Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
Uraufführung: "Die Marx-Saga" nach dem Roman von Juan Goytisolo im Thalia Theater HamburgUraufführung: "Die Marx-Saga" nach dem Roman von Juan Goytisolo im Thalia...Uraufführung: "Die...

Uraufführung: "Die Marx-Saga" nach dem Roman von Juan Goytisolo im Thalia Theater Hamburg

Premieream 31. Oktober 2009 um 20 Uhr im Thalia Theater

B-Premiere am 1. November um 19 Uhr im Thalia Theater.

 

Er ist schon wieder vorbei, der kleine „Marx-Boom“, den die internationale Finanzkrise vor wenigen Monaten auslöste.

Kein Wunder, denn die Theorien des deutschen Philosophen werden spätestens seit Mitte der 1990er Jahre als derart obsolet wahrgenommen, dass selbst vollständig kollabierende Geldmärkte keinen Anlass für eine substantielle Renaissance zu bieten scheinen. Man fragt sich, wie Karl Marx selbst wohl reagieren würde, wenn er in diesen Tagen auf die Folgenlosigkeit seines Lebenswerkes blicken könnte? Erstaunlich gelassen. Dies zumindest behauptet der spanische Schriftsteller Juan Goytisolo, der in seinem Roman „Die Marx-Saga“ alle historischen Realitäten aufhebt und den Autor des „Kapitals“ im Kreise seiner Familie vor den Fernseher setzt.

 

Dort muss er mit ansehen, wie entkräftete Flüchtlinge auf iberischen Sandstränden landen und nur von einem einzigen Gedanken beseelt sind: Endlich vollwertiges Mitglied der westlichen Kapitalismusgesellschaft zu sein! Während Marx die Fernsehbilder elegant zu übersehen versucht, wird viele Kilometer entfernt ein Journalist mit der Aufgabe betreut, das ultimative Buch über Karl Marx zu schreiben. Einen Bestseller, den die Welt noch nicht gesehen hat. Der Journalist zögert keine Sekunde und macht sich auf, dem großen Denker persönlich zu begegnen. Als Marx darum bittet, sich mit ihm an seinem Grab auf dem Londoner Friedhof zu treffen, geraten alle linearen Zeitvorstellungen endgültig ausser Kontrolle. Ein Besteller wird sie wohl nicht werden, diese „Marx-Saga“, sondern das überraschende Dokument eines real exisitierenden Familientreffens der dritten Art.

 

Regie Christiane Pohle

Bühne Annette Kurz

Kostüme Sarah Schittek

Musik Jürg Kienberger

Dramaturgie Malte Ubenauf

 

Ensemble Bruno Cathomas, Christina Geiße, Lisa Hagmeister, Franziska Hartmann, Jürg Kienberger, Josef Ostendorf, Nadia Schönfeldt, Oda Thormeyer, Tilo Werner

 

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 10 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Liebesbande

Hinter tropischen Blumen befindet sich ein luxuriöses Anwesen mit Stahlträgern in offener Bauweise im Stil von Mies van der Rohes Barcelona Pavillon. Die Einrichtung ist im angesagten Midcentury…

Von: Dagmar Kurtz

Ein Hauch von Sehnsucht

Raimund Hoghes letztes Stück „Lettere amoroso“ handelte von Flucht und den sehnsuchtsvollen Briefen, die die Geflohenen schrieben. So weckt das Wort „Vietnam“ im Titel des neuen Stückes "Postcards…

Von: Dagmar Kurtz

Liebe in Zeiten des Krieges

In Großbritannien findet ein Bürgerkrieg statt: die Puritaner unter Oliver Cromwell kämpfen gegen die katholischen Royalisten. Das private Glück ist in Gefahr.  

Von: Dagmar Kurtz

Der Überfall

Gerade ist man noch fröhlich herumgehopst, da, eine heftige Attacke, und schon streckt es einen nieder. Ein Virus oder ein Bakterium hat seinen Weg in den Körper gefunden. Nun werden alle Kräfte…

Wir müssen‘s wohl leiden

Wie die ursprünglichen revolutionären Ansprüche nach Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, die die Abschaffung der Sklaverei, die Gleichberechtigung der Frauen, die Entmachtung des Adels beinhaltet,…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

Folgen Sie uns auf:

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑