HomeBeiträge
Uraufführung: »freiheit.pro« von Hansjörg Thurn am Staatstheater Augsburg Uraufführung: »freiheit.pro« von Hansjörg Thurn am Staatstheater Augsburg Uraufführung:...

Uraufführung: »freiheit.pro« von Hansjörg Thurn am Staatstheater Augsburg

Premiere Samstag, den 22. November 2019 um 19:30 Uhr in der brechtbühne im Gaswerk

Der 17jährige Leo Schneider lebt sein ganz eigenes Leben. Die meiste Zeit verbringt er im Internet. Seine Eltern haben es aufgegeben zu verstehen, was er dort macht. Die Familie hat sich arrangiert, man lasse sich eben gegenseitig seine »Freiheit«, so die Mutter, eine angesehene Stadträtin. Dass ihr Sohn seit längerer Zeit die gleichaltrige Emmy Olitzki stalkt und deren Leben unter dem Pseudonym »Kitty Diablo« auf seiner gleichnamigen Website dokumentiert, wird den Eltern erst bewusst, als Emmy verschwunden ist und sie sich in einem Verhörraum wiederfinden, wo sie sich den drängenden Fragen nach dem »Wie konnte es soweit kommen« stellen müssen.

 

Copyright: Jan-Pieter Fuhr

Die vermisste Emmy sitzt seit einigen Jahren im Rollstuhl. Warum sie das tut, konnten auch die besten Ärzte nicht herausfinden. Ihr alleinerziehender Vater hat genug damit zu tun, die Familie über die Runden zu bringen. Die Tochter erreicht er schon länger nicht mehr. Emmy hat bereits mehrfach versucht, ihr Leben zu beenden. Eines Tages hatte Leo sie dabei heimlich gefilmt und die Aufnahmen zum Anlass genommen, für Emmy die Website »Kitty Diablo« zu bauen und sie – ohne deren Wissen – zum Internet-Star zu machen.

Mehmet Durgun, ebenfalls 17 Jahre alt, war der erste Follower von Leos Website. Inzwischen begleitet er sein Idol Leo bei dessen Stalker-Streifzügen auf der Suche nach neuen Inhalten für die wachsende am Schicksal von »Kitty Diablo« anteilnehmende Netzgemeinde.
Eines Tages will es das Schicksal, dass sich die Wege der drei auf dramatische Art kreuzen. Es beginnt eine existentielle Tour de Force dreier junger Menschen, die nicht nur die Suche nach dem finalen Kapitel im Leben von „Kitty Diablo« eint, sondern auch die Suche und die Sehnsucht nach Anerkennung und (körperlicher) Nähe.

Der u. a. für den Grimme-Preis nominierten Fernsehregisseur und Drehbuchautor Hansjörg Thurn hat mit »freiheit.pro« sein erstes Theaterstück geschrieben. Darin verhandelt er so spannungsgeladen wie ein Thriller ein drängendes Problem unserer Zeit, nämlich das Verhältnis einer sich von ihren Eltern unverstanden fühlenden Generation, deren Lebensfluchtperspektiven sich nicht selten zwischen Depression einerseits und der Sucht nach medialer Selbstinszenierung andererseits bewegen.

Ab 16 Jahren

    Inszenierung Achim Conrad
    Bühne & Kostüme Raissa Kankelfitz
    Musik Stefan Bohne
    Dramaturgie Lutz Keßler

    Leo Schneider, 17 Julius Kuhn
    Emmy Olitzki, 17 Marlene Hoffmann
    Mehmet Durgun, 17 Baris Kirat
    Conny Schneider, Leos Mutter Natalie Hünig
    Bernd Schneider, Leos Vater Sebastian Müller-Stahl
    Jürgen Olitzki, Emmys Vater Kai Windhövel

Mit Einführung um 19:00 Uhr im Foyer
Der Autor Hansjörg Thurn wird bei der Premiere anwesend sein.

Weitere Termine
Do 28.11.2019 19:30 | brechtbühne im Gaswerk
So 15.12.2019 18:00 | brechtbühne im Gaswerk
Sa 18.1.2020 19:30 | brechtbühne im Gaswerk
Do 13.2.2020 19:30 | brechtbühne im Gaswerk
Sa 14.3.2020 19:30 | brechtbühne im Gaswerk
Do 2.4.2020 19:30 | brechtbühne im Gaswerk
Sa 18.4.2020 19:30 | brechtbühne im Gaswerk
Jeweils mit Einführung 30 Minuten vor Beginn.
Karten sind beim Besucherservice des Staatstheater Augsburg erhältlich.

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 15 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Der Überfall

Gerade ist man noch fröhlich herumgehopst, da, eine heftige Attacke, und schon streckt es einen nieder. Ein Virus oder ein Bakterium hat seinen Weg in den Körper gefunden. Nun werden alle Kräfte…

Seelenlandschaften

Stockfinstere Nacht, das Meer mit hohen, sich türmenden Wellen, der Wind tost, Paare am Strand. Die „Sinfonia da Requiem“ op. 20 von Benjamin Britten setzt ein. Sie ist die musikalische Grundlage von…

Wir müssen‘s wohl leiden

Wie die ursprünglichen revolutionären Ansprüche nach Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, die die Abschaffung der Sklaverei, die Gleichberechtigung der Frauen, die Entmachtung des Adels beinhaltet,…

Von: Dagmar Kurtz

Selbsterkundung

Zusammengekauert und regungslos verharren drei Frauen auf der Bühne. Drei Frauen mit runden Spiegeln, die das Gesicht verdecken, aber nichts widerspiegeln, nichts durchscheinen lassen. Sie erinnern an…

Von: Dagmar Kurtz

Geld regiert die Welt

Biblische Stoffe als Grundlage für eine Oper hatten es nicht nur um 1870 schwer, überhaupt aufgeführt zu werden, sondern scheinen auch heute das Publikum nicht allzu sehr zu reizen, wenn man die…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

Folgen Sie uns auf:

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

 

Hintergrundbild der Seite
Top ↑