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Staatsschauspiel Dresden: "Das Buch der Unruhe" nach Fernando Pessoa

am 11. (Premiere) und 12. Juni 2021, jeweils 22.00 Uhr, als Livestream auf der Streamingplattform „dringeblieben“

Der achtstündige Livestream wird aus dem Lichthof des Albertinum der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) gesendet. Die Inszenierung, die sich, balancierend an der Schnittstelle zwischen Theater, Musik, Bildender Kunst und Tanz, einer genaueren Zuschreibung entzieht, findet im Albertinum einen kongenialen Aufführungsort.

 

Copyright: Sebastian Hoppe

„Verzicht ist Befreiung. Nicht wollen ist können.“ Fernando Pessoa ist nicht nur der wichtigste moderne Schriftsteller Portugals, seine Texte und vor allem sein BUCH DER UNRUHE gehören zu den wesentlichen Innovationen in der Literatur des 20. Jahrhunderts. Pessoa erfindet für dieses Buch ein Alter Ego, den Hilfsbuchhalter Bernardo Soares, der sein Leben im Lissabon der zwanziger und dreißiger Jahre aufzeichnet.

Pessoas epochales Werk erschien erst 1982, 47 Jahre nach dem Tod des Autors. Die tagebuchartigen Aufzeichnungen bilden keine Handlung ab, es sind freie Assoziationen und innere Monologe. Das minutiöse Beschreiben innerer Vorgänge macht den Kopf des Autors zu seiner Lebensbühne, hier schildert Pessoa das ‚Drama im Menschen‘. Pessoas Sehnsucht gilt einem kontemplativen Leben und einer Ästhetik des Verzichts. Die einzige Illusion, die Pessoas Held akzeptiert, ist die Kunst.
Für eine Präsentation im Theater ist Pessoas Haltung und Ästhetik eine Herausforderung, der sich der Regisseur Sebastian Hartmann und sein Team in einer besonderen Weise stellen werden. Die Arbeit wird keine Inszenierung im herkömmlichen Sinn sein, eher eine theatrale Installation. Spielort ist der Lichthof des Albertinums, in dem die Zuschauer*innen das stetige Ringen Pessoas mit seiner inneren Welt sinnlich erfahren können.

Fernando Pessoas posthum veröffentlichtes literarisches Lebensprojekt entwickelt in tagebuchartigen Fragmenten den Entwurf eine Lebenskonzeption, in der bewusste Isolation und Kontemplation, Schlaf und Traum, wichtiger als das aktive Alltagsleben sind. Die achtstündige Aufführung findet deshalb für die digital zugeschalteten Zuschauer*innen in der Zeit des Schlafes, für die Dauer einer Nacht, statt.
Dauer der Aufführung: ca. 8 Stunden

Regie und Raum
Sebastian Hartmann
Kostüme
Adriana Braga Peretzki
Musik
Samuel Wiese, Philipp Thimm
Lichtdesign
Lothar Baumgarte
Animation
Tilo Baumgärtel
Licht
Peter Paul Lorenz
Dramaturgie
Jörg Bochow

Mit
Luise Aschenbrenner, Marin Blülle, Gina Calinoiu, Torsten Ranft, Fanny Staffa, Nadja Stübiger, Yassin Trabelsi, Viktor Tremmel, Cordelia Wege, Simon Werdelis

und
Konstantin Antelmann, Henrike Demuth, Maria González Havlík, Eva-Marlene Jaekel, Angelika Kuge, Bertolt List, Susanne Meyer, Parisa Mousavi, Yamile Navarro, Skander Soumri

Live-Musiker
Samuel Wiese, Philipp Thimm

Live-Kamera
Christian Rabending, Dorian Sorg

Videooperator
Edgar Franke, Max Rothe, Diana Stelzer, Theresa Tippmann

Kameratechnik / Support
Annabell Kießler, Julian Schuppe

 

 

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