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Uraufführung: "Zerschossene Träume (AT)" von Wolfram Lotz und Martin Laberenz im Schauspiel Leipzig

Leipziger Premiere am 11. Oktober 2012, 20.00, Skala. -----

„Mein Körper ist der Ort, von dem es kein Entrinnen gibt, an den ich verdammt bin“, so Michel Foucault über die Diskrepanz zwischen ICH und Körper, die auch im Zentrum des Autor/Regisseur-Projekts von Lotz/Laberenz steht.

Es geht um die Frage nach der eigenen Identität, danach, ob das ICH nicht eine Chimäre, eine unerreichbare Utopie ist. Descartes genügte die Erkenntnis „Ich denke, also bin ich“. Dass zu diesem ICH noch ein Körper gehört, war für ihn ohne Relevanz. Erst Marx und die Materialisten behoben diesen Makel und bezogen den Menschen in seiner Ganzheit in ihre Überlegungen ein. Heute hat sich die Gewichtung zwischen ICH und Körper komplett verschoben: Der Körper, das Aussehen bestimmen über das ICH; das Denken, der Intellekt sind nur noch Beiwerk. Alter, Gestalt, Geschlecht entscheiden über Erfolg und Ansehen.

 

Bei Lotz/Laberenz sind Körper und Sexualität keine Kriterien mehr von Geschlechterzuschreibung oder Individualität. In ZERSCHOSSENE TRÄUME (AT) treiben sie die Frage nach Ich und Körper, Sexualität und Geschlecht spielerisch ins Absurde: Was bedeutet es zum Beispiel, wenn die NASA einen Schimpansen in den Weltraum schickt, ihm aber vorher Schauspielunterricht gibt, damit er dort einen Menschen lebensecht darstellen kann? Oder wenn das Hollywood-Sternchen Lindsay Lohan einen Film über ihr Leben dreht und dabei auch noch selbst die Hauptrolle spielt?

Michael Billenkamp

 

Koproduktion mit den Ruhrfestspielen Recklinghausen 2012

 

mit: Anna Blomeier/Linda Pöppel, Sarah Franke, Günther Harder, Carolin Haupt/Sarah Sandeh, Christian Kuchenbuch, Benjamin Lillie

 

Konzeption: Martin Laberenz, Wolfram Lotz

Regie: Martin Laberenz

Bühne: Oliver Helf

Kostüme: Aino Laberenz

Musik: Friederike Bernhardt

Video: Kai Schadeberg

Licht: Carsten Rüger

Dramaturgie: Michael Billenkamp

 

 

 

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