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Uraufführung: "Hacking Wagner" bei den Münchner Opernfestspielen

Premiere am Freitag, 27. Juli 2012, 20.00 Uhr, Haus der Kunst, Westflügel. -----

Die israelische Choreographin Saar Magal setzt sich in einer Performance mit der nicht existierenden Rezeption Richard Wagners in ihrer Heimat auseinander.

Das Werk von Richard Wagner gilt vielen Israelis bis heute als nicht gesellschaftsfähig. Sein antisemitisches Gedankengut und der Gebrauch von Wagners Musik während des Nationalsozialismus führten dazu, dass der Komponist und seine Werke bis heute in Israel einem gesellschaftlichen Bann unterliegen und vereinzelte Aufführungen seiner Musik seit Jahrzehnten Skandale und Debatten auslösen. Eine Auseinandersetzung mit Wagners Kunst gibt es somit in Israel nicht.

 

Eben dieser Tatsache widmet sich nun die israelische Choreographin Saar Magal, selbst Enkelin von Holocaust-Überlebenden. In ihrem Performanceprojekt Hacking Wagner, das bei den Münchner Opernfestspielen 2012 uraufgeführt wird, bringt sie diese Debatte auf die Bühne. Ohne auf vorgefasste Meinungen oder tradierte Interpretationsmuster zurückzugreifen nähert sie sich Richard Wagner und seinem Ring des Nibelungen quasi von Null.

 

„Das Hacken ist keine Opposition um ihrer selbst willen. Es ist der Anspruch auf ein Recht, für sich selbst herauszufinden, was diese Leerstelle bedeutet: dieses eklatante ‚Nichtvorhandensein‘ von Wagner in unserer Kultur; genauso wie die beinahe Heiligsprechung Wagners in der deutschen Kultur“, so die Choreographin über das Projekt.

 

Die Fragen „Was ist Wagner?“ und „Wer ist Wagner?“ bilden den Ausgangspunkt von Saar Magals Recherche. Sieben Tänzer aus Israel, Deutschland und Schweden, der visuelle Künstler Amit Drori, der Komponist Moritz Gagern und der Videokünstler Benjamin Krieg nähern sich dem Thema jeweils mit ihrer individuellen Persönlichkeit. Die in einem mehrmonatigen Probenprozess gemeinsam entwickelte Performance setzt sich mit verschiedenen Wagner-Klischees auseinander, die sich in den unterschiedlichen Kulturen herausgebildet haben. Der Ort der Aufführung, der erste nationalsozialistische Monumentalbau, der von zahlreichen Industriellen der Zeit ermöglicht wurde, spielt dabei eine wesentliche Rolle.

 

Hacking Wagner ist Teil des Rund um den Ring-Programms bei den Münchner Opernfestspielen. Diese stehen 2012 im Zeichen Richard Wagners und präsentieren neben der kompletten Ring-Tetralogie auch zahlreiche Begleitveranstaltungen zu Leben und Werk des Komponisten. Premiere von Hacking Wagner ist am 27. Juli im Westflügel im Haus der Kunst.

 

Konzept und Choreographie Saar Magal

Raum und Objekte Amit Drori

Komposition Moritz Gagern

Video Benjamin Krieg

Kostüme Claudia Gall

Licht Michael Bauer

Dramaturgie Olaf A. Schmitt

 

Mit Ulrike Etzold, Lee Meir, Zufit Simon, Eva Svaneblom; Dor Mamalia, Andreas Merk

 

Fr 27.07.2012, 20.00 Uhr

Sa 28.07.2012, 20.00 Uhr

So 29.07.2012, 20.00 Uhr

Haus der Kunst, Westflügel

 

Karten: 0049 - (0)89 - 21 85 19 20

 

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