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"Wilhelm Meister. Eine theatralische Sendung" von Ulrich Rasche nach Johann Wolfgang Goethe im Schauspiel Frankfurt

Premiere 29.08.2010, 20.00 Uhr, Bockenheimer Depot

im Rahmen der Goethe-Festwoche 2010

 

In seiner Urfassung enthüllt Goethes Theaterroman seine autobiografische Seite: Der junge Wilhelm Meister wird von einer theatralischen Vision in die Welt hinaus getrieben, um in deutschen Landen die Bühne zu erneuern.

Wo die Erzählung des Romanfragmentes abbricht, knüpft Goethes eigenes Theaterschaffen an.

 

Unerlöst bleiben der Leser und sein Held am Ende der Lektüre von »Wilhelm Meisters theatralische Sendung« (1777–1785). Die abenteuerliche Deutschlandreise des jungen Theaterfanatikers endet just an dem Punkt, an dem Wilhelm Meister zum ersten Mal irgendwo anzukommen scheint: in der Stadt H., am Theater des Direktors Serlo, der dem jungen Meister noch dazu ein Angebot macht, das dieser nicht ablehnen kann. Wie die Geschichte weitergeht, erfahren wir auch nicht aus der zehn Jahre später entstandenen Version »Wilhelm Meisters Lehrjahre«. Hier ist Meister ein ganz anderer: das jugendliche Genie ein liebenswerter Dilettant, das Sendungs-bewusstsein des Ersten – mit den Augen des Geheimen Rats gesehen – nur noch harmloser Theaterwahn. Auch die deutlich autobiografischen Bezüge hat Goethe in der Zwischenzeit ausgemerzt.

 

Eines aber bleibt bestehen: das zu Erlösende, das Ziel der theatralischen

Mission, die Vision einer »Kulturnation«. Denn dieser glaubte Goethe mit den Mitteln des Theaters in Deutschland aufhelfen zu können. Es müsste nur das richtige Theater sein. Sowohl Theater als auch Nation jedoch liegen in einem unbewussten Schlummer. Und Wilhelm Meister – der der frühen Fassung – scheint, wenn überhaupt einer, der Mann zu sein, beide zu erwecken.

 

Der Regisseur Ulrich Rasche erregt seit 2004 Aufsehen mit spektakulären

Chorprojekten, die Musik, Literatur und Choreografie zu einer Einheit formen. Auch dem »Wilhelm Meister« wird er sich mit diesen Mitteln in der großen Halle des Bockenheimer Depots nähern und über die Sendung meditieren, deren Eintreffen Goethe 1785 noch einmal verschob.

 

Regie und Bühne

Ulrich Rasche

Kostüme

Bernd Skodzig

Musik

Sir Henry

Mitarbeit Regie

Jürgen Lehmann

Dramaturgie

Andreas Erdmann

 

Besetzung

Bettina Hoppe

Joachim Nimtz

 

Sprechchor

Ana Berkenhoff

Uta Bierbaum

Maren Claus

Johannes Clauss

Andrej Falk

Sebastian Gerasch

Iris Reinhardt Hassenzahl

Daniel Heck

Marcus Hosch

Franziska Kruse

Robert Ludewig

Kornelia Lüdorff

Nici Nathan

Thomas Prazak

Lydia Schamschula

Alexander Weise

 

Gesangschor

32 Sänger der EuropaChorAkademie Bremen und Mainz

Leitung Gesangschor

Prof. Joshard Daus

 

Termine

29.08.10

30.08.10

03.09.10

04.09.10

06.09.10

09.09.10

13.09.10

16.09.10

22.09.10

23.09.10

25.09.10

26.09.10

27.09.10

28.09.10

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