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Staatsballett Berlin: Monika Lubitz geht in den Ruhestand

Monika Lubitz geht nach 42 Berufsjahren in den Ruhestand. 1972 kam sie als Primaballerina an die Staatsoper Unter den Linden und arbeitete nach dem Ende ihrer aktiven Tänzerlaufbahn 1990 als Ballettmeisterin.

Zuletzt vertraute Vladimir Malakhov ihr die Arbeit mit dem Nachwuchspaar Iana Salenko und Marian Walter an. Das Ensemble des Staatsballetts widmet Monika
Lubitz die Vorstellung „Der Nussknacker“ am 29. Dezember 2006, und Vladimir Malakhov verleiht ihr im Namen der Stiftung Oper in Berlin die
Ehrenmitgliedschaft des Staatsballetts Berlin.
Monika Lubitz wurde in Berlin geboren. Sie erhielt ihre Ballettausbildung an
der Staatlichen Ballettschule Berlin, die sie mit einem Zusatzjahr am
Choreographischen Institut im damaligen Leningrad vollendete. 1964 trat die
Absolventin ihr erstes Engagement als Solotänzerin an der Oper Leipzig an.
Emmy Köhler-Richter, die Chefchoreographin, vertraute ihr die Hauptrollen des klassischen und zeitgenössischen Repertoires an. 1969 wurde sie zur
Primaballerina ernannt.

 

1970 folgte Monika Lubitz dem Ruf von Tom Schilling an die Komische Oper
Berlin, wo sie bereits seit 1968 gastiert hatte, und wurde festes Mitglied seines
Tanztheater-Ensembles. Auch hier erarbeitete sie sich bald eine Vielzahl von
Rollen wie z. B. Bianca in „Mohr von Venedig“, Beatrice in „Undine“ sowie
„Match“, „Fancy Free“, „Rhythmus“ oder Herzdame in Crankos „Jeu de cartes“. Parallel gastierte sie ab 1970 regelmäßig an der Deutschen Staatsoper Berlin, wohin sie für die großen Klassiker verpflichtet wurde.
1972 wurde sie schließlich als Primaballerina an die Deutsche Staatsoper
Berlin berufen und tanzte hier nicht nur das gesamte klassische Repertoire,
sondern interpretierte auch eine große Zahl zeitgenössischer Werke. Zu den
herausragendsten Partien ihres Repertoires, die sie im Lauf der Jahre zum
Teil in mehreren Fassungen einstudierte, gehörten Odette/Odile
(„Schwanensee“), Prinzessin Aurora („Dornröschen“), Marie („Der Nussknacker“), „Giselle“, Swanilda („Coppélia“), „Aschenbrödel“, Alberto
Alonsos „Carmen“, Wladimir Wassiljews „Lady Macbeth“, „Feuervogel“, Julia
(„Romeo und Julia“), die Teufelin in Kassatkinas/Wassiljows „Erschaffung der
Welt“, Archisposa in Tom Schillings „Abraxas“ oder Choreographien von
George Balanchine. Monika Lubitz ist Nationalpreisträgerin und wurde u.a. mit
dem Kunstpreis der DDR und dem Goethepreis der Stadt Berlin ausgezeichnet,
außerdem wurde ihr mehrfach der Berliner Kritikerpreis verliehen. Zahlreiche
individuelle Einladungen, auch mit ihren Partnern, und Gastspielreisen mit
dem Ensemble führten sie in die ganze Welt und bereits ins westliche Ausland,
als an den Fall der Mauer noch lange nicht zu denken war.
Nach 26 intensiven Berufsjahren, in denen sie eine große Vielfalt
choreographischer Handschriften interpretierte und für ihre makellose
Technik und glänzende Bühnenpräsenz berühmt gewesen ist, nahm Monika
Lubitz 1990 ihren Abschied von der Bühne. Sie ist dem Tanz seither als
Ballettmeisterin an der Staatsoper Unter den Linden bzw. beim Staatsballett
Berlin verpflichtet geblieben.

 

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