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Uraufführung: DER BOXER von Felix Mitterer, Frei nach dem Schicksal des Sinto-Boxers Johann "Rukeli" Trollmann, Theater in der Josefstadt Wien

Premiere 29. Jänner 2015, 19.30 Uhr. -----

Felix Mitterer widmet sich in seinem neuen Stück für die Josefstadt einem zeitpolitisch spannenden Thema, das für die Bühne noch unentdeckt ist. Im Juni 1933 kommt es beim Boxkampf um den deutschen Meistertitel im Halbschwergewicht zum Eklat.

Johann "Rukeli" Trollmann, der einer Sinti-Familie entstammt, punktet mit seinem schnellen, für damalige Zeiten ungewöhnlichen Boxstil in jeder Runde. Doch die Jury betrachtet die Leistungen der Kämpfer als ungenügend und weigert sich den Kampf zu werten: Der Boxstil des Zigeuners entspreche nicht dem deutschen Faustkampf.

 

Nur aufgrund massiver Proteste der Zuschauer wird Rukeli Trollmann schließlich doch zum Deutschen Meister ernannt, kurz darauf wird ihm der Titel "wegen schlechten Boxens" wieder aberkannt. Rukelis vielversprechende Boxkarriere ist unter dem nationalsozialistischen Regime jäh zu Ende, mit blankem Zynismus erinnert man sich ihrer. Im KZ wird Rukeli gezwungen, für die SS gegen andere Häftlinge zu boxen. Wer verliert, stirbt. Rukeli stirbt im Jahr 1944.

 

In „Der Boxer“ setzt sich Mitterer erneut anhand eines bewegenden, eines fast vergessenen Einzelschicksals mit der Geschichte des Nationalsozialismus auseinander.Felix Mitterer hat die wahre Geschichte des einer Sinti-Familie entstammenden deutschen Box-Meisters im Halbschwergewicht Johann „Rukeli“ Trollmann zum Inhalt seines neuen Stückes gewählt. Rukelis Leidensweg steht dabei stellvertretend für den so vieler Roma und Sinti, die dem Nationalsozialismus zum Opfer fielen. Dazu Felix Mitterer: "Der Boxer erinnert an die ermordeten Sinti und Roma und gibt ihnen und uns einen Helden, der sich von den Nazis niemals unterkriegen ließ, auch wenn sie ihn am Ende töteten. Rukeli lebt."

 

Nach „Jägerstätter“ schrieb Mitterer damit ein weiteres Stück für Hauptdarsteller und Nestroy-Preisträger Gregor Bloéb. Nestroy-Preisträgerin Stephanie Mohr zeichnet wie schon bei „Jägerstätter“ für die Inszenierung verantwortlich. Mit Raphael von Bargen, Hilde Dalik, Dominic Oley u.a.

 

Regie: Stephanie Mohr;

Bühne: Florian Parbs;

Kostüme: Nicole von Graevenitz;

Musikalische Leitung: Stefan Lasko

 

Mit

Gregor Bloéb (Johann „Rukeli“ Trollmann, Sinto, Boxer), Raphael von Bargen (Reinhard Wolf, Boxer, später SS Obersturmbannführer und Lagerkommandant), Hilde Dalik (Olga Bilda, deutsche Frau von Rukeli), Michael König (Vater Wilhelm „Schnipplo“), Elfriede Schüsseleder (Mutter Friederike „Pessi“), Ljubiša Lupo Grujčić (Bruder Wilhelm „Carlo“/Kid Francis), Matthias Franz Stein (Bruder Heinrich „Stabeli“), Peter Scholz (Heinz Harms, Polizist bei der „Zigeunerzentrale“ in Hannover), Dominic Oley (Dr. Robert Ritter, Leiter der Rassenhygienischen Forschungsstelle), Martin Niedermair (Sprecher/ein SS-Mann)

 

Vorstellungstermine

2., 3., 4., 12., 14., 15. (15h u. 19.30h), 19., 20., 23., 24., 25. Februar

 

 

 

 

 

 

 

 

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