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Tiroler Landestheater Innsbruck: "Heldenplatz" von Thomas Bernhard

Premiere am Samstag, 2. Oktober 2010, 19.30 Uhr, Großes Haus

 

Unter den Jubelrufen der anwesenden Wiener verkündet Adolf Hitler am 15. März 1938 auf dem Heldenplatz den „Anschluss“ Österreichs an Deutschland.

50 Jahre später richtet die Erinnerung daran Frau Professor Schuster noch immer nervlich zu Grunde. Tag für Tag hört sie den Heldenplatz-Jubel, wird regelrecht davon verfolgt. Denn ausgerechnet eine Wohnung mit Blick auf

den Heldenplatz hat ihr Mann nach seiner Rückkehr aus dem Exil in Oxford mit seiner Familie bezogen. Ein großer Fehler. Wie überhaupt die ganze Rückkehr nach Österreich ein großer Fehler war. Denn wirklich wohlgefühlt haben sich die Juden Schuster nie wieder dort. Jetzt ist Professor Schuster das geistige und politische Klima in Österreich gänzlich unerträglich geworden und er plant seine Rückkehr nach Oxford. Freilich wissend, dass er dort nie wieder wirklich eine Heimat finden kann. Sein einziger Ausweg aus dem Dilemma: Der Selbstmord.

 

Nach seinem Begräbnis beginnt das Stück. Die Hausangestellten, die Familie und die Freunde der Familie sinnieren über die Gründe von Professor Schusters Tod. Und diese Gründe nun, die Bernhard wie immer schonungslos und im unverkennbaren Stil seiner präzisen Übertreibung vor dem Publikum ausbreitet, haben 1988 eine Welle der Entrüstung – wohlgemerkt schon vor der Uraufführung am Burgtheater – entfacht. Denn Bernhards Stück rührte offensichtlich genau in der Wunde, die unausgesprochen als nicht anzutasten galt. Und heute, über 20 Jahre danach? Hat sich etwas verändert? In der Politik? Im Publikum?

 

Inszenierung: Klaus Rohrmoser

Ausstattung: Maria Frenzel

Die in Berlin lebende Kostüm- und Bühnenbildnerin absolvierte ihr Studium an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf. 1992-95 Ausstattungsleiterin des Rheinischen Landestheaters Neuss; seither freiberufliche Arbeiten u.a. für das Volkstheater München, die Tiroler Volksschauspiele Telfs, das Staatstheater Hannover, die Neue Bühne Senftenberg und die Münchner Musik Biennale. Am

TLT entwarf Maria Frenzel bereits Bühne und Kostüme für Figaro läßt sich scheiden und Maria Stuart.

 

Mit:

Robert Schuster …………… Gerd Rigauer

Anna …………………………..Judith Keller

Olga ………………………... Janine Wegener

Lukas ………………………. Thomas Lackner

Hedwig ………………………..Eleonore Bürcher

Professor Liebig ………….. Walter Sachers

Frau Liebig ………………… Christine Kössler

Herr Landauer ………………. Hans-Jürgen Bertram

Frau Zittel ……………………. Johanna Lindinger

Herta ………………………. Elli Wissmüller

 

Weitere Vorstellungen:

Oktober: 7., 9., 13., 14., 24., 29.

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