Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
Wunschstück: »Vor den Vätern sterben die Söhne« von Thomas Brasch im Anhaltischen Theater DessauWunschstück: »Vor den Vätern sterben die Söhne« von Thomas Brasch im...Wunschstück: »Vor den...

Wunschstück: »Vor den Vätern sterben die Söhne« von Thomas Brasch im Anhaltischen Theater Dessau

Premiere 05.12.2013 um 20 Uhr im Alten Theater/Foyer. -----

Zum ersten Mal kommt im Alten Theater ein vom Publikum demokratisch gewähltes »Wunschstück« zur Aufführung. In öffentlichen Leseproben stellte das Schauspielensemble drei Texte vor, aus denen sich das Publikum per Wahlzettel oder Online- Abstimmung das Werk auswählen konnte, das es als Inszenierung erleben möchte.

Mit »Totentrompeten« (Einar Schleef), »Vor den Vätern sterben die Söhne« (Thomas Brasch) und »3 von 5 Millionen« (Fritz Kater) standen seit September drei Texte zur Wahl, die zwei Dinge gemeinsam haben: Zum einen beschäftigen sie sich alle mit der DDR beziehungsweise deren Untergang. Zum anderen stellen sie keine klassischen Theaterdramen mit klar verteilten Rollen und Regieanweisungen dar; ihre eigensinnige Textstruktur ruft beim Leser unweigerlich die Frage hervor: Wie soll dieser Text bloß inszeniert werden?

 

In den letzten Wochen hat das Publikum abgestimmt. Dabei fiel die Wahl mit großer Mehrheit auf den Text, der am wenigsten ein Theaterstück, dafür aber vielleicht der bekannteste von allen ist: Thomas Braschs Erzählband »Vor den Vätern sterben die Söhne«. Brasch, den mit der DDR eine Hassliebe verband, der Kommunist war und doch in diesem Staat nicht leben wollte, hat 1977 mit »Vor den Vätern sterben die Söhne« ein Buch der existentiellen und politischen Revolte geschrieben. Ein Buch von auswegloser Unbedingtheit. Das Buch eines jungen Mannes.

 

Thomas Braschs wohl noch immer bekanntestes Werk zeigt in Prosa-Miniaturen den Alltag der DDR aus der Perspektive verzweifelter Loyalität. Hier will einer den Sozialismus, aber lebendig, anarchisch, human. »Alles anders machen«, schreit seine Hauptfigur, einer wie Brasch selbst, »ohne Fabriken, ohne Autos, ohne Zensuren, ohne Stechuhren. Ohne Angst. Ohne Polizei.«

 

In David Ortmanns Inszenierung werden sich Braschs Erzählungen zu einer Geschichte dreier Arbeiter unterschiedlicher Generationen und Ansichten verbinden.

 

Inszenierung: David Ortmann

Dramaturgie: Sabeth Braun

 

Mit: Dirk S. Greis | Patrick Rupar | Patrick Wudtke

 

Weitere Termine: 14.12.2013, 20 Uhr | 20.12.2013, 20 Uhr | 24.01.2014, 20 Uhr

 

Tickets und Informationen unter: [0340] 2511 333 und www.anhaltisches-theater.de oder unseren

Vorverkaufsstellen (Rathaus-Center, Theater und Tourist-Information Roßlau) sowie an allen

ReserviX Vorverkaufsstellen

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 11 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

MIT WILDEM FEUER - Bundesjugendorchester musiziert

Gleich zu Beginn begeisterte das Bundesjugendorchester unter der inspirierenden Leitung von Francesco Angelico mit der "Karneval"-Konzertouvertüre von Antonin Dvorak, wo Assoziationen zu Berlioz'…

Von: ALEXANDER WALTHER

DIE INQUISITION LÄSST GRÜSSEN - "Don Carlos" von Friedrich Schiller im Schauspielhaus Stuttgart

Die Inszenierung von David Bösch stellt die Personenführung psychologisch deutlich heraus. Das Bühnenbild in der Mitarbeit von Falko Herold bleibt eher blass, Leuchtstäbe erhellen das nächtliche…

Von: ALEXANDER WALTHER

STARK MYTHOLOGISCH GEDEUTET - "Rusalka" von Antonin Dvorak mit dem Theater Heidelberg im Theater Heilbronn

In der Inszenierung von Axel Vornam werden die mythologischen Aspekte dieses im Jahre 1901 in Prag uraufgeführten Werkes konsequent herausgearbeitet. Und auch im Bühnenbild von Tom Musch und den…

Von: ALEXANDER WALTHER

DIE OPER ALS TV-DRAMA

Es war eine Premiere der besonderen Art an einem historischen Ort. Zum ersten Mal gastierte das Nationaltheater Mannheim im Pfalzbau Ludwigshafen - und die Mannheimer Erstaufführung der "Hugenotten"…

Von: ALEXANDER WALTHER

MIT DEM ROSS IN DEN HIMMEL

Marco Stormans Inszenierung stellt die Unsicherheit der Figuren in den Mittelpunkt. Es ist nichts mehr so, wie es war. Die gesellschaftlichen Verabredungen scheitern. Storman arbeitet in diesem…

Von: ALEXANDER WALTHER

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑