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Uraufführung: "Was es bedeutet baden zu gehen" von Bastian Sistig im Schauspielhaus Wien

Premiere: 14. November 2014. -----

Die Versuchsanordnung ist klassisch: Zwei befreundete Paare aus dem Milieu des urbanen gebildeten

Mittelstandes – ein Sozialanthropologe, eine Volkswirtin, eine Museumspädagogin und ein

Werbedesigner – treffen einander nach längerer Zeit zu einem gemeinsamen Abendessen.

Die Beziehungen der vier zueinander spiegeln ein überaus komplexes Geflecht wider; die anfänglich

kultivierte Fassade, die elegante, mit Witz und Ironie geführte Konversation werden schnell zum Einsturz gebracht. Sichtbar werden die fragilen Lebenskonzepte einer Gesellschaft, der alles zu jeder Zeit verfügbar und möglich scheint – eine Welt zwischen Individualitätsriten, Globalisierungsprozessen,

Adoptionsverfahren, neuem Biedermeier, konventionellem Familienmodell, ruralen Rückzugsfantasien,

ökonomischer und ökologischer Ressourcenvergeudung, Markt und Risikoveranlagung, Geld und Geist,

Kapital und Krise. Eine Zimmerschlacht in neuem Gewand, die in der Tradition von August Strindberg,

Edward Albee und Yasmina Reza Geschlechter- und Sozialverhältnisse pointiert auslotet.

 

Bastian Sistig

geboren 1990 in Berlin. Nach dem Abitur u.a. Assistent beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Studium der Philosophie und Judaistik, seit 2013 Theaterregiestudium an der HfMDK Frankfurt. Stücke: u.a. Sag

mir wer ich bin und ich sag dir wie ich heiße (UA 2011 in eigener Regie, Theater Verlängertes Wohnzimmer Berlin), Auf den Scheiterhaufen mit der Theorie (UA 2013 in eigener Regie, Theater

Verlängertes Wohnzimmer Berlin), Gestern ging‘s mir gut, Die Klospülung der Gefühle und Letzter Halt

Hoffnung. Außerdem Arbeit an Kurzfilmen und Videoarbeiten, u.a. im Performancekollektiv plakomantik

eintausend. Am Schauspielhaus Wien nahm er 2012 am Autorenprojekt stück/für/stück teil und gewann mit Was es bedeutet baden zu gehen den Publikumspreis.

 

Sebastian Schug

geboren 1979 in Leverkusen. Regiestudium an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch Berlin. 2006 erhielt er den Kurt-Hübner-Förderpreis für junge Regisseure der Deutschen Akademie der darstellenden Künste. Inszenierungen: u.a. am Nationaltheater Weimar, Staatsschauspiel Dresden,

Theater Bremen, Nationaltheater Mannheim, Staatstheater Kassel, schauspiel hannover, Badischen

Staatstheater Karlsruhe und Theater und Philharmonischen Orchester der Stadt Heidelberg (von 2007

bis 2010 als Hausregisseur). Am Schauspielhaus Wien inszenierte er wohnen. unter glas (UA 2008)

von Ewald Palmetshofer, Invasion! (ÖEA 2009) von Jonas Hassen Khemiri, Die Überflüssigen (ÖEA

2010) von Philipp Löhle; herzwurst. immer alles eine tochter von Ewald Palmetshofer, Mauerschau von

Clemens J. Setz und Amy von Claudius Lünstedt (alle UA 2010 im Rahmen der Serie Die X Gebote)

sowie Eine amerikanische Nacht – Auszüge aus vier aktuellen US-Theaterstücken (szenische Einrichtung

2013) und Ich bin wie ihr, ich liebe Äpfel (ÖEA 2014) von Theresia Walser

 

Mit

Steffen Höld Karsten, Dozent für Sozialanthropologie

Barbara Horvath Franziska, Museumspädagogin

Myriam Schröder Marianne, Volkswirtin

Simon Zagermann David, Werbedesigner

 

Regie + Bühne Sebastian Schug

Kostüme Anna Panzenberger

 

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