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TANZTHEATER/ JAPAN-BENEFIZ: Shinsai - Shattering gods von Etsuko Imai (Konzept) und Otone Sato (Regie) in München

Premiere: 23. März 2012, 20:30 Uhr, i-camp/neues theater münchen, Entenbachstr. 37. -----

Zum Gedenken an den ersten Jahrestag der Katastrophe in Japan, die sich am 11. März 2011 ereignete, bringt das in München lebende, japanisch-stämmige Künstlerkollektiv um Regisseurin Otone Sato den Abend „Shinsai – Shattering Gods“ zur Aufführung.

Darin beschäftigen sich die Künstler mit den katastrophenbedingten Veränderungen von Geist und Seele der Menschen in Japan. Das Stück arbeitet mit Tanz, Schauspiel und Texten auf Deutsch und Japanisch.

 

Die japanische Tänzerin Mariko Yamada, die aus der 2011 von Erdbeben und Tsunami betroffenen Region stammt, stellt die einzigartige kulturelle Seite Japans tänzerisch dar. Mittels der japanischen Ästhetik und Tradition wird diese Seite des Landes präsentiert.

 

Durch die japanische Schauspielerin Masako Ogura und den japanischen Hip-Hop Tänzer Masahiro Nagano wird der geistige, seelische und emotionale Zustand der Menschen vor, während und nach der Katastrophe vom 11. März 2011 in deutscher und japanischer Sprache umgesetzt.

 

11. MÄRZ 2011, 14:46 JST (06:46 CET) – TOHOKU ERDBEBEN 2011

14:45-46 Fall der Gezeitenströmung, beobachtet an den nahesten Häfen des

Erdbebenzentrums: 10-20cm

14:49 Tsunami-Prognose: 6m in Miyagi, 3m in Iwate und Fukushima Präfektur

14:50 Erster beobachteter Tsunami: 50cm

15:01 Erster beobachteter Tsunami am Hafen von Miyako: 1.42m

15:18 Tsunami beobachtet am Ofunato Hafen: über 8.0m

15:21 Tsunami beobachtet am Kamaishi Hafen: über 4.2m

15:26 Tsunami beobachtet am Miyako Hafen: über 8.5m

15:30 Tsunami-Prognose: 10m in der Chiba Präfektur, Kujukurihama / Sotobou

15:51 Tsunami beobachtet am Soma-Hafen: 9.3m

nach 15:51 Keine Übertragung der beobachteten Daten waren nunmehr möglich

Die National Police Force (Tokyo) hat am 22. Dezember 2011 offiziell bekannt gegeben, dass 15,846

Leichen geborgen, 5,890 Verletzte in Krankenhäuser gezählt wurden und 3,469 Menschen durch die

Erdbeben und Tsunami als vermisst gelten.

 

Die Auswirkung der Erdbeben und Tsunami waren enorm und wirkten sich nicht nur auf die Menschen

in Japan aus, sondern manifestierten sich weltweit. Vor allem mit den voran schreitenden Problemen

in den AKWs in Fukushima richten gerade die europäischen Länder, speziell Deutschland, in Erinnerung an die Katastrophe von Tschernobyl, ihre Aufmerksamkeit auf das Katastrophengebiet. Hierzulande wurde die Aufmerksamkeit für die Situation noch durch das 150. Jubiläumsjahr der diplomatischen Beziehungen zwischen beiden Ländern gesteigert, welches 2011 auch in München durch diverse Veranstaltungen gefeiert wurde.

 

ÜBER „SHINSAI – 震災 – SHATTERING GODS“

Die stark der Natur verbundene japanische Tradition wird aufgebrochen durch die künstliche, technisierte Welt der Moderne, die so weit fortgeschritten ist, dass sie sich nicht mehr kontrollieren

lässt. Die Folge ist die Zerstörung der Natur und die Selbstzerstörung, Mord und Selbstmord. Der traditionelle und der moderne Bestandteil der japanischen Kultur bewegt und entwickelt sich

gleichermaßen im Geiste der Japaner.

 

Der Konflikt allerdings zwischen dem Irrglauben an die Sicherheit, die vor und während der Erdbeben und Tsunamikatastrophe und der Havarie im AKW Fukushima-Daichii propagiert und auch geglaubt

wurde, und der eingetretenen Realität, die keinen Glauben und kein Vertrauen mehr zulässt, ist letzten

Endes unaufhaltsam. Die Mischung all dieser widersprüchlichen Aspekte wird bei „Shinsai - Shattering Gods“ gezeigt, durchzogen von der Harmonie zwischen Tanz und Schauspiel. Das Bühnengeschehen wird durch´Projektionen, Musik und Tonmaterial japanischer Künstler untermalt.

 

Das in Deutschland lebende, japanischstämmige Künstlerkollektiv beobachtete und beobachtet noch

immer die sich rasch verändernde Situation in Japan und die wachsende Depression der Menschen

vor Ort und legt in „Shinsai – 震災“ den Fokus auf die Veränderungen der Menschen vor und nach der Katastrophe. Sie berichten vom Chaos der Gefühle, dass Japaner vor Ort wie auch weltweit seit dem 11. März 2011 durchdringt.

Vom japanischen Staat erhalten die Menschen nur spärliche, teilweise verwirrende und irreführende

Informationen, wodurch das Vertrauen in die Regierung und Verantwortlichen angeschlagen ist.

 

„Shinsai – 震災“ bedeutet wörtlich „Erdbebenkatastrophe“. Die in „Shinsai – Shattering Gods“ verwendete Konnotation ist jedoch die des Göttermordes - einer weiteren, möglichen Bedeutung dieser Schriftzeichen. „Götter“ im Sinne von Natur und im Sinne einer Seele, die den Menschen in Japan innewohnt. „Shinsai – Shatter ing Gods“ ist eine Benefiz-Veranstaltung.

 

Die Einnahmen werden an die Hilfsorganisation ‚The Ishinomaki Disaster Recovery Assistance Council

Inc.’ gespendet, die die Einsätze von ca. 300 NGOs / NPOs in Ishinomaki / Japan koordiniert.

 

Konzept , Idee: Etsuko Imai

Regie: Otone Sato

Tanz, Choreographie: Mariko Yamada

Darsteller, Tanz: Masahiro Nagano

Darsteller: Masako Ogura

Dramaturgie: Eva Maria Reichert

Regieassistenz: Thomas Kuchlbauer

 

„Shinsai – Shattering Gods“ findet mit freundlicher Unterstützung durch

i-camp/neues theater münchen statt.

 

Weitere Vorstellungen: 24. / 25. März, jeweils 20:30 Uhr

 

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