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Tanz- und Performancefestival an der Isar: Isarsprudel in München, Ausgabe 3, "Räume - Grenzen"

Copyright: Reinhard Oefele

Performances an der Isar - 22. / 23. August 2014, 15:00 – 21:00 Uhr - Infostand: Corneliusbrücke, Ludwig-II-Denkmal, Roundtable im i-camp - 24. August 2014, 13:00 – 15:00 Uhr.

 

Das Tanz- und Performance-Festival ISARSPRUDEL präsentiert in seiner 3. Ausgabe im August 2014 an verschiedenen Orten zwischen Wittelsbacherbrücke und dem Deutschen Museum acht unterschiedliche situative Performance-Projekte und will dadurch aktuelle Formen und Haltungen der Performance Art einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. 2014 steht das Festival unter dem Motto Räume_Grenzen. Wir sind mit Isarsprudel ein Teil von Raumaushandlungen vor Ort an der Isar, aber auch in der Stadtgesellschaft, der Region, dem Land, Europa und der Welt. Wir wollen Grenzen ziehen, um Räume zu schaffen und Grenzen aufzeigen und überschreiten, um Räume in Frage zu stellen.

 

Die neu gestalteten Isarlandschaften im Innenstadtbereich bilden hierbei nicht nur die Bühne - die

gezeigten Performances und Interventionen sollen darüber hinaus einen aktiven Beitrag zum Diskurs

über den Erholungsraum Isar liefern und ein breites, auch zufälliges Publikum zum Nachdenken

anregen und neue Blickwinkel eröffnen.

 

Weitere Informationen und Eindrücke unter: www.isarsprudel.wordpress.com

 

Veranstalter: k∞p e.V. München. Idee und Konzeption: Martin Jonas. Organisation: Dr. Anna

Stoffregen, Johanna Platter. Social Media Konzeption: Katrin Dengler

Mitwirkende: 20 Performer aus Wien, Zürich, Gießen, Erlangen, Berlin und München

Eintritt / Reservierung: Die Performances an der Isar und der Roundtable im i-camp sind öffentlich und

kostenfrei. Eine Reservierung ist nicht erforderlich.

„Isarsprudel“ findet mit freundlicher Unterstützung durch das Kulturreferat der Landeshauptstadt München, die Kulturstiftung der Stadtsparkasse München, die Richard Stury Stiftung, emilio Spezialitätenrösterei und i-camp/neues theater münchen statt.

Das Fest am Samstag wird unterstützt durch die Giesinger Spezialitäten Brauerei.

 

ISARSPRUDEL 2014 – Räume_Grenzen

Der Raum rückt in den Fokus. Räume werden von Menschen und Dingen erzeugt. Wenn wir Räume herstellen, sind wir eingebunden in unterschiedliche Relationen. Was für mich ein gemütlicher Rückzugsraum ist, ist für jemand anderen ein klaustrophobischer Angstraum; was für mich ein angenehm belebter Ort ist, bedeutet für andere ein Ort der Lärmbelästigung und Hektik. Räume haben Grenzen - physische, geographische, soziale, psychische...

 

An Grenzen wird sichtbar, wie Räume hergestellt werden und wie sie funktionieren. Wird etwa mein

persönlicher Nahbereich gestört, reagiere ich abweisend darauf: Ich möchte diesen Raum für mich

wieder herstellen. Über die Aushandlung von Grenzen und Räumen in Beziehungen und Gemeinschaften kann der Status einer Gesellschaft angezeigt werden. Es werden unterschiedliche Fragen angesprochen: Was ist mir wichtig? Wo wird es mir physisch und psychisch zu nah? Wie können wir gemeinsam einen Raum schaffen? Wie wollen wir gemeinsam leben?

 

Verschiedene Ereignisse in der letzten Zeit (Pariser und Londoner Unruhen, Stuttgart 21, künstlerische Hausbesetzungen in München, Hungerstreik von Migrant_innen am Rindermarkt, Europas Flüchtlingspolitik...) zeigen unterschiedliche Haltungen und Handlungsweisen einer solchen Raumaushandlung.

 

Isarsprudel ist ein Teil dieser Raumaushandlungen vor Ort an der Isar, aber auch in der Stadtgesellschaft, der Region, dem Land, Europa und der Welt. Grenzen ziehen, um Räume zu schaffen und Grenzen aufzeigen und überschreiten um Räume in Frage zu stellen. Fokussiert ist als Ausgangs- und Endpunkt unserer Arbeit den Raum zwischen Corneliusbrücke und Wittelsbacherbrücke. Diese klaren geographischen Grenzen bilden den Rahmen, in dem bestehende, vorhandene Räume örtlicher und sozialer Art hinterfragt und neue Räume hergestellt werden können.

 

Wichtig wird sein, in diesem Raum und aus diesem Raum heraus Spannungsfelder in andere Räume, an andere Orte und somit in andere Relationen hinein zu erzeugen. Die Performances, Installationen, Tanzchoreographien sind physisch im vordefinierten Raum des Isarsprudels verortet, sollen aber Räume besetzen, die mit ihrem Gehalt darüber hinausgehen. Ziel ist es, unsere Räume und Grenzen kennenzulernen, sie näher zu bestimmen und gegebenenfalls gemeinsam neu auszuhandeln. Dabei soll es weniger darum gehen, anzugleichen und alles in einen Gemeinschaftsraum zu integrieren.

 

Vielmehr soll der Dissens erzeugt werden, um Gemeinschaft erlebbar und nachvollziehbar zu machen. An der Isar wie an Europas Grenzen geht es darum, das Nicht-Verstehen, das sich an Grenzen zeigt, als Grundlage zu nehmen, um neue Lebensräume aushandeln zu können. Diese Lebensräume sind im einfachsten Wortsinne als Öffentliche Räume zu verstehen.

 

ABLAUF UND ORTE

 

Eingemeinsames Abendessen mit allen beteiligten Künstler_innen & Organisator_innen

/ Helfer_innen im i-camp bildet am Donnerstag den Auftakt des Festivals.

Performances // Freitag, 22.8 und Samstag, 23.8. (öffentlich)

Zwischen Corneliusbrücke und Wittelsbacherbrücke werden an unterschiedlichen Orten zwischen 15:00-21:00 Uhr künstlerische Interventionen geschehen. Flanierende, Badegäste, Jogger_innen und (Wochenend)Biertrinker_innen, Anwohner- und Bewohner_innen, kurz Alle, die sich vor Ort aufhalten sind herzlich dazu eingeladen, zu entdecken, mitzuspielen und zu genießen. Auf der Corneliusbücke, bei der Büste von König Ludwig dem II. bekommen die Besucher und Besucherinnen Informationen zum Festival. Hier stehen wir von Koop und geben einen Überblick zu den einzelnen Künstler_innen und Programmpunkte. Am Samstag findet nach 21 Uhr eine Feier statt, mit der wir bei Getränken, kleinen Speisen und Musik die beiden Tage Revue passieren lassen.

Vor- und Rückschau // Sonntag, 24.8. – i-camp, Entenbachstraße 37 (öffentlich)

Am Sonntag findet um 13 Uhr eine gemeinsame Abschlussveranstaltung im i-camp statt.

 

HINTERGRUND

ISARSPRUDEL erklärt den Stadtraum an der Isar zum Forschungsobjekt: Wie reagieren Künstler_innen auf diesen Lebensraum? Wie deuten, kritisieren oder interpretieren sie diesen speziellen Ort am Fluss neu? Das Erholungsgebiet an der Isar, zwischen Wittelsbacherbrücke und Deutschem Museum scheint

K∞p als Veranstaltungsort bestens geeignet. Die Möglichkeiten an der „neuen“ renaturierten Isar mit ihren „Bühnen“ sind unbegrenzt: Im Fluss, am Fluss, auf den Brücken, den Steintreppen und

Uferelementen. Die Isar vom Flaucher bis zur Praterinsel ist nicht nur während der Sommermonate

rege belebt und stellt somit gleichsam von selbst ein zahlreiches und breit differenzierte Publikum zur

Verfügung. Badegäste, Flanierende, von der Arbeit Heimkehrende, zu Fuß, in Bus und Tram, können

– auch nach den „Gesetzen des Zufalls“ – dem Spektakel beiwohnen.

 

ISARSPRUDEL stellt die Frage nach der Nutzung öffentlicher Räume, schafft gemeinsame Erlebnisse von Fremden, vergemeinschaftet. Der Raum wird temporär erarbeitet, erlebt, erfühlt, befremdet... und wieder freigegeben. K∞p schafft kleine Ideenirrlichter für neue Ideen. ISARSPRUDEL präsentiert an verschiedenen Orten zwischen Wittelsbacherbrücke und dem Deutschen Museum unterschiedliche situative Performance-Projekte und will dadurch aktuelle Formen und Haltungen aus der Performance Art / Performing Art einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. ISARSPRUDEL greift mit seinen Akteur_innen aktiv in den derzeitigen Diskurs um den Erholungsort Isar ein. K∞p versteht diesen besonderen Stadtraum nicht als zu entwickelnden und von außen zu gestaltenden Freizeitort, sondern vielmehr als einen organischen Raum, der von Menschen, Tieren, Pflanzen, Dingen und Handlungen in verschiedenen Relationen gebildet wird. In seiner Gesamtheit und mit seinen Widersprüchen ist er die ideale Basis für die künstlerische Auseinandersetzung. Die ausgewählten Projekte zeigen die Bereitschaft, sich von spezifischen Realitäten an der Isar herausfordern und berühren zu lassen. Dabei dienen die Isar, die Straßen, Brücken und Gebäude am Fluss weniger als Kulisse, denn als lebendiger Erfahrungsraum, der in der Begegnung mit den Zuschauerinnen und Zuschauern Denkhorizonte verschieben kann.

 

Mit dieser Ausrichtung entscheidet sich K∞p bewusst dafür, ein breites Spektrum an Themen,

Arbeitsweisen und Präsentationsformen zu zeigen. Ihr Ziel ist es einen genauen und kritischen Blick

auf diesen besonderen Raum in München zu legen. Wir möchten den Menschen, die den Lebensraum an der Isar für sich aktiv nutzen, eine künstlerische Folie bieten, an der Gewohntes reflektiert wird und neue Anstöße entdeckt werden können. Während des Veranstaltungszeitraumes am 22. und 23. August 2014 treten die Gruppen an den jeweiligen Orten von 15 – 21 Uhr in Intervallen immer wieder kurz und situativ auf und verschwinden

wieder.

 

PROGRAMM UND KÜNSTLER (Stand: 17. Juni 2014)

Waltraud Brauner (Wien): 10 Meter in 36,5 Minuten (Arbeitstitel)

Was bewegt uns heute? Sich körperlich zu verausgaben bedeutet für Lifestylisten einer geradlinigen,

funktionalen und zielorientierten Ästhetik hinterherzurennen um dabei und dadurch gut auszusehen.

Oder steckt doch mehr dahinter? Wann ist Sport die Maßnahme seinen Körper und Geist zu „shapen“ und wann ist es Ausdruck des persönlichen Bewegungsdrangs? Welcher normierten Selbstdisziplinierung übergeben sich Individuen, wann treibt sie bloß der Leistungsdruck immer fit sein zu müssen, wann ist es das Los einer sitzenden Gesellschaft, die ihrem Bewegungsdrang einfach freien Lauf lassen möchte. In diesen Versuchsanordnungen sollen dem Ritual der sportlichen Betätigung neue Aspekte verliehen werden: Unbekannte Bewegungsimpulse eröffnen sich, Trampelpfade werden heraufbeschworen um Ablenkungen am Wegesrand volle Beachtung schenken zu können und Bewegungsrichtungen werden umgeleitet, um persönlichen Fehltritten Folge zu leisten. Auf der Suche nach unbekanntem Terrain der Verausgabung und der Chance seinen Emotionen freien Lauf zu lassen, versucht diese Feldstudie auch die Umgebung nicht links liegen zu lassen. Die ausgestoßenen Glücksgefühle sollen auch andere anstecken und fremde Spiegelneuronen mobilisieren. An der Schnittstelle zwischen Sport und Performance soll ein vielleicht verdrängter Bewegungsdrang wiedergefunden werden um Bewegung nicht bloß als Instrument der Fort- und Vorwärtsbewegung gelten zu lassen und der Momente des Stillstands als Wegweiser fungieren kann.

 

Leonie Graf, Frederike Dengler, Livgia Krummenacher (Zürich): d´isar duurab

Wir bauen ein Floß. Wir hängen es in die Isar. Wir laden Menschen ein, mit uns loszufahren. Wir sind

eine max. 8-köpfige Reisegruppe und unsere Fahrt geht nicht länger als 15 Minuten. Wir fahren die Isar flussabwärts, passieren Münchens Stadtgrenzen, lassen Freising und den Flughafen hinter uns. Weiter gen Donau, über Passau und Linz fahren wir nach Wien, durchqueren Belgrad und das Eiserne Tor und rudern bis zum Schwarzen Meer. Und von da, wohin weiter? Schultern wir das Floß, gehen zu Fuss und machen Brennholz daraus um die kalten kasachischen Winter zu überleben? Wechseln wir erneut die Himmelsrichtung und durchqueren den Bosporus? Indien? Australien? Die Antarktis? Zurück nach Hause? Wir wollen bis ans Ende der Welt. Oder weiter. Wir bewegen uns dabei nicht von der Stelle. Wir reisen im Kopf. Unser Kapitän ist der Kopfhörer. Wir sind unterwegs in Geschichten, die wir über Kopfhörer erzählt bekommen. Im Erleben dieser Geschichten entwerfen wir einen neuen Horizont für München. Die Geschichten machen das was ist, zu dem, was sein könnte, sie beginnen dort wo wir sind und nehmen uns dahin mit, wo wir noch nie waren. Erste Seemannsweisheit: Jedes dritte Floß geht

unter. Zum Glück sind wir heute das Neunte, das ablegt. Wir glauben daran, dass Grenzen im Kopf entstehen und darum auch nur dort überwunden werden können. Wir glauben an die Macht der Phantasie und das Spiel mit den Sinnen. Wir glauben an das Potential der Kunst, Vorstellungsräume zu öffnen. Wir versuchen, an der uns tatsächlichen umgebenden Realität anzuknüpfen und durch teils fiktive teils reale Geschichten, das Offensichtliche umzudeuten, das Festgefahrene aufzuweichen.

D´Isar duurab ist die erste Zusammenarbeit der drei Kunstschaffenden. Sie verbindet die Freude an

guten Geschichten, fliessenden Gewässern und die Lust mit dem Horizont zu spielen.

 

Das japanisch-deutsche Theaterkollektiv EnGawa formierte sich 2012 in München. Ausgangspunkt für die künstlerische Arbeit war die Katastrophe in Japan am 11. März 2011, zu deren Gedenken sie an den

ersten Jahrestag das Benefiz-Theaterstück „Shinsai – Shattering Gods“ im i-camp/neues theater

münchen aufführten. „Engawa“ ist zum einen eine architektonische Bezeichnung für die Veranda an traditionellen japanischen Häusern. Im Unterschied zur europäischen Veranda ist sie jedoch nicht eindeutig einem Innen- oder Außenraum zuzuordnen. Diese undefinierbare Verortung als Basis, hat sich EnGawa zum Ziel gesetzt, ein sowohl von der deutschen als auch von der japanischen Kultur beeinflusstes Theater zu schaffen, welches als Treffpunkt von Innen und Außen, von Vertrautem und Fremden, fungieren kann. Ein Ort der Begegnung – wie das Theater selbst. Die zusätzliche Bedeutung des Namens EnGawa, der sich aus einem abgekürzten Wortspiel zusammensetzt, geht aus der japanischen Jugendsprache hervor, die die Wertvorstellung der gegenwärtigen Jugendkultur im Niedlichkeitswahn und ich-bezogenem Sprachgebrauch verdeutlichen soll. Nach der Performance „Sansaru – The three apes: see no evil, speak no evil, hear no evil“ nimmt EnGawa

mit „Yûgen – the lucent playground“ bereits zum zweiten Mal an Isarsprudel teil.

Weitere Informationen: www.en-gawa.de

 

Sebastiano Sing (Wien): facing [:] drop the space

Live-Klangraumperformance in Form eines Klangraumkreislaufes

Die Langzeit-Performance stellt in Form eines Klangraumkreislaufes Beziehungen zwischen Körper

und Raum her. Stoff als ästhetische Grenze zwischen Umwelt und Körper spielt dabei eine tragende

Rolle. Die Performance geht der Frage der täglichen Grenzerfahrung von Körper und Raum nach

und versucht, sich in amorph ändernder Beziehung zwischen Körper, Fluss und Raum ständig neu

zu bilden. Zeremonie und Klang fließen dabei ebenso mit ein, wie der Lebensraum Stadtfluss als

ehemaliger Ort der Wäscherinnen und Färber. Sebastiano Sing, geboren in Westdeutschland, lebt und arbeitet in Wien. seit Oktober 2013 studiert er Bildende Kunst bei Prof. Marina Gržinić in der Klasse für konzeptuelle Kunst an der Akademie deer bildenden Künste Wien. Seine Performance „facing [:] the others are present“ wurde im Rahmen des S.U.N.D. Festivals im Mai 2014 nach Lissabon eingeladen. Im April 2014 arbeitete Sebastiano Sing als künstlerische Assistenz des Kurators für die Ausstellung mit Performanceabend “sculpture me“ im Kunstraum Niederoesterreich, Wien. In den Spielzeiten2011/12 und 2012/13 war er Regieassistent am Münchner Volkstheater. Von 2009 – 2014 war Sebastiano Sing in diversen Klein- und Nebenrollen an der Jungen Burg des Wiener Burgtheaters, am Münchner Volkstheater und am Volkstheater Wien zu sehen.

 

Hysterisches Globusgefühl (Gießen, Erlangen, Berlin, Wien): Macht was: Macht Nichts! Macht was: Macht nichts! ist eine Intervention im öffentlichen Raum. Hysterisches Globusgefühl inszeniert eine Demonstration und lädt alle Anwesenden zum Nichts Tun ein. Die Performerinnen verarbeiten ihre persönlichen Gedanken, sowie globale Fragestellungen in politischen Pamphleten, einem Protestmarsch, philosophischen Briefen, Liedern und Diskussionen mit dem Publikum. Getragen von Tatendrang und Handlungsunfähigkeit sucht HG einen Ausweg aus der Spirale zwanghafter Handlungen und dem (post-)modernen Dilemma der unendlichen Möglichkeiten. Mit "Macht was: Macht Nichts!" gibt HG Zündstoff für den Alltagsgebrauch und eine temporäre Antwort auf die Frage: Was Tun?

Weitere Informationen: hysterischesglobusgefuehl.wordpress.com/projekte/macht-was-macht-nichts/ Hysterisches Globusgefühl ist ein Performancekollektiv bestehend aus Elisabeth Lindig, Dorothea

Schmans, Lea-Sophie Schiel, Arne Schirmel und Melanie Zipf. Die fünf PerformistInnen aus Erlangen,

Gießen, Berlin und Wien haben sich im Januar 2011 zusammengetan, um sich der zunehmenden

Resignation und der Angst politisch Stellung zu beziehen, entegegen zu stellen. Gesellschaftliche Räume

werden zu Orten einer neuen “Theater-Realität” umfunktioniert. In ihren Performances suchen sie nach

alternativen Möglichkeiten sich angesichts der diffusen politischen Verhältnisse zu positionieren. Die Frage nach bewusstem Handeln, politischer Interaktion sowie der Relevanz von Problemen und Handlungen steht dabei im Zentrum ihrer Arbeit.

Weitere Informationen: www.hysterisches-globusgefuehl.de

 

Emmy Steiner, Stefan Voglsinger, Florian Weiß, Florian Weisch (Wien): Word of mouth

Brückenverbindende Kommunikation über den Raum. Eine interaktive Tanz/Musik-Performance

Ziel der Performance ist es, den Lebensbereich zwischen der Cornelius- und der Wittelsbacherbrücke

mittels Kommunikation der sich in diesem Gebiet bewegenden Menschen zu verbinden. Im Vorfeld gesammelte Eindrücke der Gegend werden in Form von Improvisationsanweisungen von Brücke zu Brücke übermittelt, wobei der Spannungspunkt in der Wanderung der Nachricht und ihrer Veränderung dadurch besteht. Es soll eine Kommunikation über den Raum entstehen, die den Raum selbst zum Thema hat und von diesem in der Nachrichtenübermittlung beeinflusst wird. Die durch „word of mouth“ veränderten Nachrichten bilden das Grundgerüst für eine improvisierte Performance mit Tanz,

 

Percussion, Posaune und Kontrabass.

Eine interaktive Tanz/Musik-Performance von und mit

Emmy Steiner - Tanz

Stefan Voglsinger - Percussion

Florian Weiß - Posaune

Florian Weisch - Kontrabass

CADAM. (München): Sighds

In „Sighds“ untersuchen CADAM. persönliche Grenzen. Welchen (selbst erschaffenen) Regeln unterwerfen wir uns im öffentlichen Raum physisch und psychisch? Agieren wir bewusst? Oder

passen wir uns automatisch an? Wählen wir die Formen unserer (Fort-) Bewegung frei? Welche

Potenziale versagen wir uns? Über einen Audiowalk erkunden die Sighds- Spaziergänger die Gegend zwischen Corneliusbrücke und Wittelsbacher Brücke. Gegen ein Pfand erhält zu Beginn jede/r einen Audioguide/Mp 3-Player, der als Wegweiser und Kommentator fungiert. Neben der akustischen Führung orientieren sich die Teilnehmer selbstständig an neongelben Nummernschildern, die an verschiedenen Punkten angebracht sind. Außerdem bekommt jeder Teilnehmer eine Übersichtskarte, auf der alle Nummern eingezeichnet sind. Nachdem die Kopfhörer ausgegeben sind, sind die Teilnehmer aufgefordert sich selbstständig auf den Sighd-Spaziergang zu begeben. CADAM. wurde 2011 von den Tanz- und TheaterwissenschaftlerInnen Miriam Althammer, Christina Dettelbacher, Anna Donderer, Dominik Müller und Anna Wieczorek gegründet. Als „Ideenschmiede für performative Konzepte“ (SZ) entwickeln CADAM. in wechselnden Konstellationen verschiedene Projekte in München. Mit dem Debüt HiSTOREy erkundeten CADAM. 2011 leerstehende Ladenräume in der Maxvorstadt. 2013 zeigte CADAM. neben einer modifizierten Wiederaufnahme von HiSTOREy, diesmal in Giesing, das kuratorische Projekt MIGRATION:OFFICE in der Schaustelle der Pinakothek, bei dem eine Hütte des Kunstdorfes Schauing zum offenen Dialograum zu Fragen freier Arbeitsbedingungen, sowie den

Themen der eigenen künstlerischen Praxis und zum Spielfeld für befreundete Künstler wurde. Außerdem zeigten CADAM. 2013 die Neuproduktion GERMANIA Next Topmodel, für die sie den Tänzer/Performer Martin Hansen auf eine theatrale Soloreise durch die Geschichte der Frauenbilder in Deutschland schickten.

Weitere Informationen: www.cadam-home.de

 

Olivia Wiederkehr (Zürich): Spatial Practice in Daily (natural) Use

Oder das räumliche Verhältnis zwischen Zelt, Mensch und Zeit. Eine Performance mit drei Expeditionszelten

Während einer Zeitspanne von ungefähr einer Stunde erforsche ich auf interpretative und spontane

Weise die Gegenüberstellung der Lefèbvreschen philosophischen Raumtheorie anhand eines Raumobjektes aus drei Expeditionszelten: „Mein Interesse an Raumtheorie ist stark beeinflusst vom französischen Philosophen Henri Lefèbvre und dessen Auffassung von Raum als imaginäres und materielles Konstrukt. Dies umfasst eine Vielzahl von Überschneidungen und Verbindungen, jede mit ihren übertragenen (bestimmten) Ansiedlung (Ort). Diese Beziehungen kann zusammengefasst werden in einer konzeptuellen Triade um deren Funktion und Angelegenheit (Thema) zu demonstrieren: die räumliche Praxis (physisch), die Repräsentation des Raumes (gedanklich) sowie den Räumen der Repräsentation (gesellschaftlich). Nebenher sind Raum und Zeit ineinander verknüpft und hängen voneinander ab.“ Ich versuche meinen Raum neben diesem Objekt auszuloten, zu ergründen, zu erforschen. Dabei ziehe, stosse, streichle, betaste ich das Objekt. Tanze mit ihm. Streite mit ihm; versöhne mich mit ihm. Manchmal in ganz langsamen Bewegungen, manchmal wild und exzentrisch verteidige ich meinen Raumanspruch. Manchmal schmelze ich mit dem Objekt zusammen. Ein ephemeres Spiel innerhalb der Situation im Aussenraum, im Raum, im Moment. Eine Interaktion mit den vorgegebenen räumlichen Begebenheiten des Aussen- und Innenraumes, dessen Herausforderungen und Möglichkeiten. Ein immer wieder sich Hingeben und gleich wieder Aufgeben von Besitzansprüchen und Territorien. Ein Ausloten und Abmessen, Kämpfen und Tanzen, Geben und Nehmen auf visuelle, interpretative, spontane Weise. Nicht die Art und Weise, wie wir auf Raum reagieren ist geometrisch, die Art und Weise in der wir abstrahieren, hingegen schon. Eine Gegenüberstellung zwischen unserer Vorstellung von Raum - abstrakt, gedanklich und geometrisch - und unserer Wahrnehmung von Raum - konkret, materiell und körperlich. Letztgenanntes nimmt als Ausgangspunkt den Körper, welchen Lefèbrve innerhalb des Diskurses über die Macht des Raumes als Ort des Widerstandes ansieht.

 

SERVICE

K∞p e.V.

Drächslstraße 5

81541 München

isarsprudel@muenchen-mail.de

In Kooperation mit:

i-camp/neues theater münchen

Entenbachstr. 37, 81541 München

Tel: +49 / 89 / 65 00 00

info@i-camp.de

Leitung: Theaterverein München e.V., vertreten durch Robert Hofmann, Manfred Killer, Rudolf Pöller

 

Karten:

Eine Reservierung ist nicht erforderlich, der Zutritt zu den Performances (22./23.8., Isar) und zum Roundtable (24.8., i-camp) ist kostenfrei.

i-camp/neues theater münchen ist eine Infrastrukturmaßnahme der Landeshauptstadt München und wird aus Mitteln des Kulturreferats München gefördert.

News und Informationen zum i-camp/neues theater münchen

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