Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
Uraufführung: "Baroque" von Lies Pauwels im Schauspielhaus Bochum Uraufführung: "Baroque" von Lies Pauwels im Schauspielhaus Bochum Uraufführung: "Baroque"...

Uraufführung: "Baroque" von Lies Pauwels im Schauspielhaus Bochum

Premere Sa.14.05.2022, 19:30 Uhr

Wie fühlt es sich an, das Gewicht dieser Welt zu tragen? Eine Gruppe aus Mitgliedern des Bochumer Ensembles sowie gecasteten Performer*innen stellt sich mit ihren Körpern und ihren Gefühlen der Schaulust des Publikums. Sie wollen mehr gesehen werden, mehr sein, mehr zeigen. Manchmal auch am liebsten verschwinden. Wir blicken von 2022 aus auf den Barock und durch ihn hindurch auf die Zukunft.

 

Copyright: Fred Debrock

Politische Umschwünge, andauernde Kriege, ökonomische Krisen, Seuchen, existenzielle Ängste, Endzeitstimmung, Unterwerfung der Natur, Fortschrittsglaube und Fortschrittsfurcht. Klingt das nach 16. und 17. Jahrhundert, auch bekannt als Zeit des Barock, oder nach jetzt? Leben wir nicht gerade in der Verschwendung – von Ressourcen und Konsumgütern – und stehen doch mit der Welt am Abgrund? Die Zeiten berühren sich, stellen einander in Frage, verschmelzen.

Es gab Zeiten, da war ein dicker Körper ein Symbol für Wohlstand, Erfolg und Macht. Es gab Zeiten, in denen Regieren bedeutete, eine Show zu veranstalten. Es gab Zeiten, da gab es den Begriff Depression noch nicht mal, und trotzdem war den Menschen die Welt bereits zu viel. Wird es Zeiten geben, in denen wir die Welt vor uns selbst gerettet haben werden?

Baroque – das ist Lebenslust, Fülle, Verausgabung. Eine Zeit der Paradoxe: Weltsucht und Weltflucht. Glaube und Zweifel. Lust an der Verschwendung und Angst vor der Leere.

Mit dieser Inszenierung kehrt die belgische Regisseurin Lies Pauwels nach ihrem Überraschungserfolg Der Hamiltonkomplex in der Spielzeit 2018/2019 ans Schauspielhaus Bochum zurück. In Anlehnung an eine Epoche, deren Merkmale sie bezeichnend für eine Beschäftigung mit unserer heutigen Zeit findet, tragt die Aufführung den Titel Baroque. Lies Pauwels ist berühmt dafür, wie sie in ihren unvergleichlichen Stücken nicht-professionelle Darsteller* innen und Schauspieler*innen auf der Bühne zusammenbringt. Mit ihrem intensiven – durchaus auch barocken – Bildertheater, ihren selbstverfassten Texten und hochemotionalen Soundtracks aus Pop und Klassik lenkt sie unseren Blick auf eine außergewöhnliche Weise auf aktuelle gesellschaftliche Themen.

Konzept, Text, Regie: Lies Pauwels

Mit: Mourad Baaiz, Kathrin Brüggemann, William Cooper, Eva-Maria Diers, Ann Göbel, Karolin Jörig, Mercy Dorcas Otieno, Jasmin Schafrina, Jing Xiang

So.15.05.
17:00 — 19:00
Fr.20.05.
19:30 — 21:30
Di.24.05.
19:30 — 21:30
10-Euro-Tag
So.05.06.
19:00 — 21:00
+ Einführung 18:30
Mo.06.06.
17:00 — 19:00    

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 11 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Wie absurd ist das denn?

Die Volksbühne in Berlin kommt mit einer Uraufführung namens „SMAK! SuperMacho AntiKristo“ heraus, einer „hyperhybriden Hommage an den französischen Symbolisten Alfred Jarry“ und allerlei Anderes.  

Von: Stephan Knies

Zwei Außenseiter - "I am a problem" in der Deutschen Oper am Rhein: "Carmen“ "von Roland Petit und "Baal" von Aszure Barton

Der Kontrast könnte stilistisch nicht größer sein zwischen den beiden Choreografien, die an der Deutschen Oper am Rhein in „I am problem“ zu sehen sind. Und doch haben sie etwas gemeinsam, sie zeigen…

Von: Dagmar Kurtz

Ich hoffe, es wird recht lebendig

Die Zeit spricht eigentlich für eine neue Premiere der „Hedda Gabler“: In den nunmehr bald zwei Jahren der Beschränkungen haben so viele von uns die eigenen Lebensentwürfe grundsätzlich in Frage…

Von: Stephan Knies

Ich will was bewegen! Das Stadttheater Fürth zeigt mit dem Dreifach-Monolog „Niemand wartet auf dich“ von Lot Vekemans, dass Theater relevant und nahbar ist.

Einer Schauspielerin mal in die Seele und über den Schminktisch schauen – wäre das nicht schön? Auch das ist ja eine Möglichkeit, die im Fachsprech „vierte Wand“ genannte Distanz zwischen Bühnenrampe…

Von: Stephan Knies

Gescheiterte Utopie - "La Clemenza di Tito" von Wolfgang Amadeus Mozart in der Deutschen Oper am Rhein

Lässt sich ein Staat nur mit Milde und Gnade regieren? Das klingt reichlich utopisch, und in der Inszenierung von "La Clemenza di Tito" in der Deutschen Oper am Rhein stellt Michael Schulz das auch in…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑