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51 Berliner Theatertreffen vom 2. – 18. Mai 2014

Am Freitag, 2. Mai, wird der Filmemacher und Autor Alexander Kluge – vor der Festivalpremiere von „Zement" in der Regie von Dimiter Gotscheff – das 51. Theatertreffen mit Videoeinspielungen und einem Kommentar zu Heiner Müller und Dimiter Gotscheff eröffnen. Das Theatertreffen ehrt den 2013 verstorbenen Theaterregisseur mit einem „Focus Dimiter Gotscheff".

 

Die diesjährige Jury-Auswahl für das Theatertreffen präsentiert alle Sprachformen des Theaters vom Tanz über Puppenspiel, Musiktheater und theatrale Installationen in den Arbeiten von Frank Castorf („Reise ans Ende der Nacht“, Residenztheater München), Herbert Fritsch („Ohne Titel Nr. 1 // Eine Oper von Herbert Fritsch“, Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, Berlin), Karin Henkel („Amphitryon und sein Doppelgänger“, Schauspielhaus Zürich), Alvis Hermanis („Die Geschichte von Kaspar Hauser“, Schauspielhaus Zürich), Alain Platel („tauberbach“, Münchner Kammerspiele/les ballets C de la B, Gent /NT Gent), Matthias Hartmann und Doron Rabinovici („Die letzten Zeugen“, Burgtheater Wien) und eindrucksvolle Debüts von Susanne Kennedy („Fegefeuer in Ingolstadt“, Münchner Kammerspiele u.a.) und Robert Borgmann („Onkel Wanja“, Schauspiel Stuttgart).

 

Inszenierungen im Haus der Berliner Festspiele

„Zement“ (Residenztheater München, Regie Dimiter Gotscheff) am 2./3. Mai

„Onkel Wanja“ (Schauspiel Stuttgart, Regie Robert Borgmann) am 5./6. Mai

„Reise ans Ende der Nacht“ (Residenztheater München, Regie Frank Castorf)

am 8./9. Mai

„tauberbach“ (Münchner Kammerspiele/les ballets C de la B, Gent/NTGent u.a., Regie Alain Platel) am 10./11. Mai

„Die letzten Zeugen“ (Burgtheater Wien, Einrichtung Doron Rabinovici / Matthias Hartmann) am 13./14./15. Mai

„Die Geschichte von Kaspar Hauser“ (Schauspielhaus Zürich, Regie Alvis Hermanis) am 17./18. Mai

 

Inszenierungen an weiteren Spielorten

„Amphitryon und sein Doppelgänger“ (Schauspielhaus Zürich, Regie Karin Henkel), Deutsches Theater Berlin am 3./4. Mai

„Fegefeuer in Ingolstadt“ (Münchner Kammerspiele, Regie Susanne Kennedy),

HAU 1/Hebbel am Ufer am 7./8. Mai

„Ohne Titel Nr. 1 // Eine Oper von Herbert Fritsch“ (Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, Regie Herbert Fritsch), Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz am 14./15. Mai

 

Auf den Bühnen sind u.a. zu sehen: Bibiana Beglau, Sebastian Blomberg, Elsie de Brauw, Carolin Conrad, Britta Hammelstein, Mavie Hörbiger, Wolfram Koch, Peter Kurth, Thomas Lawinky, Dörte Lyssewski, Michael Neuenschwander, Ruth Rosenfeld, Lena Schwarz, Anna Maria Sturm, Edmund Telgenkemper, Valery Tscheplanowa, Jirka Zett.

 

Rimini Protokolls „Situation Rooms“ kann leider aufgrund der Tourpläne der Produktion während des Theatertreffens nicht gezeigt werden und ist im Dezember im HAU/Hebbel am Ufer zu sehen. Eine Dokumentationsbox der Produktion steht ab dem 2. Mai im Haus der Berliner Festspiele. Am 16. Mai ist Konstantin Groppers Bandprojekt „Get Well Soon“ im Konzert zu erleben, für das Theatertreffen wird er einige seiner Theatermusiken neu arrangieren.

 

Focus Dimiter Gotscheff

Im Rahmen des „Focus Dimiter Gotscheff" sind neben verschiedenen Aufführungen Mark Lammerts Porträtzeichnungen von Dimiter Gotscheff unter dem Titel „Eine Wand – 20 Zeichnungen“ im Haus der Berliner Festspiele erstmals zu sehen – sie werden zum Theatertreffen auch in der Edition Nr. 11 der Berliner Festspiele veröffentlicht. Filme, Dokumentationen und ein Konzert komplettieren den „Focus“.

 

Theatertreffen-Trophäe von Ai Weiwei

Die Theatertreffen-Trophäe wurde in diesem Jahr von Ai Weiwei gestaltet. Jede eingeladene Produktion nimmt vom Theatertreffen 2014 ein originäres Kunstwerk des chinesischen Künstlers Ai Weiwei mit nach Hause. Das Theatertreffen initiiert damit eine Zusammenarbeit mit den internationalen Gegenwarts-Künstlern, die im Martin-Gropius-Bau, dem Ausstellungshaus der Berliner Festspiele, ausgestellt werden. In den kommenden Jahren soll diese Kooperation fortgeführt werden.

 

Theatertreffen-Camp – 100 Mitwirkende aus 25 Ländern

Einen zentralen Ort der Debatte und Begegnung zu schaffen, ist der tragende Gedanke des neuen Camp-Formats. Vom 8. bis 18. Mai treffen hier die Künstler des Festivals und interessierte Besucher aufeinander, um in bester Tradition des Theatertreffens alles, was im Theater und beim Theatertreffen inhaltlich, ästhetisch, gesellschaftlich bedeutend ist, zu verhandeln (Eintritt frei). Die Juroren der Theatertreffen-Jury werden im neuen „Focus Jury“ u.a. über die ästhetische und soziale Relevanz des Stadttheaters sprechen und die Internationalisierung des Theaters zur Diskussion stellen. Die Zukunft der Autorenförderung wird erörtert ebenso wie das theatralische Grenzgängertum von Autoren bis hin zur Bildenden Kunst. Die Paten des Stückemarkts (Katie Mitchell, Signa Köstler und Simon Stephens) und die von ihnen ausgewählten Künstler (Mona el Gammal, Chris Thorpe und Miet Warlop) werden ihre Arbeiten vorstellen und Workshops anbieten wie auch die 36 Stipendiaten des Internationalen Forums. Das Internationale Forum feiert 50. Geburtstag und lädt am 10. Mai zu einer „Versammlung für die Zukunft“ ein. Begrüßtwerde im Camp rund 100 Mitwirkende aus 25 Ländern. Unter anderem Andreas Beck, Victoria Behr, Karin Beier, Herbert Fritsch, Mona el Gammal, Ruud Gielens, Monika Gintersdorfer, Gob Squad, Ingo Günther, Walter Hess, Lutz Hübner, Schorsch Kamerun, Susanne Kennedy, Barrie Kosky, Signa Köstler, Thomas Krüger, Sewan Latchinian, Philipp Löhle, Katie Mitchell, Lena Müller, Armin Petras, Bastian Reiber, Johan Simons, Nassim Soleimanpour, Laila Soliman, Simon Stephens, Simone Sterr, Hans-Christian Ströbele, Çiğdem Teke, Chris Thorpe, Miet Warlop und Sabrina Zwach.

 

Das Theatertreffen-Blog wird 2014 zum Labor für Jetztzeitbetrachtung. Das Blog ist ein Förderprojekt für angehende Kulturjournalisten, Blogger & Visual Artists, die nach neuen Formen für den Blick auf das Welt- und Spielgeschehen suchen.

www.theatertreffen-blog.de

 

Starke Stücke

Als Medienpartner überträgt 3sat drei „Starke Stücke“ von den zum Theatertreffen 2014 eingeladenen Inszenierungen: „Zement“, „Fegefeuer in Ingolstadt" und „Onkel Wanja“ und verleiht beim Theatertreffen an die Regisseurin Susanne Kennedy den mit 10.000 Euro dotierten 3sat-Preis für ihre Inszenierung von Marieluise Fleißers „Fegefeuer in Ingolstadt“ (Münchner Kammerspiele). Vom 9. bis 11. Mai werden beim „Theatertreffen@SonyCenterScreen“ die drei „Starken Stücke“ Open Air auf der großen Videowand im Sony Center gezeigt. Die Besucher zahlen hier keinen Eintritt, können gemütlich im Liegestuhl Platz nehmen und inmitten von Freunden schauen, plaudern, entspannen - Theater einmal anders erleben. Das Kino Babylon Mitte zeigt diese Inszenierungen am 15. Mai in einer langen 3sat-Filmnacht.

 

Edith Clever wird Jurorin des Alfred-Kerr-Darstellerpreises 2014

Sie gehörte zum Ensemble des Bremer Theaters unter Kurt Hübner und zum legendären Schaubühnenensemble unter Peter Stein. Eine der bedeutendsten Vertreterinnen des deutschen Theaters wird in diesem Jahr die alleinige Jurorin des Alfred-Kerr-Darstellerpreises sein: Die Schauspielerin und Regisseurin Edith Clever.

 

Geboren in Wuppertal, absolvierte Edith Clever ihre Schauspielausbildung an der Otto-Falckenberg-Schule in München. Nach ihrem ersten Engagement am Staatstheater Kassel holte Kurt Hübner sie 1966 nach Bremen. Hier arbeitete sie mit Peter Zadek und Peter Stein zusammen, mit dem sie 1971 die Berliner Schaubühne gründete. Dort war sie in seinen Inszenierungen, aber auch in denen von Klaus Michael Grüber und Luc Bondy zu sehen.

Aus Ihrer künstlerischen Verbindung mit Hans-Jürgen Syberberg gingen der Film „Parsifal“ und die großen Monologe „Die Nacht“ sowie Kleists „Penthesilea“ und „Die Marquise von O.“ hervor.

Später inszenierte sie an der Schaubühne die „Medea“ des Euripides, „Der Hausbesuch“ von Rudolf Borchardt und „Elektra“ von Hugo von Hofmannsthal.

Luc Bondy war es, der sie mit Jon Fosses „Schlaf“ und Genets „Zofen“ ans Theater zurückholte. Zur Zeit ist sie in seiner Inszenierung des „Tartuffe“ von Molière im Akademietheater in Wien zu sehen.

 

Der Alfred-Kerr-Darstellerpreis wird seit 1991 verliehen. Ins Leben gerufen wurde der Preis von Judith und Michael Kerr, der Pressestiftung Tagesspiegel und den Berliner Festspielen/Theatertreffen. Zum Kreis der Juroren zählten u.a. Bernhard Minetti, Marianne Hoppe, Ulrich Mühe, Ulrich Matthes, Martin Wuttke, Martina Gedeck, Eva Mattes, Nina Hoss und Thomas Thieme (2013).

Die mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung kürt die junge Darstellerin oder den Darsteller, die oder der in einer der beim Theatertreffen aufgeführten Inszenierungen herausragt.

Zu den bisher Preisgekrönten gehören u.a. Steffi Kühnert, Kathrin Angerer, Johanna Wokalek, Fritzi Haberlandt, Lina Beckmann, August Diehl, Devid Striesow, Fabian Hinrichs und Julia Häusermann (2013). Die Preisverleihung findet am Sonntag, 18. Mai 2014 um 14 Uhr im Haus der Berliner Festspiele statt. Der Eintritt ist frei.

 

Für einige Aufführungen gibt es im Vorverkauf noch Karten, u.a. „Ohne Titel Nr. 1“, „Onkel Wanja“, „Reise ans Ende der Nacht“, „tauberbach“ und „Die letzten Zeugen“. Eventuelle Restkarten sind an der Abendkasse erhältlich.

 

Weitere Informationen finden Sie unter

www.berlinerfestspiele.de/theatertreffen

www.berlinerfestspiele.de/presse

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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