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Oper

Der schöne Rhein

Drei verschrobene ältere Damen treffen sich im Gartenlokal mit Blick auf den Rhein beim Kännchen Kaffee und Kuchen, serviert auf Porzellan der Köln-Düsseldorfer Schifffahrtsgesellschaft. Später werfen sie sich verschmitzt imaginäre Wollknäuel zu. Es sind die Nornen, die hier das Schicksal knüpfen. So beginnt Dietrich W. Hilsdorf den letzten Teil des Ringes, die "Götterdämmerung" in seiner…

Von einem der auszog, das Fürchten zu lernen

Endlich geklärt: Der Lindwurm ist kein drachenartiges Wesen, sondern ein Dampf-Pflug aus der frühindustriellen Zeit. Überhaupt spielt so etwas wie märchenhafte, romantische Verklärung in Dietrich W. Hilsdorfs Inszenierung des "Siegfried" von Richard Wagner für die Deutsche Oper am Rhein keine große Rolle. Stattdessen muss sich der Zuschauer mit einem industrial chic beim Bühnenbild begnügen. Feuer…

Im Konzertsaal

 

In bewährter Form wurde auch der Ballettabend "b29" dreiteilig in der Deutschen Oper am Rhein präsentiert: Zwei Stücke aus dem klassischen Ballettrepertoire rahmen das neue Werk von Martin Schläpfer. Der Zuschauer wird so mit Neuem und mit Werken aus der Ballettgeschichte vertraut.

 

Aus Verehrung für Mozart schuf Peter Tschaikowsky seine Suite Nr. 4 in G-Dur, in der er u.a. drei kürzere Stücke…

Die Täuschung

 

Pädagogische Maßnahmen vergangener Zeiten führten neben dem erwünschten Effekt wohl nicht selten auch zu Alpträumen, bei sensiblen Kindern allzumal. Die Geschichte vom Sandmann, der den Kindern Sand in die Augen streut, damit sie müde sind und zu Bette gehen, bekommt in E.T. A. Hoffmanns Erzählung "Der Sandmann" durch die Kinderfrau eine grausame Pointe: der Sandmann streut solange Sand, bis die…

Glaubensfragen

 

Ein Spätwerk von Gioacchino Puccini, die "Petite Messe solennelle", hat sich Martin Schläpfer für seinen abendfüllenden Ballettabend "b32" ausgesucht. Die kleine feierliche Messe wurde in der Privatkapelle des Grafen Michel-Frédéric Pillet-Will in Paris uraufgeführt und ist mit Sopran, Alt, Tenor, Bass, zwei Klavieren, Harmonium und gemischten Chor ungewöhnlich orchestriert. Sie hat neben dem…

Neckische Nixen?

 

Die neue Rheingold-Inszenierung an der Deutschen Oper am Rhein von Dietrich W. Hilsdorf beginnt nicht mit Wagner, sondern mit einem Prolog, in dem die erste Zeile von Heinrich Heines Gedicht "Loreley" zitiert wird. "Ich weiß nicht, was soll es bedeuten..." Das Wort "Es" wird wiederholt und bildet den Übergang zur Musik, die mit Es-Dur beginnt. Loge, der diese Zeile vorträgt, entpuppt sich im…

Vorsicht Kunst!

 

Das Eheleben hat sich Don Pasquale doch ganz anders vorgestellt! Die Braut, die ihm von seinem Hausarzt empfohlen wurde und beim Vorstellungsbesuch als schüchterne Klosterschülerin auftrat, entpuppt sich nach der Heirat als herrische, verschwenderische und vergnügungssüchtige Frau, die seinen Haushalt auf den Kopf stellt und ihm sogar Ohrfeigen erteilt. Er ahnt nicht, dass er Opfer einer Intrige…

Vanitas

 

Einer von vielen Titeln, mit dem sich die Landeshauptstadt Nordrhein-Westfalens gerne schmückt, lautet "Modestadt", denn sie beherbergt die allseits bekannte Modemeile "Kö" und früher fand zweimal jährlich eine Modemesse statt. Eine gewisse Modeaffinität lässt sich auch bei Elfriede Jelinek finden, die scheinbar ein Faible für japanische Modedesigner hat. Als sie vom Schauspielhaus Düsseldorf um…

"b31" in der Deutschen Oper am Rhein

 

Der "b31" betitelte Ballettabend an der Deutschen Oper am Rhein bietet drei Tanzstücke wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Das erste Stück "Obelisco" von Martin Schläpfer ist eine überarbeitete Fassung des bereits 2007 für das ballettmainz kreierten Stückes. Statt mit Ricky Lee Jones "Gostyhead" beginnt es jetzt mit Marla Glens "Travel". Mit edel punkartiger Frisur und Kleidung, in…

Der Traum

 

Es regnet, und vor den Toren einer asiatischen Stadt, die als Scherenschnittsilhouette dargestellt ist, spannen alle einen Regenschirm auf. Mit diesem stimmungsvollen Bild beginnt Puccinis Oper "Turandot" an der Deutschen Oper am Rhein. Huan-Hsiung Li nimmt in seiner Inszenierung vielfach auf chinesische Verhältnisse Bezug, hier auf die Regenschirmdemonstration von 2014 in Hongkong. Er arbeitet…

Einsamkeit

 

Der 30. Ballettabend an der Deutschen Oper am Rhein beginnt furios mit Remus Şucheanăs "Concerto grosso Nr. 1" zu Alfred Schnittkes gleichnamigem Musikstück. Zu der polystilistischen Komposition mit Überlagerung von verschiedenen musikalischen Motiven aus unterschiedlichen Epochen - heraus zu hören ist u.a. ein Tango - zeigt Şucheană die Gefühle dreier Frauen. Ihn interessieren dabei die…

Durch Nacht zum Licht - "b.26" in der Deutschen Oper am Rhein

 

Heiter, beschwingt beginnt der Balletabend "b26" mit einer Zusammenstellung von Szenen aus zwei Balletten des dänischen Choreographen August Bournonville: "Napoli" von 1842 und "Blumenfest in Genzano" von 1858. Bournonville zählt zu den wichtigsten dänischen klassischen Choreographen. Und so ist es verdienstvoll, seine schwungvollen Ballette jetzt als Divertissement auch in der Rheinoper zu…

Düstere Intrige

 

Ein schwerer Sturm tobt vor der Küste, Zypern ist keine sonnige Mittelmeerinsel. In Michael Thalheimers Inszenierung von Verdis Oper "Otello" für die Deutsche Oper am Rhein ist es eine dunkle leere Guckkastenbühne, die den inneren Zustand der beiden Gegenspieler Otello und Jago nach außen kehrt. Beide sind vom Ehrgeiz Getriebene und daher Verblendete.

 

Neid, Missgunst, Rachsucht: Jago lebt…

Ein humanistisches Theaterstück

 

Übrig bleibt vom Namen des Mädchens nur das Ende: Toda. Daran ist die Flucht schuld; die Fremde, durch die Toda hindurch muss, in die sie hinein muss, um zu ihrer Mutter auf der anderen Seite der Grenze zu gelangen, im Ausland. Eigentlich lebt Toda zusammen mit ihrem wunderbar optimistischen Vater, dem Feinbäcker. Aber als es Krieg gibt – die „Einen“ gegen die „Anderen“ – muss der Vater zum…

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Köperwahrnehmung

 

Gedanken über den Körper macht man sich nicht, solange er gut funktioniert. Anders ist es bei einem Tänzer, für ihn ist er das Instrument, mit dem er sich oder die Ideen eines Choreographen ausdrückt. In einzelnen Szenen schildert das Dance On Ensemble sachlich, nüchtern in "Water between three hands" seine Ängste über den möglichen Verlust der Körperbeherrschung, wie sie in einem Alptraum…

Tanz und Ekstase

 

Rhythmusbetont, repetitiv, das sind zwei Stilelemente der Musik der Gnawer, einer marokkanischen Volksgruppe, deren Ursprünge im südlichen Westafrika liegen. Ihre Musik vermag in Trance zu versetzen. In "En Alerte", das als deutsche Erstaufführung im Tanzhaus NRW zu sehen war, kombiniert Taoufiq Izeddiou gnawanische Langhalslaute mit rockigen Gitarrenriffs. Ebenso verbindet er in seinem Solo…

Uraufführung: "Medea.Matrix", Ruhrtriennale 2016, Gebläsehalle, Landschaftspark Duisburg-Nord.

 

Die Regisseurin Susanne Kennedy und der Künstler Markus Selg lassen ihr Publikum auf dem Weg zum Zuschauerraum durch eine im Raum verteilte Installation laufen: Strandgut aus Zivilisationsmüll, Videoprojektionen mit Bildern von Wald und Bienen, dazwischen sitzend maskierte, schwarz verhüllte Frauen mit Plastikschüsseln. Sie tragen Schürzen, auf die Frauenakte aus der Kunst der Renaissance…

Lustlos

 

Vormärz, Romantik, Biedermeier: drei Begriffe für die Epoche zwischen 1815 und 1848, die sie jeweils mit unterschiedlichen Gesichtspunkten beleuchten. Es ist die Zeit, in der Otto Nicolai lebte, dessen Oper "Die Lustigen Weiber von Windsor" jetzt an der Deutschen Oper am Rhein zu sehen ist und die Dietrich W. Hilsdorf in die Zeit ihrer Entstehung verlegt.

 

Die Ouvertüre erklingt, während man…

Vom Licht zum Schatten

 

Heiter und beschwingt beginnt der dreiteilige b28-Ballettabend mit Paul Taylors "Esplanade", in dem Alltagsbewegungen tänzerisch umgesetzt werden. An unbeschwerte Kinderspiele erinnert das Hüpfen, Rennen, Springen, Laufen, Rutschen, Ringelreihen, das mit ungeheurer Leichtigkeit und Lockerheit zu Bachscher Musik getanzt wird. Das einfache Bewegungsvokabular wird in unzähligen Variationen…

Die Fremden sind wir

 

Der Zuschauerraum ist durch einen schwarzen Vorhang von der Bühne abgeteilt, der Zuschauer muss sich dieses Mal selbst auf die verdunkelte Bühne begeben und wird so zum Teil der Inszenierung. Lia Rodrigues beschäftigt sich in ihrem Stück "For the sky not to fall" ausgehend von der brasilianischen Kultur mit der Frage, wie sich der Mensch zur Natur verhält. Ausgangspunkt ist die Voraussage eines…

Tödliche Selbsterkenntnis

 

Dass Märchenhandlungen meist alles andere als freundlich sind, bewahrheitet sich auch in Alexander Zemlinskys tragischer Oper "Der Zwerg" nach Oscar Wilde. Die Infantin hat Geburtstag, unter den vielen Geschenken befindet sich auch ein Zwerg. Dieser ist sich seiner Hässlichkeit nicht bewusst. Er fühlt sich durch die Aufmerksamkeit der Hofgesellschaft ermuntert, der Prinzessin seine Liebe zu…

Lob der Gemütlichkeit

 

So manche Oper hat eine Handlung, die reichlich bizarr erscheint. Außer Liebeshändeln jedweder Art wird auch Politik und Gesellschaftskritik mal mehr oder wenig deutlich verhandelt. Rimski Korsakows Oper "Der Goldene Hahn" benutzt das Gewand des Märchens, dahinter verbirgt sich jedoch eine politische Satire, die zwar auf die Zaren Nikolai I. und Alexander I. gemünzt ist, sich aber mühelos auch…

"b.27" in der Deutschen Oper am Rhein

 

Ein Tänzerpaar steht hinter einem Flügel und lauscht andächtig dem ersten Satz des Konzerts für Violine und Klavier von Igor Strawinsky. In seinem "Duo Concertant" stimmt George Balanchine nicht nur seine Tänzer, sondern auch die Zuschauer auf die Musik ein. Es ist die Musik, die die Grundlage des Tanzes ist und Balanchine würdigt sie in seinem Stück, das mit einfachen Bewegungen eine…

Spannungslos

 

Ein Mann spannt seinem Sohn die Verlobte aus. Das soll vorkommen, nur handelt es sich hier um König Filippo II und seinen Sohn Don Carlo. Elisabetta geht die Ehe mit Filippo nicht ganz freiwillig, sondern nur aus Staatsräson ein. Und schon ist das Verhältnis der Drei von Missgunst, Eifersucht und Misstrauen geprägt. Dazu kommen politische Verwicklungen mit Krieg und Rebellion. Und die Kirche…

Unter Strom

 

Eine glänzend gepflegte Ritterrüstung - und darin befindet sich kein Körper, wohl aber eine Stimme mit pedantischem Geist. Italo Calvinos Roman "Il cavaliere inesistente" war Ausgangspunkt für Louise Lecavaliers neueste Choreographie "Battleground", die jetzt im Tanzhaus NRW ihre Uraufführung feierte. Dabei faszinierte sie nicht so sehr die Geschichte an sich, sondern die Idee eines körperlosen…

Wahnsinnstod

 

Aus Liebe und Intrige wurde schon manch schönes Bühnenstück gestrickt. Bei Donizettis "Lucia di Lammermoor" kommt noch der Wahnsinn hinzu. Lucia liebt Edgardo, den Erzfeind ihrer Familie, und verlobt sich heimlich mit ihm kurz bevor er nach Frankreich fährt. Lucias Bruder Enrico drängt sie aus politischen Gründen zu einer Heirat mit Arturo, wogegen sie sich zunächst zu wehren versucht. Als aber…

Eine kunterbunte Show

Von jeher übt der Zirkus eine große Faszination aus. Jubel, Trubel, Heiterkeit und Spannung. Kunterbunt und lustig geht es auch in Emmerich Kálmáns Operette "Die Zirkusprinzessin" zu, wobei der Zuschauer in das Backstage-Geschehen eingeweiht wird. Ein geheimnisumwitterter Mister X, der stets mit Gesichtsmaske auftritt, ist der Star des Zirkus Stanislawsky. Eines Abends erscheint Fürstin Fedora…

Der Teufelskreis

 

Fasziniert von asiatischen Kulturen lässt sich Sidi Larbi Cherakaoui - seit neuestem künstlerischer Leiter des flämischen Royal Ballets in Antwerpen - immer wieder zu entsprechenden Stücken anregen. In "Fractus V", das als deutsche Erstaufführung im Tanzhaus NRW zu sehen war, verbindet er modernes Tanztheater mit Flamenco und Lindy-Hop, japanische Perkussion mit mittelalterlicher und…

Nichts als Tanz

 

Wie vielfältig klassisches Ballet interpretiert werden kann, ist im 25. Ballettabend in der Deutschen Oper am Rhein zu erleben. Martin Schläpfer hat dafür drei choreographische Werke ausgewählt, die alle keine Handlungsballette sind, sondern sich mit Bewegungen von Körpern im Raum beschäftigen.

 

"Man ist Teil einer Tradition, und man bewegt sich in ihr", so benennt William Forsythe sein…

Mit Tiefgang

 

Graf Waldner ist ein Spieler und hat immense Schulden. Die Familie wohnt in einem Hotel und die Tochter Zdenka wird als Junge ausgegeben, da das Geld nur für die adäquate Ausstattung der älteren Schwester Arabella reicht. Auf dieser liegen alle Hoffnungen, denn eine Hochzeit mit einem finanzstarken Partner würde die Familie aus der Misere retten. Arabella, hübsch und attraktiv, wird von vielen…

Kritiken

Abwärts

Haushohe Bretterverschläge, die sich verschieben, sich verdrehen, zu Labyrinthen werden, in denen sich K. in der…

Von: Dagmar Kurtz

Farbe, Form, Bewegung

Vor 100 Jahren wurde das Bauhaus in Weimar gegründet. In die vielfachen feierlichen Aktivitäten im Jubiläumsjahr, die…

Von: Dagmar Kurtz

Von Welten und Phantasien

Gleich mit drei Uraufführungen wartet "b37" in der Deutschen Oper am Rhein auf, dieses Mal ohne eine eigene…

Von: Dagmar Kurtz

Sehnsucht

Bereits zum Einlass schreitet Raimund Hoghe betont langsam die Bühne ab, eine gläserne Wasserschale tragend. So wird der…

Von: Dagmar Kurtz

Verwandlung

Drei Tänzerinnen in schwarzer Kleidung mit Hauben, die den ganzen Kopf bedecken und nichts erkennen lassen, die die…

Von: Dagmar Kurtz

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