Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
Uraufführung, zeitoper X: DIE GEISTERINSEL Von Ming Tsao, Staatsoper StuttgartUraufführung, zeitoper X: DIE GEISTERINSEL Von Ming Tsao, Staatsoper StuttgartUraufführung, zeitoper...

Uraufführung, zeitoper X: DIE GEISTERINSEL Von Ming Tsao, Staatsoper Stuttgart

02.05.2011 | Württembergische Landesbibliothek. ------

 

nach J. R. Zumsteegs gleichnamigem Singspiel und Texten von

William Shakespeare, Friedrich Wilhelm Gotter, William Stratchey und Arthur Golding

 

Aus den Quartheften Shakespeares über die freie Übersetzung Friedrich Wilhelm Gotters und der Vertonung des Stuttgarter Hofkomponisten Johann Rudolf Zumsteeg erfährt der Sturm- und Geisterinselstoff in einer Neukomposition eine moderne Lektüre. Der zeitgenössische Komponist Ming Tsao schafft eine neue, nicht selten „konkrete“ Komposition, die, einer Überschreibung gleich, immer wieder den Bezug zur tonalen Ästhetik Zumsteegs herstellt.

 

Der Spielort des Lesesaals dieser Bibliothek dient dabei als akustisches Archiv, in dem die dort abgelegten Noten und Texte über eine musikalisch-

szenische Arbeit neu intoniert werden.

 

Die musikalische Besetzung umfasst ein Instrumentalensemble mit Holz- und Blechbläsern, einem großes Spektrum an Schlagzeuginstrumenten, Gitarren, Klavier, Glockenspiel und Streichinstrumente. Die Personen Prospero, Miranda und Ferdinand werden mit Sängern, Caliban dagegen mit zwei Sprechern besetzt. Diese unterstreichen nicht nur die Zweisprachigkeit, sondern auch die Ambivalenz der Figur des Caliban, der einerseits zivilisiert, andererseits aber eine wilde Kreatur ist.

 

Der bei Zumsteeg schon existierende Geister-Chor unterstreicht dies rhythmisch wie sängerisch im Sinne eines zu beschwörenden Rituals. Die 13 Szenen werden allesamt im Lesesaal gespielt.

 

Ming Tsao wurde 1966 in Berkeley, Kalifornien, geboren. Er studierte Komposition am Berklee College of Music, an der Columbia University (bei Mario Davidovsky) sowie bei Chaya Czernowin an der University of California, San Diego. Während er an der Columbia University auch Musikethnologie belegte, erhielt er 2000 zudem einen Abschluss in Mathematik an der San Francisco State University, wo er seine Arbeit zur mathematischen Musiktheorie verfasste und veröffentlichte. Ming Tsao ist auch Autor von Aufsätzen zur musikalischen Komposition und Theorie, die z.B. in der Zeitschrift Musik & Ästhetik veröffentlicht wurden. Zu seinen Werken gehören: Not reconciled für Ensemble (2002/03), The book of virtual Transcriptions für Ensemble (2004/05), One-way Street (2006), das Streichquartett Pathology of Syntax (2006/07) und “Uncover“ (2008) für Ensemble. Er lebt und arbeitet in Berlin. Die zeitoper Die Geisterinsel ist sein erstes Musiktheaterstück in Deutschland.

 

Musikalische Leitung Stefan Schreiber

Regie Matthias Rebstock

Kostüme und Raum Sabine Hilscher

Dramaturgie Sergio Morabito und Xavier Zuber

 

BESETZUNG

Miranda Tajana Raj

Prospero Tito You

Ferdinand Daniel Kluge

Caliban Christoph Sökler, Mario Pitz

Geister-Chor

 

In Kooperation mit der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart und der Württembergischen Landesbibliothek Stuttgart

 

Weitere Termine 04.05. | 05.05. | 07.05. | 09.05. | 11.05.2011

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 12 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

„GESCHÖPFE“ von Ben J. Riepe im Tanzhaus NRW in Düsseldorf

Auf der dunklen Bühne stehen Bäume und Sträucher in Kübeln, die als erstes von einem Performer verrückt werden. An der rechten Bühnenseite finden sich aufgehäuft Körperteile von Schaufensterpuppen,…

Von: Dagmar Kurtz

Ein stilles Solo

Ein Wesen in silbern schimmerndem, folienartigem Gewand, der ganze Körper von Kopf bis Fuß verhüllt, bewegt sich aus dem Dunkel auf die Bühne. Es herrscht Stille und das Wesen erkundet langsam, fast…

Von: Dagmar Kurtz

"A First Date, Episode 1" in der Deutschen Oper am Rhein

Ein bisschen aufregend ist es schon: das erste Date. Vorfreude und Unsicherheit mischen sich mit unspezifischen Erwartungen. Wird es gut ablaufen? Folgen Erleichterung oder Enttäuschung?  

Von: Dagmar Kurtz

Liebesbande

Hinter tropischen Blumen befindet sich ein luxuriöses Anwesen mit Stahlträgern in offener Bauweise im Stil von Mies van der Rohes Barcelona Pavillon. Die Einrichtung ist im angesagten Midcentury…

Von: Dagmar Kurtz

Ein Hauch von Sehnsucht

Raimund Hoghes letztes Stück „Lettere amoroso“ handelte von Flucht und den sehnsuchtsvollen Briefen, die die Geflohenen schrieben. So weckt das Wort „Vietnam“ im Titel des neuen Stückes "Postcards…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑