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Theater Osnabrück: "Das Ding" von Philipp Löhle

Premiere 9.9.2012, 19.30 Uhr, emma-theater. -----

Katrin und Thomas sind ein Paar. In ihrem eigenen Wohnzimmer zielt ein Chinese mit einer Pistole auf Thomas. Er drückt ab und die Kugel trifft Katrin mitten ins Herz, durch ihr T-Shirt hindurch. Dasselbe T-Shirt – und nicht viel mehr – trug Katrin auch als Li, der Chinese mit der Pistole, sich in sie verliebt hat.

Per Webcam hat er Katrin auf einer Live-Erotik-Seite im Internet entdeckt und ist nur für sie um die ganze Welt gereist. Die Waffe hat Li auf dem Schwarzmarkt gekauft. Und zwar von Beat, Katrins entwicklungshelfendem Exfreund, dessen Biobaumwoll-Projekt sich als Desaster für die afrikanischen Bauern entpuppt hat und der nun mit illegalem Waffenhandel den Finanzausfall der Dorfbewohner wiedergutmachen will. Die Kugel verlässt den Lauf der verbogenen Pistole und trifft Katrin, aufgehalten nur durch die überdurchschnittlich robuste Baumwollfaser aus ökologischem Anbau, die das T-Shirt zusammenhält und ihr Dasein einst auf afrikanischen Feldern begann. Das war, bevor sie in einer chinesischen Näherei zusammengewebt und als Fußballshirt an Katrins Bruder ausgegeben wurde … Es hängt alles zusammen in Philipp Löhles Globalisierungsparabel

 

Das Ding, die 2011 am Schauspielhaus Hamburg uraufgeführt wurde. Die weltweiten Vernetzungen gegenseitiger Abhängigkeiten werden von Löhle verdichtet zu einem theatralen Parforce-Ritt, der unser Verhältnis zu Moral, Ware, Globalisierung und Liebe durchleuchtet.

 

Zeitgenössische Dramatik ist weiterhin ein Schwerpunkt im Osnabrücker Schauspiel-Spielplan und mit Das Ding fiel die Wahl zum Auftakt auf ein rasantes, skurriles und verunsicherndes Stück, das 2011 uraufgeführt und 2012 mit dem Publikumspreis der Mülheimer Theatertage ausgezeichnet wurde.

 

Philipp Löhle, Jahrgang 1978, war 2008 bis 2010 Hausautor am Maxim Gorki Theater in Berlin, 2011/12 Hausautor am Nationaltheater Mannheim und ist seit dieser Spielzeit als Hausautor am Staatstheater Mainz engagiert. In Das Ding verdichtet Löhle die globalen Vernetzungen, die heute die Welt bestimmen, zu einem theatralen Parforce-Ritt, der unser Verhältnis zu Moral, Ware, Globalisierung und Liebe durchleuchtet.

 

Aufgrund einer Erkrankung der ursprünglich vorgesehenen Regisseurin Katja Lillih Leinenweber hat Annette Pullen noch vor den Spielzeitferien die künstlerische Leitung der Produktion übernommen.

 

Inszenierung Annette Pullen

Bühne/Kostüme Katja Bathon

Dramaturgie Maria Schneider

 

Fernao de Magalhaes, genannt Magellan / Thomas Friege / Ding Jacques Freyber

König Manoel I., genannt El Fortunado / Li / Siwa / Ding Thomas Kienast

Kathrin Friege, geb. Dräger / Ding Stephanie Schadeweg

Patrick Dräger / Ding Marcus Hering

Beat / Wang / Journalisten / Ding Martin Schwartengräber

Fela Greta Kemper / Josefine Lehan

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