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Uraufführung: „Das vierte Reich“ von Neil LaBute - Deutsches Nationaltheater Weimar

Weimarer Premiere des Monologs mit anschließendem Publikumsgespräch mit Dr. Matthias Quent am 3.10.2017, 20.00 Uhr in der Studiobühne. -----

Wie so oft in seinen Stücken spielt der renommierte US-amerikanische Autor und Filmregisseur auch in diesem Text mit ethischen, ideologischen und weltanschaulichen Grundsätzen, die er auf den Kopf stellt und damit Irritation erzeugt.

 

 

Lächelnd breitet sein Protagonist, ein heutiger Durchschnittsamerikaner, seine Ansichten aus und verwickelt die Zuhörer subtil in seine Gedanken, die um DIE Unperson des 20. Jahrhunderts kreisen: Adolf Hitler. Ihm soll, seiner Meinung nach, endlich Gerechtigkeit widerfahren, denn schließlich war nicht alles, was er gedacht und getan hat, schlecht. In aller Offenheit plädiert er für dessen Rehabilitation, hebt ihn als Künstler, als enttäuschten Idealisten, als Menschen hervor. Dabei macht der Mann keinen Hehl aus seiner Faszination für Hitler und fordert, dass man schon genauer hinschauen müsse, um die Wahrheit über ihn herauszufinden...

 

Die Inszenierung von Swaantje Lena Kleff entstand als Koproduktion mit dem TAK Theater Liechtenstein, wo das Auftragswerk Mitte September zur Uraufführung kam.

 

Regisseurin Swaantje Lena Kleff hat den Monolog mit DNT-Schauspieler Sebastian Nakajew erarbeitet. Ohne zusätzliche Mittel, ganz auf sich gestellt, konfrontiert er das Publikum mit der verstörenden Weltsicht und den provokanten Behauptungen dieses Wolfs im Schafpelz, die zur Überprüfung des eigenen Standpunkts herausfordern.

 

„Ein böses, heimtückisches Stück, das in knapp dreissig Minuten entlarvt, wie repräsentative Teile der gutbürgerlichen Mitte über die Jahre hin widerwärtige, menschenverachtende Haltungen wohnzimmerfähig gemacht haben. (…) Eine bitterböse, kluge Inszenierung, die manchen, der am Ende Beifall klatschte, im Nachhinein mit der Frage konfrontiert, warum er nicht widersprochen habe.“ schreibt der Rezensent der Uraufführung im Liechtensteiner Volksblatt vom 17.9.2017.

 

Im Anschluss an die ca. halbstündige Aufführung in der Studiobühne findet ein Publikumsgespräch mit dem Soziologen und Rechtsextremismusforscher Dr. Matthias Quent statt, der seit 2016 das Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft in Jena leitet. Neben zahlreichen Publikationen und Vorträgen zum Themenkomplex Rechtsextremismus kommt Matthias Quent als Experte auch in diversen Medien zu Wort, so z.B. im ZDF Heute Journal, Huffington Post, MDR Aktuell, ARD Fakt, ARD Brennpunkt, Süddeutsche Zeitung.

 

Regie Swaantje Lena Kleff

Bühne und Kostüme Andrea Wöllner

Dramaturgie Lisa Evers

 

Mit Sebastian Nakajew

 

Weitere Termine: 1.11. und 7.12. als Doppelvorstellung mit „Melken“ von Jörn Klare, weitere in Planung

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