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Theater Bielefeld: ROSEL von Harald Mueller

PREMIERE 31.10.2012, 20:00 Uhr, TAMDREI. -----

Rosel hat sich – nach über zwanzig Jahren zum ersten Mal wieder – in einem Lokal der besseren Sorte mit einer imaginären Jugendfreundin verabredet. Rosel beginnt mit großer Emphase an die vergangenen glücklichen Tage zu erinnern, als der Arzttochter eine vermeintlich rosige Zukunft bevorstand.

 

Sie nahm Geigenunterricht, war das schönste Mädchen von allen und träumte von einer erfolgreichen Karriere. Doch studieren durfte nur ihr Bruder Konrad. Rosels Vater meldete sie auf einer Hotelfachschule an, denn der Weg, der für eine Frau vorgezeichnet war, hieß ein Mann, Kinder, ein eigenes Heim. Im Hotel ließ sie sich mit einem Gast ein und wurde daraufhin sofort entlassen. Ihr Vater half ihr nicht, sie war ganz allein auf sich gestellt.

 

Als der Wein alle ist, wechseln Rosel und ihre stumme Begleiterin das Lokal. Jetzt trinkt man Whisky. Doppelte. Und nun entblättert sich die Geschichte eines Abstiegs, bewirkt durch Alkohol und Männer. Aller Schein fällt ab, und jede neue Geschichte zeigt, wie tief Rosel gestürzt ist. Die Talfahrt dieser Lebensgeschichte hat ihr Äquivalent im Sprachlichen – immer nur bergab.

 

Der Autor Harald Mueller, geboren 1934 in Memel/Ostpreußen, arbeitete als Bergmann, Hotelboy, Telefonist und Dolmetscher, bevor er 1955 seine Ausbildung zum Schauspieler begann und in München Literatur- und Theaterwissenschaft studierte. 1968 debütierte er mit Großer Wolf als Dramatiker und erhielt u. a. den Gerhart-Hauptmann-Preis. Sein Stück Totenfloß, das auch als Hörspiel und Fernsehfilm bekannt wurde, zählt zu den meistgespielten Stücken auf deutschen Bühnen und wurde in 12 Sprachen übersetzt.

 

Inszenierung Christian Schlüter

Bühne und Kostüme Jürgen Höth

Dramaturgie Viktoria Göke

 

Mit Therese Berger

 

 

 

 

 

 

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