Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
Uraufführung: „Schleifpunkt“ von Maria Ursprung im Schauspielhaus GrazUraufführung: „Schleifpunkt“ von Maria Ursprung im Schauspielhaus GrazUraufführung:...

Uraufführung: „Schleifpunkt“ von Maria Ursprung im Schauspielhaus Graz

Premiere Samstag, den 7. November 2020, um 20.00 Uhr in HAUS ZWEI

Ein kurzer Moment des Abgelenktseins, und die Fahrlehrerin Renate hat mit ihrem Privatauto auf einer Landstraße eine Frau angefahren. Doch anstatt den Unfall zu melden, vertuscht sie ihn, packt die Verletzte ins Auto und bringt sie zu sich nachhause. Warum sie das tut, weiß sie selbst nicht so recht, aber vieles in ihrem Leben scheint gerade in Auflösung oder im Ungefähren: die nicht zustande kommende Liebesbeziehung zum örtlichen Polizisten, der ihre Nähe sucht; die Abnabelung von ihrer erwachsenen Tochter, die zu einer Forschungsreise in die Antarktis aufbrechen will und die sie nur schweren Herzens gehen lassen kann; ihr Beruf, der auch wie aus einer anderen Zeit zu sein scheint.

 

Copyright: Karelly Lamprecht

Als das Unfallopfer am nächsten Morgen aufwacht, ist jedenfalls unklar, ob es Erinnerungen an den nächtlichen Unfall hat oder nicht. Die Frau scheint gesund und bei Sinnen, aber gehen will sie auch nicht. Und Renate, die die Schuld schwer auf sich lasten spürt, lässt es zu, dass die Fremde sich bei ihr einnistet, ihre Tochter für sich einnimmt und ihr ganzes emotionales Leben unterminiert.

„Schleifpunkt“ ist ein atmosphärisch dichtes Stück der leisen (Zwischen-)Töne, das sensible Porträt einer Frau am Scheideweg. Geschrieben wurde es von der Schweizer Autorin Maria Ursprung im Rahmen der Werkstatt für szenisches Schreiben Dramenprozessor 2018/19 in Zürich. Marie Bues, die u. a. Co-Leiterin des Theaters Rampe in Stuttgart ist und sich vor allem mit zeitgenössischen Stücken als Regisseurin einen Namen gemacht hat, inszeniert das Kammerspiel. Das Stück wurde für die Lange Nacht der Autor_innen in Berlin als eines von drei Stücken aus mehr als 100 Einsendungen von einer dreiköpfigen Jury – Thea Dorn, Nina Hoss und David Tushingham – ausgewählt. Es sollte in der Grazer Inszenierung im Juni 2020 bei den Autorentheatertagen in den Kammerspielen des Deutschen Theaters Berlin zur Uraufführung kommen und feiert seine Premiere nun am Schauspielhaus Graz.

Regie    Marie Bues
Bühne & Kostüme    Indra Nauck
Musik    Kat Kaufmann
Dramaturgie    Franziska Betz, Karla Mäder
    
Mit:    
Renate    Birte Leest
Polizei    Nico Link
Sie    Sarah Sophia Meyer
Kind, erwachsen    Maximiliane Haß
Fahrschüler*in (A, B, S)    Alina Haushammer
    Fredrik Jan Hofmann
    Clemens Maria Riegler
 
Koproduktion mit dem Deutschen Theater Berlin

Weitere bereits disponierte Vorstellungen am 26. November, 20.00 Uhr, HAUS ZWEI, sowie im Dezember

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 12 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Ich will was bewegen! Das Stadttheater Fürth zeigt mit dem Dreifach-Monolog „Niemand wartet auf dich“ von Lot Vekemans, dass Theater relevant und nahbar ist.

Einer Schauspielerin mal in die Seele und über den Schminktisch schauen – wäre das nicht schön? Auch das ist ja eine Möglichkeit, die im Fachsprech „vierte Wand“ genannte Distanz zwischen Bühnenrampe…

Von: Stephan Knies

Gescheiterte Utopie - "La Clemenza di Tito" von Wolfgang Amadeus Mozart in der Deutschen Oper am Rhein

Lässt sich ein Staat nur mit Milde und Gnade regieren? Das klingt reichlich utopisch, und in der Inszenierung von "La Clemenza di Tito" in der Deutschen Oper am Rhein stellt Michael Schulz das auch in…

Von: Dagmar Kurtz

Gefühl in Tönen - Familienkonzert „Beethovens Donnerwetter“ im Konzerthaus Heidenheim

Nach einer Tour durch elf Schulen im Landkreis Heidenheim fand das Projekt „Beethovens Donnerwetter“ mit dem Familienkonzert im dortigen Konzerthaus seinen krönenden Abschluss. Die Produktion der…

Von: Silke von Fürich

Im Weihnachtswunderland - "Der Nussknacker" von Demis Volpi und weiteren Choreograph*innen in der deutschen Oper am Rhein

Heiliger Abend in einer großbürgerlichen Familie: Kinder spielen in einem Zimmer Gummitwist. Hinter der Tür zum Wohnzimmer tut sich was. Durch die Milchglasscheibe sieht man, wie ein Weihnachtsbaum…

Von: Dagmar Kurtz

Ausbruch mit Jacke - Gelungener Saisonstart im Theater Pfütze in Nürnberg mit Christina Gegenbauers Dramatisierung „Ich bin Vincent und ich habe keine Angst“

Wenn es während der Vorstellung unwichtig wird, für welche Zielgruppe eine Theaterproduktion gemacht wurde, ist das immer ein gutes Zeichen. Mit „Ich bin Vincent und ich habe keine Angst“ nach dem…

Von: Stephan Knies

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑