Freie Gruppen die Räumlichkeiten in den Zentren anmieten müssen. So haben die Freischaffenden Darstellenden Künstler, deren soziale Lage meist eher prekär ist, nicht nur weniger Einnahmen, sondern müssen für ihre Vorstellungen in der Regel sogar finanzielle Verluste in Kauf nehmen.

 

Außerdem fordert der LAFT, künftig bei den Schwerpunkten Kulturelle Bildung und Interkultureller Austausch in die Planung und Konzeptionierung einbezogen zu werden, da der LAFT einen wesentlichen Beitrag zur Umsetzung in beiden Bereichen leistet. Dies gilt insbesondere für die Festlegung von Förderschwerpunkten. Sinnvoll wäre hier unter anderem, dass die Ministerien für Wissenschaft, Forschung und Kunst, das Kultusministerium und das Landwirtschaftsministerium zukünftig enger kooperieren und intensiver kommunizieren – zum Beispiel was Konzepte der Kulturellen Bildung im ländlichen Raum anbelangt.

 

Ferner fordern LAKS und LAFT die Landesregierung auf, die auch von SPD und Bündnis 90/Die Grünen beschlossene Kunstkonzeption 2020 „rasch in Fahrt zu bringen“, wie im Koalitionsvertrag vereinbart wurde. Wenn nicht jetzt in Zeiten deutlich vermehrter Steuereinnahmen in die Kunst in Baden-Württemberg investiert wird – wann dann? Die Haushaltskonsolidierung ist wichtig und notwendig, aber nicht zu Lasten eines Bereichs, der ansonsten immer zuerst für Streichungen herhalten muss. Schließlich wurde beschlossen, die Kunstkonzeption bis zum Jahr 2020 tatsächlich zu realisieren.

 

 

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 13 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

„Vástádus eana/The answer is land“ von Elle Sofe Sara im Tanzhaus NRW in Düsseldorf

Hoch im Norden Europas lebt das indigene Volk der Samen. Mit ihrer Lebensart beschäftigt sich Elle Sofe Sara in ihrem Stück „Vástádus eana/The answer is land“ jenseits folkloristischer Attitude. So…

Von: Dagmar Kurtz

Nachdenklich, Lebhaft, Wütend, Wehmütig! Ballett am Rhein: „Vier Neue Temperamente“

DIE VIER TEMPERAMENTE George Balanchine PHLEGMATIC SUMMER Michèle Anne de Mey (Uraufführung) SANGUINIC: CON BRIO Demis Volpi (Uraufführung) CHOLERIC Hélène Blackburn (Uraufführung) FROM TIME TO…

Von: Dagmar Kurtz

Hinter der Bühne

Adriana ist der gefeierte Star der Schauspielbühne. Aber auch Ruhm und Anerkennung schützen nicht davor, hintergangen zu werden. Und wenn zwei Frauen denselben Mann lieben, sind Eifersucht, Intrige…

Von: Dagmar Kurtz

Wie absurd ist das denn?

Die Volksbühne in Berlin kommt mit einer Uraufführung namens „SMAK! SuperMacho AntiKristo“ heraus, einer „hyperhybriden Hommage an den französischen Symbolisten Alfred Jarry“ und allerlei Anderes.  

Von: Stephan Knies

Zwei Außenseiter - "I am a problem" in der Deutschen Oper am Rhein: "Carmen“ "von Roland Petit und "Baal" von Aszure Barton

Der Kontrast könnte stilistisch nicht größer sein zwischen den beiden Choreografien, die an der Deutschen Oper am Rhein in „I am problem“ zu sehen sind. Und doch haben sie etwas gemeinsam, sie zeigen…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑