Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
WERTHER von Jules Massenet im Luzerner TheaterWERTHER von Jules Massenet im Luzerner TheaterWERTHER von Jules...

WERTHER von Jules Massenet im Luzerner Theater

PREMIERE: 28. APRIL 2007, 20.00 UHR.

 

Johann Wolfgang von Goethe liebte, litt und lieh seine Qual schliesslich einer Romanfigur, um mit sich selbst ins Reine zu kommen. Das als Selbsttherapie verfasste Buch erlaubte endlich auch Männern Gefühle, löste eine Selbstmordwelle aus, stilisierte Werther zum Mythos des unglücklich Liebenden und inspirierte den französischen Komponisten Jules Massenet hundert Jahre später zu einer Oper:

Werther liebt Charlotte, obwohl diese mit Albert liiert ist. Die verbotene Zuneigung wächst ins Unkontrollierbare, allein Charlotte zwingt sich zur Vernunft und bittet um einen endgültigen Abschied. Unfähig diese Trennung zu ertragen, setzt Werther seinem Leben ein Ende – soweit der Inhalt in Dichtung und Musikdrama. In formaler Hinsicht jedoch geht Massenet, der Gattung Oper entsprechend, ganz eigene Wege: An die Stelle der indirekten, durch Briefe an einen Freund vermittelten Erzählung, die auf subjektive Weise inneres Erleben und äußere Naturbeschreibung in Beziehung setzt, tritt auf der Bühne die direkte, aus neutraler Perspektive dargestellte Konfrontation der Figuren. Sie avanciert zum eigentlichen Ereignis. So ergibt sich aus vier spannungsvollen Begegnungen zwischen den Liebenden ein inneres Drama, in dessen Mittelpunkt nicht Werther, sondern Charlotte mit ihrem Konflikt zwischen Liebe und sittlicher Freiheit steht.

 

Für die musikalische Umsetzung dieses psychologischen Kammerspiels, das seine Faszination aus dem Detail bezieht, verwandte Massenet ganz unterschiedliche Mittel: Einfache Liedmelodik steht neben leidenschaftlichen Ausbrüchen, raffiniert montierte Bühnenmusik fächert das Geschehen in mehrere Ebenen auf, Erinnerungs- und Leitmotive ebenso wie sinfonische Entwicklungen im Orchestersatz sorgen für ein dichtes Netz an inneren Bezügen.

 

MIT: Tanja Ariane Baumgartner, Simone Stock, Caroline Vitale; Howard Quilla Croft, Gregor Dalal, Jason Kim, Martin Nyvall, Boris Petronje

 

PRODUKTIONSTEAM: Rick Stengårds (Musikalische Leitung), Stephan Müller (Inszenierung), Esther Bialas (Bühnenbild), Mechthild Feuerstein (Kostüme), Nives Widauer (Video), Andre Grootens (Kinderchoreinstudierung), Gérard Cleven (Licht), Christian Kipper (Dramaturgie)

 

Luzerner Sinfonieorchester

Luzerner Mädchenchor – einer der Chöre der Musikschule Luzern

Statisterie des Luzerner Theaters

 

 

 

 

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 10 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Wie absurd ist das denn?

Die Volksbühne in Berlin kommt mit einer Uraufführung namens „SMAK! SuperMacho AntiKristo“ heraus, einer „hyperhybriden Hommage an den französischen Symbolisten Alfred Jarry“ und allerlei Anderes.  

Von: Stephan Knies

Zwei Außenseiter - "I am a problem" in der Deutschen Oper am Rhein: "Carmen“ "von Roland Petit und "Baal" von Aszure Barton

Der Kontrast könnte stilistisch nicht größer sein zwischen den beiden Choreografien, die an der Deutschen Oper am Rhein in „I am problem“ zu sehen sind. Und doch haben sie etwas gemeinsam, sie zeigen…

Von: Dagmar Kurtz

Ich hoffe, es wird recht lebendig

Die Zeit spricht eigentlich für eine neue Premiere der „Hedda Gabler“: In den nunmehr bald zwei Jahren der Beschränkungen haben so viele von uns die eigenen Lebensentwürfe grundsätzlich in Frage…

Von: Stephan Knies

Ich will was bewegen! Das Stadttheater Fürth zeigt mit dem Dreifach-Monolog „Niemand wartet auf dich“ von Lot Vekemans, dass Theater relevant und nahbar ist.

Einer Schauspielerin mal in die Seele und über den Schminktisch schauen – wäre das nicht schön? Auch das ist ja eine Möglichkeit, die im Fachsprech „vierte Wand“ genannte Distanz zwischen Bühnenrampe…

Von: Stephan Knies

Gescheiterte Utopie - "La Clemenza di Tito" von Wolfgang Amadeus Mozart in der Deutschen Oper am Rhein

Lässt sich ein Staat nur mit Milde und Gnade regieren? Das klingt reichlich utopisch, und in der Inszenierung von "La Clemenza di Tito" in der Deutschen Oper am Rhein stellt Michael Schulz das auch in…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑