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URBÄNG! – Das Festival der Freihandelszone in Köln

6.–9. Oktober 2021 Festivalzentrum: Orangerie – Theater im Volksgarten, Köln

URBÄNG! – Das Festival für performative Künste in Köln lädt wieder dazu ein, überraschende Blicke auf gesellschaftliche Prozesse und individuelles Handeln zu werfen. Mit Tanz- und Theaterabenden, multi-medialen Performances, Konzerten und Debatten regt das Programm an zu Auseinandersetzung und Dialog in der Stadtgesellschaft.

 

Copyright: www.freihandelszone.org

Mittwoch, 6. Oktober
19.00 Uhr
Teresa Vittucci, Michael Turinsky und Claire Vivianne Sobottke: WE BODIES
WE BODIES ist eine Zusammenarbeit von Teresa Vittucci, Michael Turinsky und Claire Vivianne Sobottke. Zentrale Figur ihrer performativen Begegnung ist das Monster, kultur-historisches Phänomen, das gleich dem Wunder unsere konstruierte Idee einer natürlichen Ordnung in Frage stellt. Das Monster ist Hybrid: Weder Mann noch Frau, weder Tier noch Mensch, weder natürlich noch artifiziell. Es verkörpert Vielheit und entzieht sich so jeglicher Form der Kategorisierung. Ausgehend von den Projektionen und Phantasma, die auf ihre eigenen Körper fallen, entwickeln Claire, Teresa und Michael in WE BODIES eine Serie fragmentierter Exorzismen, in denen monströse Einschreibungen sichtbar werden und in denen zugleich eine Wiederaneignung des eigenen Körpers möglich wird.

21.00 Uhr
Konzert C.A.R. „PSYCHEDELIC KRAUTJAZZ“
C.A.R. aus Köln: Ein bisschen akustisch, ein bisschen elektronisch; auf einem Trip, aber ohne genaues Ziel; intensiv, aber nicht brutal; sphärisch, aber nicht beliebig; ausschweifend, aber doch präzise.

Donnerstag, 7. Oktober
17.00 Uhr
Kaffeeklatsch im Garten – Kultur und Mut
Ein neues Format ist in diesem Jahr das Kaffeeklatsching, das an drei Festivaltagen (Donnerstag, Freitag und Samstag) vor dem Bühnenprogramm stattfindet. Im Garten der Orangerie wird der Tisch mit selbstgebackenem Kuchen gedeckt. Wiener Kaffeehaus-Atmosphäre oder Biergarten, die Freihandelszone lädt ein zum Plausch im Grünen.

19.00 Uhr
Clara Wolfram, Sarah Grünig, Jakob Schmidt: HAUT – My Body is a stage
Eine Megaliveskulptur
Reihe 10, Platz 11. Das Licht geht aus. Gebannte Stille. Haut trifft auf Haut. Was bedeutet eigentlich Nacktheit auf der Bühne? Wie kann man in einer Welt bestehen, die nach ständiger Selbstoptimierung strebt? Wie beeinflussen die Medien unsere Körperideale? Wäre es nicht langsam an der Zeit, sich auszuziehen? Clara Wolfram, Sarah Grünig und Jakob Schmidt studieren Schauspiel an der HfS Ernst Busch in Berlin. Sie haben sich viele Stunden über Körper, Schönheitsideale, Selbstoptimierung und Scham unterhalten und untersucht, was diese Themen mit unserer Gesellschaft machen: Sie betreffen jeden Menschen, jede*r hat dazu etwas zu erzählen.

21.00 Uhr
Jan Peszek: Scenario for a non existing but possible instrumental actor
„Scenario for a non existing but possible instrumental actor“ wurde 1963 von Bogusław Schaeffer speziell für Jan Peszek geschrieben. Nach der Weltpremiere 1976 in Polen führte Jan Peszek das Stück weltweit mehr als 2000-mal vor Generationen von Zuschauenden auf. Die mittlerweile legendäre Performance gewann zahlreiche Auszeichnungen auf prestigeträchtigen Musik- und Theaterfestivals, beispielsweise in Mexico City, New York und Tokyo. „Scenario for a non existing but possible instrumental actor“ ist Jan Peszeks künstlerisches Glaubensbekenntnis und einzigartiger Beweis seiner Methodik, seiner Leidenschaft für das Schauspiel, die Kunst und die Lust am Leben – so stellt es beispielhaft den Glauben des Künstlers an die Kraft der Kunst dar.


Freitag, 8. Oktober
17.00 Uhr
Kaffeeklatsch im Garten – Kultur und Mut
Ein neues Format ist in diesem Jahr das Kaffeeklatsching, das an drei Festivaltagen (Donnerstag, Freitag und Samstag) vor dem Bühnenprogramm stattfindet. Im Garten der Orangerie wird der Tisch mit selbstgebackenem Kuchen gedeckt. Wiener Kaffeehaus-Atmosphäre oder Biergarten, die Freihandelszone lädt ein zum Plausch im Grünen.

19.00 Uhr
Oona Doherty: Hope Hunt and the Ascension into Lazarus
Ein altes Auto fährt vor, schwere clubby Beats drönen durch die Straßen der Stadt: Die nordirische Choreografin Oona Doherty seziert in ‚Hope Hunt‘ den maskulinen Kern der Arbeiterklasse von Belfast. In einem intensiven Solo konfrontiert sie uns mit männlichen Stereotypen und einem Körper, der gelenkt scheint von Erwartungen, Moralvorstellungen, sozialen und kulturellen Normen. Zwischen der Behauptung roher Männlichkeit und tiefer Verletzlichkeit geht sie den Brüchen innerhalb dieser Einschreibungen auf die Spur. Mit scharfer Körpersprache entwirft die Tänzerin Sati dabei ein komplexes Portrait von Klasse und Geschlecht.

20.00 Uhr
FEMALE GAZE?! Eine queer-feministische Zusammenkunft
Im Anschluss: Diskussion.
Cool oder billig, angeeignet oder angepasst? Fortbewegungsmittel, Musikstil oder Kleidung transportieren genauso wie Sprache oder geschlechtsspezifische Codes ein Gefühl der Zugehörigkeit, dienen aber auch der Ab- und Ausgrenzung. Ausschlüsse, Normen und Hierarchien aufgrund nicht benannter Privilegien durchziehen nach wie vor auch weiße feministische Denk- und Lebensräume. Noch immer werden durch Armut, Herkunft oder Geschlecht von Mehrfachdiskriminierung Betroffene seltener gehört, auf Zuschreibungen reduziert und nicht als komplexe Personen wahrgenommen. Wie können Sprache, Gesten und das Auftreten an sich befragt werden, um Stereotype, Zwänge und Vorurteile aufzubrechen?
Gemeinsam mit den Künstler:innen des Abends und Gästen sprechen wir im Anschluss an „Hope Hunt“ über Klasse und Männlichkeit, über Erwartungen und Sehnsüchte und darüber, wie wir uns zeigen – und für welchen Blick. Kuratiert in Zusammenarbeit mit und moderiert von Maja Zimmermann.

21.00 Uhr
NIOBE
Im Anschluss und im Rahmen von URBÄNG! ON AIR spielt die Kölner Avantgarde-Ikone NIOBE ein Konzert. Zuhause im weiten Feld fragiler, elektronischer Musik - zwischen Stockhausen und Can - verortet die Presse sie als eine Mischung aus Laurie Anderson und Beth Gibbons (Portishead).

Samstag, 9. Oktober
17.00 Uhr
Kaffeeklatsch im Garten – Kultur und Mut
Ein neues Format ist in diesem Jahr das Kaffeeklatsching, das an drei Festivaltagen (Donnerstag, Freitag und Samstag) vor dem Bühnenprogramm stattfindet. Im Garten der Orangerie wird der Tisch mit selbstgebackenem Kuchen gedeckt. Wiener Kaffeehaus-Atmosphäre oder Biergarten, die Freihandelszone lädt ein zum Plausch im Grünen.

17.00 Uhr
Regina Rossi: Punk, Beat…LOL!
Eine Pop-Up Lecture-Choreografie
Punk, Beat…LOL! ist eine Pop-Up Lecture-Choreographie für Jugendliche ab 13 Jahren. Inspiriert von der Frage, wie junge Menschen mit ihrer Wut umgehen, treffen popkulturelle und politische Bewegungen der Geschichte auf zeitgenössischen Tanz, Performance und Videokunst. Ausgehend von der Behauptung „Die Pop-Kultur ist durch Wut und um Wut herum entstanden“ erzählen die zwei Performerinnen Geschichten, klären Sachverhalte, bewegen sich mal wild und mal gar nicht, transformieren sich, und zeigen auf, wie aus Wut, Ärger und Empörung ein cooler, kreativer Akt entstehen kann.
Achtung, die Vorstellung findet in der Theaterakademie Köln statt, Sachsenring 73A, 50677 Köln (nicht im Orangerie Theater)!

19.00 Uhr
Randa Mirza & Waël Koudaih – Strangeland (Uraufführung!)
In „Strangeland“ improvisieren die Fotografin Randa Mirza und der Musiker Waël Koudaih mit sehr frühen Fotografien und Sound-Aufnahmen aus dem arabischen Raum. Sie beschwören eine schillernde Welt herauf, die unsere Zeit in Frage stellt. Strandurlaube, erstarrte Posen auf Portraits  und kleinbürgerliche Walzerabende; die fotografischen Archivalien aus der Arabischen Renaissance überlagern die musikalischen Aufnahmen der Musik des „Tarab“ aus derselben Ära. Das Publikum wird in eine chaotische Klang-Landschaft hineingezogen, die von Geistern und Schemen bewohnt wird.

20.30 Uhr
Gastmahl: URBÄNG! – für Leib und Seele!
Was vermissen Sie in den Zeiten der Pandemie am meisten? Den Macher*innen von URBÄNG! fehlt neben der Kunst und der Live-Performance vor allem das gemeinsame Essen: Mit Freund*innen.
Bei Freund*innen. Im Restaurant. Allein. Zu zweit. Zu zehnt. Deshalb steht am Schluss der diesjährigen Ausgabe des Festivals die uralte Kulturtechnik des gemeinsamen Mahls! Die Orangerie wird zur großen Tafel. Setzen Sie sich zu uns!
Nur mit Reservierung – damit wir wissen, wie viele Stühle, Teller und Gläser wir brauchen.

Täglich
URBÄNG! on air
Dank einer Zusammenarbeit mit dem erfolgreichen Kölner Internetradio 674fm präsentiert sich URBÄNG! in Zeiten von Corona on air und macht das Festival hörbar: mit Liveübertragungen aus dem Garten des Orangerie Theaters, wechselnden DJ-Sets, Gesprächen und Konzerten schnüren wir ein pralles Paket, welches an vier Tagen das Festival an jedem Ort hörbar macht.

Mittwoch
Live-Übertragung des Konzertes von C.A.R.
DJ-Set von Frank Dommert (a-musik)

Donnerstag
DJ - Set von Alice (Hallimasch Hunters)

Freitag
Live - Übertragung des Konzertes von NIOBE
DJ - Set von Olaf Karnik (Do the wrong thing)
Samstag
Bagufoshe Live Set
Ambient  - Set von Karl-Heinz Müller
Live Visuals von Uli Sigg
www.674.fm

Alle Infos: www.urbäng.de
Tickets: www.orangerie-theater.de/service/tickets/

 

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