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URAUFFÜHRUNG: DER GOALIE BIN IG von Pedro Lenz, Theater Bern

Premiere Sa 15. Dezember 2012, Vidmar 2. -----

So richtig viel Glück hat er nicht gehabt im Leben, der Goalie. In diesem seinem einzigen Leben, dessen erste 33 Jahre er in einem Nest namens Schummertau verbracht hat. Hier ist die soziale Kontrolle stark, der Drogenkonsum hoch und der Arm des Gesetzes lang.

Dabei war er doch wirklich nur ein kleiner Fisch, nicht gerade ein «Grämmlidealer», aber eben doch auch nicht viel mehr. Ein Tiefschlag im Leben des Junkies war diese Geschichte mit der Tasche eines Arabers oder Franzosen. Leicht verdientes Geld: Für «föif Ameisenote» hatte er den für seinen Kumpel Ueli irgendwo im Jura abgeholt. Dummerweise vergass der Franzose oder Araber jedoch in Goalies Kofferraum eine Tasche voller Stoff, und dummerweise hat Goalie später dann so getan, als ob er nicht wüsste, wo die Tasche ist.

 

Ein Jahr später war das alles Schnee von gestern, die Strafe abgesessen, die Rechnung beglichen, Goalie wagte einen Neuanfang. Er fand eine Wohnung (über Beziehungen) und sogar einen Job (über Beziehungen). Und als die schöne Regula, Bedienung im seiner Stammbeiz Maison, um die er

ausdauernd, aber bislang vergeblich und teilweise ehrlich gesagt auch ziemlich dämlich geworben hatte, einwilligte, mit ihm nach Spanien in die Ferien zu fahren, war das Glück fast schon zum Greifen nahe. Aber wie so oft schlug das Schicksal Goalie ein Schnippchen, und wieder mal wurde er in Dinge verwickelt, mit denen er weder etwas zu tun hatte noch haben wollte …

 

Laut Aristoteles ist das Kennzeichen einer wahren Tragödie das unverdiente Leiden eines Menschen. Nun gut, ganz unverdient leidet Goalie nicht, aber doch ziemlich unverdient. Und wie der Held einer griechischen Tragödie verzweifelt, zürnt und hadert er, kämpft, strauchelt – und fällt am Ende doch. Das

heldenhaft-schlitzohrige, naiv-geschäftstüchtige Stehaufmännchen Goalie ist eine weitere der Figuren des Berner Mundartdichters Pedro Lenz, der einen gewitzten, rundsympathischen und dennoch gefährdeten Menschen zeichnet und ihm eine markante, wortreiche Stimme verleiht.

 

Pedro Lenz, geboren 1965 in Langenthal (Kanton Bern, Schweiz), studiert einige Semester Spanische Literatur an der Uni Bern. Seit 2001 ist er vollzeitlich Schriftsteller. Lenz lebt in Olten als Dichter, Schriftsteller und schreibt als Kolumnist für verschiedene Zeitungen und Zeitschriften (zurzeit: NZZ, WoZ). Als Autor ist er Mitglied des Bühnenprojekts „HOHE STIRNEN“ und der Spoken-

Word-Gruppe „Bern ist überall“. Er hat Texte für verschiedene Theatergruppen und für Schweizer Radio DRS verfasst. Lenz war 2007-2010 Mitglied des Teams der „Morgengeschichte” von Radio DRS1. 2008 nahm Pedro Lenz an den Klagenfurter Literaturtagen teil.

 

Regie Till Wyler von Ballmoos

Ausstattung Evi Bauer

Video Patrick Durst

 

Goalie Jonathan Loosli

 

Weitere Vorstellungen: 19. Dez. 2012 | 15. Jan. | 02., 20. Feb. | 05., 26. Mär. | 13.

 

 

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