Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
Theater Görlitz: LA TRAVIATAvon Giuseppe VerdiTheater Görlitz: LA TRAVIATAvon Giuseppe VerdiTheater Görlitz: LA...

Theater Görlitz: LA TRAVIATAvon Giuseppe Verdi

Premiere 14. Mai 2011, 19:30 Uhr Gerhart Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau, -----

Am meisten hat Verdi an Dumas‘ zeitgenössischer Pariser Geschichte der Realismus gereizt, welcher in der Oper jener Zeit höchst ungewöhnlich war. Er wusste, dass er damit eine unerhörte und provokante Neuerung vorstellte.

 

Ironischerweise wurde LA TRAVIATA in den ersten 50 Jahren nicht in zeitgenössischen Kostümen aufgeführt, so wie es Verdis Herzenswunsch war, sondern die Oper spielte aufgrund der drohenden Zensur zu Beginn des

17. Jahrhunderts. Das Geheimnis der Beliebtheit von LA TRAVIATA liegt in ihrer Frische und in der Authentizität, mit der sich die Gefühle von Violetta und Alfredo aber vor allem ihre zum Scheitern verurteilte Liebesbeziehung entfalten. Ihre Romanze bewegt sich auf der Schwelle zum Desaster und wirkt vor dem Hintergrund des drohenden Todes von Violetta noch fesselnder. Es ist eine Liebe bis zum Tode, die in einem Gesang Ausdruck findet, der mitreißender nicht sein könnte.

 

Die Edelkurtisane Violetta Valéry lernt auf einem ihrer glänzenden Feste Alfredo Germont kennen. Die von allen Männern begehrte Frau ist von den aufrichtigen Gefühlen des jungen Mannes überrascht. Zwar beschwört sie zunächst ihr Bedürfnis nach Unabhängigkeit und Vergnügen, doch schenkt sie Alfredo zum Abschied eine Kamelie und bittet ihn, wiederzukommen, sobald die Blume verblüht ist. Wenig später leben Alfredo und Violetta

zurückgezogen auf dem Land. Für den geliebten Mann hat sie ihr luxuriöses Leben in Paris aufgegeben.

 

Aber die Familie Alfredos missbilligt die unseriöse Verbindung. Schweren Herzens teilt Violetta Alfredo in einem Abschiedsbrief mit, ihn nicht mehr zu lieben und sie stürzt sich wieder in ihr früheres Leben als Halbweltdame von Paris. Die nicht überwundene Trennung von Alfredo und der aufzehrende Lebenswandel haben zu einem raschen Fortschreiten der Schwindsucht geführt, an der Violetta seit langem leidet. Bereits vom Tod gezeichnet, leidet sie einsam. Ein kurzes, glückliches Wiedersehen mit Alfredo, der mittlerweile weiß, warum Violetta ihn verlassen hat, kann den Tod nicht mehr aufhalten.

 

Libretto von Francesco Maria Piave nach dem Roman LA DAME AUX CAMÉLIAS von Alexandre Dumas

In Originalsprache mit deutschen und polnischen Übertiteln

 

Musikalische Leitung: Mark Rohde | Inszenierung: Sebastian Ritschel

Ausstattung: Heike Mirbach | Choreografie: Dan Pelleg, Marko E. Weigert

Dramaturgie: Ronny Scholz

 

Besetzung: Violetta Valéry - Antje Bitterlich | Flora Bervoix - Patricia Bänsch | Annina - Audrey Larose Zicat | Alfredo Germont - Max An | Giorgio Germont - Tim Stolte | Gastone - Egill Arni Palsson Barone Douphol - Won Jang | Marchese d'Obigny - Hans-Peter Struppe | Dottore Grenvil - Stefan Bley Giuseppe/Commissario - Keon Lee | Weiblicher Tod - Virginie Nass | Stierkämpfer - Jan Hodes Opfer - Undine Förster

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 14 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Wie absurd ist das denn?

Die Volksbühne in Berlin kommt mit einer Uraufführung namens „SMAK! SuperMacho AntiKristo“ heraus, einer „hyperhybriden Hommage an den französischen Symbolisten Alfred Jarry“ und allerlei Anderes.  

Von: Stephan Knies

Zwei Außenseiter - "I am a problem" in der Deutschen Oper am Rhein: "Carmen“ "von Roland Petit und "Baal" von Aszure Barton

Der Kontrast könnte stilistisch nicht größer sein zwischen den beiden Choreografien, die an der Deutschen Oper am Rhein in „I am problem“ zu sehen sind. Und doch haben sie etwas gemeinsam, sie zeigen…

Von: Dagmar Kurtz

Ich hoffe, es wird recht lebendig

Die Zeit spricht eigentlich für eine neue Premiere der „Hedda Gabler“: In den nunmehr bald zwei Jahren der Beschränkungen haben so viele von uns die eigenen Lebensentwürfe grundsätzlich in Frage…

Von: Stephan Knies

Ich will was bewegen! Das Stadttheater Fürth zeigt mit dem Dreifach-Monolog „Niemand wartet auf dich“ von Lot Vekemans, dass Theater relevant und nahbar ist.

Einer Schauspielerin mal in die Seele und über den Schminktisch schauen – wäre das nicht schön? Auch das ist ja eine Möglichkeit, die im Fachsprech „vierte Wand“ genannte Distanz zwischen Bühnenrampe…

Von: Stephan Knies

Gescheiterte Utopie - "La Clemenza di Tito" von Wolfgang Amadeus Mozart in der Deutschen Oper am Rhein

Lässt sich ein Staat nur mit Milde und Gnade regieren? Das klingt reichlich utopisch, und in der Inszenierung von "La Clemenza di Tito" in der Deutschen Oper am Rhein stellt Michael Schulz das auch in…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑