Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
Uraufführung: "Jugendbildnis" von Katharina Schmitt, Thalia Theater HamburgUraufführung: "Jugendbildnis" von Katharina Schmitt, Thalia Theater HamburgUraufführung:...

Uraufführung: "Jugendbildnis" von Katharina Schmitt, Thalia Theater Hamburg

Premiere am 18. Februar um 20 Uhr im Thalia in der Gaußstraße (Garage). -----

Woran macht sich Jugend fest, woran Erinnerung? Eine Jugendliche, genannt „die Person“, ist nicht mehr da. Doch von ihrer Abwesenheit erzählen jetzt ihre verlassenen Gegenstände: Fundstücke, Erinnerungen, Alltagsgegenstände wie Fotografien, ein Handschuh oder ein Schlüssel.

Jetzt werden diese Objekte von einer Forschergruppe zu einer Sammlung zusammengeführt, um mit dem Publikum die Person zu rekonstruieren. Doch das Jugendbildnis, das sich aus den Reminiszenzen ergibt, ist disparat und widersprüchlich. Aber erzählen Objekte überhaupt etwas über eine Person oder nicht viel mehr etwas über den Sammler? Wie lässt sich ein Mensch aus der Erinnerung beschreiben und ab wann beginnen Bilder Geschichten zu erzählen?

 

„Das Kind im Wagen eines Karussel / Das Kind ist 11 Jahre alt / Sein Geschlecht ist schwer auszumachen / Es sieht aus wie ein Jung ./ Es sieht aus wie ein Mädchen, das aussieht wie ein Jung ./ Es sitzt in einem Karussell und es lacht nicht / Sehen Sie / Erinnern Sie sich an dieses Bild / Erinnern Sie sich. Sie müssen sich beeilen, Sie müssen sich mehr Mühe geben / Bitte strengen Sie sich mehr an / Die Gegenstände werden langsam kalt."

 

„Jugenbildnis“ ist ein Theatertext, den die Autorin Katharina Schmitt im Auftrag des Thalia Theaters

geschrieben hat. Begleitet wurde dieser Prozess von der Schreibwerkstatt „Das Fremde in mir“, in der sich Hamburger Schüler mit ihrer Lebenswirklichkeit auseinander gesetzt haben. Katharina Schmitt, geboren 1979 in Bremen, studierte Schauspielregie in Prag und arbeitet als Autorin und Regisseurin in Tschechien und Deutschland. Für ihr Stück „Knock Out“ wurde sie mit dem Lenz-Preis der Stadt Jena ausgezeichnet. Ihr Stück „Im Pelz“ entstand als Auftragswerk für das Schauspiel Leipzig und wurde dort im Herbst 2009 mit großem Erfolg uraufgeführt. 2011 produzierte Deutschlandradio zwei ihrer Stücke als Hörspiel.

 

Inszeniert wird diese Uraufführung von Benedikt Haubrich, der Schauspielregie am Max-Reinhardt- Seminar Wien studierte und erste Engagements an der Berliner Schaubühne fand. Hier inszenierte er unter anderem „Speeddating“, „Tommy“ von Thor Bjørn Krebs und „Kein Abschied, niemals!“ von Falk Richter. Haubrich ist Mitbegründer von „BRAND e.V. – Verein für theatrale Feldforschung“. Außerdem arbeitet er auch als Theaterautor. Seine Stücke „Kaltes Land Heißes Land Heiliges Land“ (2009) und „Das Maß der Verlässlichkeit“ (2011) wurden am Staatstheater Kassel jeweils in der Regie von Patrick Schlösser uraufgeführt. Am Luzerner Theater kam 2011 „Stromabwärts“ in der Regie von Sara Barosco zur Uraufführung. Im Thalia Theater hat er bereits in der Spielzeit 2009/2010 in der Theaterbar Zentrale „Jackie. Ein Prinzessinendrama“ von Elfriede Jelinek inszeniert.

 

Ab Klasse 9

 

Regie Benedikt Haubrich

Ausstattung Christoph Rufer

Dramaturgie Annika Stadler

 

Ensemble Lisa Hagmeister, Nadja Schönfeldt, André Szymanski

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 14 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

„GESCHÖPFE“ von Ben J. Riepe im Tanzhaus NRW in Düsseldorf

Auf der dunklen Bühne stehen Bäume und Sträucher in Kübeln, die als erstes von einem Performer verrückt werden. An der rechten Bühnenseite finden sich aufgehäuft Körperteile von Schaufensterpuppen,…

Von: Dagmar Kurtz

Ein stilles Solo

Ein Wesen in silbern schimmerndem, folienartigem Gewand, der ganze Körper von Kopf bis Fuß verhüllt, bewegt sich aus dem Dunkel auf die Bühne. Es herrscht Stille und das Wesen erkundet langsam, fast…

Von: Dagmar Kurtz

"A First Date, Episode 1" in der Deutschen Oper am Rhein

Ein bisschen aufregend ist es schon: das erste Date. Vorfreude und Unsicherheit mischen sich mit unspezifischen Erwartungen. Wird es gut ablaufen? Folgen Erleichterung oder Enttäuschung?  

Von: Dagmar Kurtz

Liebesbande

Hinter tropischen Blumen befindet sich ein luxuriöses Anwesen mit Stahlträgern in offener Bauweise im Stil von Mies van der Rohes Barcelona Pavillon. Die Einrichtung ist im angesagten Midcentury…

Von: Dagmar Kurtz

Ein Hauch von Sehnsucht

Raimund Hoghes letztes Stück „Lettere amoroso“ handelte von Flucht und den sehnsuchtsvollen Briefen, die die Geflohenen schrieben. So weckt das Wort „Vietnam“ im Titel des neuen Stückes "Postcards…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑