Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
URAUFFÜHRUNG: DAS LEBEN IST KEIN FAHRRAD von Biljana Srbljanović, Schauspielhaus Bochum URAUFFÜHRUNG: DAS LEBEN IST KEIN FAHRRAD von Biljana Srbljanović,...URAUFFÜHRUNG: DAS LEBEN...

URAUFFÜHRUNG: DAS LEBEN IST KEIN FAHRRAD von Biljana Srbljanović, Schauspielhaus Bochum

Premiere am 3. Dezember 2011, 19:30 Uhr, in den Kammerspielen. -----

„Du findest dich im Leben überhaupt nicht zurecht.“ Dieser Satz ihres Vaters klingt Nadezda noch lange im Ohr. Sogar nachdem er längst tot ist. Überhaupt: Es sind die Väter, die das neue Stück von Biljana Srbljanovic bestimmen.

 

Die anwesenden ebenso wie die abwesenden. Da ist zum einen Nadezda, die ihren Vater ins Krankenhaus bringt, weil er krank ist, obwohl er sich stur dagegen wehrt. War er nicht immer gesund? Was soll er dann in einem Krankenhaus? Eine Auseinandersetzung zwischen Tochter und Vater folgt: kämpferisch, persönlich und zutiefst berührend. Aber auch die anderen Figuren von Biljana Srbljanovic arbeiten sich an ihren Vätern ab: Kindchen wartet, eigentlich immer schon, auf den Vater, der niemals auftaucht, und findet in Ropac Ersatz – und vielleicht sogar so etwas wie Liebe. Und Aleksa, der Arzt aus dem Krankenhaus, lebt wieder bei seiner Mutter. Mit fünfzig. Auch hier ein Vater, der fehlt. Und eine Mutter, die auch das noch mit übernimmt. In einem Reigen hängen sie alle miteinander zusammen. Sie begegnen einander, obwohl sie sich eigentlich nicht kennen. Zufällig und in starken persönlichen Szenen. Und sie wissen doch nicht, wie sehr sie tatsächlich miteinander verbunden sind.

 

Die serbische Autorin Biljana Srbljanovic gehört zu den wichtigsten Stimmen der europäischen Gegenwartsdramatik. Ihr neues Stück hat sie für den Regisseur Anselm Weber und sein Bochumer Ensemble ge­schrieben. Ein Stück über Menschen am Rande Europas, deren Wege sich kreuzen, eine Suche nach Identität und ein Abschied von den Vätern: den eigenen und den abwesenden. Berührend, komisch, politisch und bisweilen grotesk. Begleitet mit Musik von den Kapelskys.

 

Regie: Anselm Weber / Bühne: Raimund Bauer / Kostüme: Meentje Nielsen / Musik: Kapelsky / Dramaturgie: Thomas Laue

 

Mit: Andreas Grothgar, Jürgen Hartmann, Dieter Hufschmidt, Kristina-Maria Peters, Henrik Schubert, Xenia Snagowski, Anke Zillich

 

Die nächsten Vorstellungen: 6.12., 11.12., 28.12.

 

 

 

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 10 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Liebesbande

Hinter tropischen Blumen befindet sich ein luxuriöses Anwesen mit Stahlträgern in offener Bauweise im Stil von Mies van der Rohes Barcelona Pavillon. Die Einrichtung ist im angesagten Midcentury…

Von: Dagmar Kurtz

Ein Hauch von Sehnsucht

Raimund Hoghes letztes Stück „Lettere amoroso“ handelte von Flucht und den sehnsuchtsvollen Briefen, die die Geflohenen schrieben. So weckt das Wort „Vietnam“ im Titel des neuen Stückes "Postcards…

Von: Dagmar Kurtz

Liebe in Zeiten des Krieges

In Großbritannien findet ein Bürgerkrieg statt: die Puritaner unter Oliver Cromwell kämpfen gegen die katholischen Royalisten. Das private Glück ist in Gefahr.  

Von: Dagmar Kurtz

Der Überfall

Gerade ist man noch fröhlich herumgehopst, da, eine heftige Attacke, und schon streckt es einen nieder. Ein Virus oder ein Bakterium hat seinen Weg in den Körper gefunden. Nun werden alle Kräfte…

Wir müssen‘s wohl leiden

Wie die ursprünglichen revolutionären Ansprüche nach Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, die die Abschaffung der Sklaverei, die Gleichberechtigung der Frauen, die Entmachtung des Adels beinhaltet,…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

Folgen Sie uns auf:

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑