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theaterperipherie Frankfurt am Main verlässt sankt peter, zwei neue Produktionen

6. und 7 Mai 2011 im TITANIA, Basaltstraße 23. -----

 

Am 26. Januar 2008 stellte sich theaterperipherie in der Jugendkulturkirche sankt peter mit der Eröffnungspremiere „Ehrensache“ von Lutz Hübner dem Frankfurter Publikum vor.

 

Das war der Beginn einer dreijährigen Erfolgsgeschichte. Am 14. April 2011 hat theaterperipherie mit dem Doppelabend: Illegal: „Warten auf Godot“/“Die im Dunkeln“ die letzte Vorstellung in sankt peter gespielt. Wir bedauern diesen Schritt, aber er war unumgänglich geworden, weil die inhaltlichen Vorstellungen und Ziele von sankt peter und theaterperipherie nicht mehr miteinander vereinbar waren.

 

Neuer Spielort ist das TITANIA, die Spielstätte des Freien SchauspielEnsembles. Dort sind wir bereits seit Februar 2011 zu Gast mit dem Dauerbrenner „Ehrensache“. Bereits im Mai folgen neue Produktionen: Die Gerechten (von Albert Camus, Regie: Ute Bansemir, Premiere: 6. Mai 2011) und Stunde der Wahrheit (von und mit Hadi Khanjanpour, 7. Mai 2011).

 

Die Gerechten

von Albert Camus

Regie: Ute Bansemir

Premiere: 06. Mai 2011 19.30 Uhr, im TITANIA, Basaltstraße 23

 

In Die Gerechten erschafft Albert Camus Figuren, die eine unglaubliche Sehnsucht in sich tragen, nicht mehr zu debattieren, nicht mehr zu zögern, nichts mehr zu relativieren, keine Angst mehr zu haben oder falsche Rücksicht zu nehmen. Sie wollen eine Entscheidung mit allen Konsequenzen treffen, ohne Rückversicherung. Heute liegt der Reiz von Die Gerechten in dieser historischen Differenz: Der terroristische Wille zum „Alles oder Nichts“ entfaltet seine Kraft gerade angesichts einer Momentaufnahme, nach der jede herbeigesehnte Zukunft zu zerfließen droht. Was ist, wenn ein paar Jugendliche mit einer Welt, die sich im allgemeinen Konsens von Kompromiss zu Kompromiss hangelt, die undurchsichtige Entscheidungen im demokratischen Kostüm fällt, nichts mehr anfangen kann, nichts mehr zu tun haben will? In Die Gerechten verstummt ihr Schrei nicht, sondern steigert sich ins Absolute.

 

Sie sind jung, sie sind entschlossen – und sie wissen: gemeinsam werden sie bedeutsam sein, sie werden Spuren hinterlassen, sie werden für eine bessere, nein, eine gerechtere Welt kämpfen!

Diese Terroristen üben so in ihrer Absolutheit und Hybris eine seltsame Art von Bewunderung und Faszination aus.

 

Bühne, Licht: Jonathan Rosenbauer, Kostüme, Ausstattung: Katja Quinkler

Ensemble: Lars Becker, Hadi El-Harake, Iulius Niculita, Ewgenija Weiß, NN.

Von besonderem Interesse könnte die Tatsache sein, dass „Die Gerechten“ seit 11.04.2011 auch im Schauspiel Frankfurt zu sehen ist. Auch dort inszeniert von einer jungen Regisseurin.

 

Weitere Termine jeweils 19.30 Uhr:

Freitag, 6.5. Donnerstag, 12.5.

Freitag, 13.5. Mittwoch, 25.5.

Donnerstag, 26.5. Mittwoch 8.6.

Donnerstag 9.6. Wiederaufnahme: voraussichtlich September 2011

 

Stunde der Wahrheit

Text, Regie und mit Hadi Khanjanpour

07. Mai 2011 19.30 Uhr, im TITANIA, Basaltstraße 23

 

Was macht ein Schauspieler, wenn man ihm die Aufgabe gibt: Du hast 75 Minuten Zeit, hast nur ein Requisit, eine Lichtstimmung, deinen Körper, deine Stimme, deine Phantasie, und: darfst nur von dir erzählen. Hadi Khanjanpour - Ensemblemitglied seit 2008 - schöpft aus seinem noch jungen, aber schon bewegten Leben. Es führte ihn aus seiner Heimat - dem Iran - nach Deutschland. Der banale Alltag und die große Tragödie sind die Stationen dieses Lebens. Humor, Spiellust, und Phantasie von Hadi Khanjanpour geben diesem Abend Heiterkeit und Melancholie. Ein Stück Kreide und ein Schauspieler verwandeln die Bühne zur großen Welt.

 

 

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