Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
Uraufführung bei der RuhrTriennale: „Courasche oder Gott lass nach“Uraufführung bei der RuhrTriennale: „Courasche oder Gott lass nach“Uraufführung bei der...

Uraufführung bei der RuhrTriennale: „Courasche oder Gott lass nach“

Von Wilhelm Genazino nach Jakob Christoph von Grimmelshausen

Premiere am 2. Oktober, 20.00 Uhr, Gebläsehalle im Landschaftspark Duisburg-Nord.

 

Sie ist vermutlich eine der ersten Prostituierten, mit denen sich die Weltliteratur beschäftigt hat.

Große Popularität erhielt sie zwar erst im vergangenen Jahrhundert, mitten in einem großen Krieg, doch die Courasche ist nicht erst seit Bertolt Brechts Mutter Courage eine Ikone. Bis heute bewundern wir ihre Bauernschläue, ihren Mut und ihr Draufgängertum. Obwohl sie als Marketenderin während des Dreißigjährigen Krieges fast immer in Lebensgefahr schwebte, gelang ihr doch ein lustbetontes Leben. Als Landstörzerin, Pferdehändlerin und Liebesdienerin machte sie gute Gewinne. Ihre Gerissenheit ließ sie dem Krieg ebenbürtig werden.

 

Als eine der ersten Frauen erkannte sie den prinzipiellen gesellschaftlichen Unterschied zwischen Mann und Frau überhaupt: Ein Mann darf seinen Vorteil suchen, eine Frau muss auf ihren Vorteil warten. Dass sie immer wieder (mit Erfolg) versucht hat, dieses Prinzip auf den Kopf zu stellen, macht aus ihr bis heute eine moderne Frau. Deswegen sehen wir die Courasche in dem Stück von Wilhelm Genazino auch als Reisende durch die Altersstationen ihres Lebens.

 

Vorlage zu Genazinos Courasche ist die Erzählung Trutz Simplex Oder ... Lebensbeschreibung der Ertzbetrügerin und Landstörtzerin Courasche von Jakob Christoph von Grimmelshausen (1670), die auch Bertolt Brecht zur Grundlage seines Dramas (Uraufführung 1941 in Zürich) machte.

 

Ein Auftragswerk der RuhrTriennale.

 

Regie:

STEPHANIE MOHR

Musikalische Einstudierung:

Walter Zeh

Bühne, Kostüme:

ANDREA UHMANN

Video-Installation:

NIVES WIDAUER

 

Mit:

JULISCHKA EICHEL, BARBARA NÜSSE, ANNA FRANZISKA SRNA, DANIEL ROHR, Vokal-Ensemble des Philharmonia Chors Wien

 

Veranstaltungen:

3., 5., 6., 8., 9., 10. Oktober

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 9 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Liebesbande

Hinter tropischen Blumen befindet sich ein luxuriöses Anwesen mit Stahlträgern in offener Bauweise im Stil von Mies van der Rohes Barcelona Pavillon. Die Einrichtung ist im angesagten Midcentury…

Von: Dagmar Kurtz

Ein Hauch von Sehnsucht

Raimund Hoghes letztes Stück „Lettere amoroso“ handelte von Flucht und den sehnsuchtsvollen Briefen, die die Geflohenen schrieben. So weckt das Wort „Vietnam“ im Titel des neuen Stückes "Postcards…

Von: Dagmar Kurtz

Liebe in Zeiten des Krieges

In Großbritannien findet ein Bürgerkrieg statt: die Puritaner unter Oliver Cromwell kämpfen gegen die katholischen Royalisten. Das private Glück ist in Gefahr.  

Von: Dagmar Kurtz

Der Überfall

Gerade ist man noch fröhlich herumgehopst, da, eine heftige Attacke, und schon streckt es einen nieder. Ein Virus oder ein Bakterium hat seinen Weg in den Körper gefunden. Nun werden alle Kräfte…

Wir müssen‘s wohl leiden

Wie die ursprünglichen revolutionären Ansprüche nach Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, die die Abschaffung der Sklaverei, die Gleichberechtigung der Frauen, die Entmachtung des Adels beinhaltet,…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

Folgen Sie uns auf:

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑