Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
20 Jahre Festspiele Gutenstein: „Der Verschwender“ von Ferdinand Raimund20 Jahre Festspiele Gutenstein: „Der Verschwender“ von Ferdinand Raimund20 Jahre Festspiele...

20 Jahre Festspiele Gutenstein: „Der Verschwender“ von Ferdinand Raimund

Premiere 18. Juli 20.15, Vorstellungen bis zum 11. August 2013. -----

Auf dem Schloss des reichen Edelmannes Julius von Flottwell bereitet man sich nach einer langen, durchzechten Nacht auf eine Jagd vor. Flottwell selbst begibt sich zu seiner Geliebten, die ihm offenbart, dass sie in Wirklichkeit die Fee Cheristane ist.

In jeder Perle ihrer Perlenkrone verbarg sich ein Zauber, den sie zum Wohle der Menschen einsetzen sollte. Ist die letzte Perle geopfert, muss Cheristane in das Reich der Feen zurückkehren. Bei seinem ersten Anblick hatte sie beschlossen, ihre Perlen für sein Glück einzusetzen, wodurch zuerst Julius’ Vater innerhalb kurzer Zeit ein großes Vermögen erwarb, das er dann seinem Sohn Julius vererbte. Cheristane muss nun die letzte Perle opfern, um den Geist Azur zu erschaffen, der den Verschwender Julius vor seinem Untergang bewahren soll. Von ihm wünscht sie sich, dass er ihr ein Jahr seines Lebens schenkt. Er gewährt ihr diesen Wunsch und sieht verzweifelt zu, wie seine Geliebte die irdische Welt verlässt.

 

Drei Jahre später gibt Flottwell in seinem neu erbauten Schloss für Amalie, der Tochter des Präsidenten von Klugheim, ein großes Fest. Er will Amalies Vater umstimmen, der wegen Julius’ verschwenderischer Lebensweise gegen eine Hochzeit der beiden ist. Außerdem ist sie dem Baron von Flitterstein versprochen. Durch ein Missverständnis gerät die angespannte Lage zwischen Flottwell und Flitterstein außer Kontrolle und es kommt zu einem Duell, bei dem Flottwell Flitterstein schwer verwundet. Nun muss Flottwell fliehen und überredet Amalie mit ihm zu kommen. Zuvor gibt er seinem Kammerdiener Wolf den Auftrag auf sein Schloss zu achten. Dieser hatte die ehrlichen Angestellten Valentin und seine Rosa verleumdet zu stehlen, um als Einziger die Besitztümer Flottwells in Besitz zu nehmen. Während all der Ereignisse begegnet Flottwell immer wieder einem Bettler, der ihn unverschämt anbettelt und geheimnisvolle Gedanken äußert; Flottwell beschenkt ihn dennoch reich.

 

Jahre später kehrt Julius von Flottwell völlig verarmt als Bettler zurück; seine Amalie ist tot. Der Kammerdiener Wolf, der mittlerweile todkrank ist, hat in den langen Jahren seines Fortbleibens das Gerücht verbreitet, Flottwell sei ebenfalls tot; aber als Valentin, der sich in der Zwischenzeit eine kleine Existenz aufbauen konnte, auf seinen ehemaliger Herrn trifft, nimmt er ihn sofort in seinem Haus auf. Nur Rosa will ihr weniges Hab und Gut für ihre vielen Kinder bewahren, und schickt Flottwell fort.

 

Da erscheint der Bettler; Cheristanes Geist Azur. Er wusste, dass er Flottwell nicht gänzlich vor seinem Untergang retten konnte. Aber er rettete einen Teil seines Geldes, den Teil, den er vor Jahren Flottwell abgebettelt hatte, und den er Flottwell nun zurück gibt. Julius, der wieder ein wohlhabender, aber geläuterter Mann ist, nimmt Valentin, Rosa und ihre Kinder bei sich auf. Cheristane erscheint und tröstet ihren Flottwell: sie werden einander in der Geisterwelt wieder sehen und dort vereint sein.

 

Regisseurin Isabella Gregor, die neue künstlerische Festspielleiterin, wird die auch in der Gegenwart gültige Aspekte des Stücks in ihre Inszenierung einfließen lassen. „Raimund neu, ist die Devise“, sagt sie. „Die Psychologie der Figuren und die Thematik Feenreich und Phantasie, Geld und Macht werden in Beziehung gesetzt und durchleuchtet. Die Kostüme von Monika Biegler werden den Zeitbezug ebenfalls nicht vermissen lassen.“ Das Stück, reich an bekannten Melodien wie dem „Hobellied“, wird auch musikalisch aufbereitet. Pavel Singer, bekannt als Musiker und Komponist u.a. am Stadttheater Baden zeichnet für die Musik. Die bekannten Lieder werden neu arrangiert, neue Kompositionen geschrieben, die mit fünf Musikern live gespielt werden.

 

Inge Altenburger, Robert Joseph Bartl, Boris Eder, Karola Niederhuber, Katja Reichert, Roman Schmelzer und Martin Schwanda sind in den Hauptrollen zu sehen.

 

Festspiele Gutenstein

 

​Tel.02634 / 72700​​​​​​

ticket@festspielegutenstein.at​

​​oder

​​​​oeticket.com​

​​​​​​​​​mit Karten​​​ print@home​​​

und in allen öticket Vorverkaufstellen.

 

Direktverkauf in Gutenstein

Ab 1. Juli 2013 an der Tageskasse

von 14:00 bis 16:00 im Festspielzelt, 2770 Gutenstein

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 20 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Ein stilles Solo

Ein Wesen in silbern schimmerndem, folienartigem Gewand, der ganze Körper von Kopf bis Fuß verhüllt, bewegt sich aus dem Dunkel auf die Bühne. Es herrscht Stille und das Wesen erkundet langsam, fast…

Von: Dagmar Kurtz

"A First Date, Episode 1" in der Deutschen Oper am Rhein

Ein bisschen aufregend ist es schon: das erste Date. Vorfreude und Unsicherheit mischen sich mit unspezifischen Erwartungen. Wird es gut ablaufen? Folgen Erleichterung oder Enttäuschung?  

Von: Dagmar Kurtz

Liebesbande

Hinter tropischen Blumen befindet sich ein luxuriöses Anwesen mit Stahlträgern in offener Bauweise im Stil von Mies van der Rohes Barcelona Pavillon. Die Einrichtung ist im angesagten Midcentury…

Von: Dagmar Kurtz

Ein Hauch von Sehnsucht

Raimund Hoghes letztes Stück „Lettere amoroso“ handelte von Flucht und den sehnsuchtsvollen Briefen, die die Geflohenen schrieben. So weckt das Wort „Vietnam“ im Titel des neuen Stückes "Postcards…

Von: Dagmar Kurtz

Liebe in Zeiten des Krieges

In Großbritannien findet ein Bürgerkrieg statt: die Puritaner unter Oliver Cromwell kämpfen gegen die katholischen Royalisten. Das private Glück ist in Gefahr.  

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

Folgen Sie uns auf:

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑