Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
ALLE MEINE SÖHNE von Arthur Miller in TübingenALLE MEINE SÖHNE von Arthur Miller in TübingenALLE MEINE SÖHNE von...

ALLE MEINE SÖHNE von Arthur Miller in Tübingen

Premiere am Freitag, den 16. Februar 2007 um 20 Uhr im LTT/Großer Saal.

Joe Keller ist ein Mann der amerikanischen Mittelklasse, der es geschafft hat: Sein Haus, seine Firma, seine Söhne Chris und Larry stehen für die Früchte harter Arbeit. Seine Söhne ziehen in den Krieg. Chris kehrt zurück. Larry gilt seit einem Fliegereinsatz als vermisst.

Drei Jahre später: Ann Deever, die Verlobte Larrys, kommt in das Haus der Kellers. Sie will das Warten aufgeben und nun Chris heiraten. Seine Mutter Kate wehrt sich heftig gegen diese sich anbahnende Verbindung. Es würde bedeuten, dass ihr anderer Sohn nun für tot erklärt werden muss. Aber nicht nur das: Auf ihrem Mann lastet ein Verdacht. Man sagt, er habe im Krieg eine Serie defekter Flugzeugteile an die Army verkauft, was zahlreiche Piloten das Leben kostete. Verantwortlich machte er dafür seinen langjährigen Freund und Mitarbeiter Steve Deever – Anns Vater. Der wurde verurteilt, Joe Keller freigesprochen. Anns Bruder George kündigt sich bei den Kellers an. Nach dem Besuch im Gefängnis bei seinem Vater ist er sich sicher, dass dieser unschuldig ist. Er will seine Schwester Ann überzeugen, nicht den Sohn des Mannes zu heiraten, der den Vater ins Gefängnis brachte. Chris stellt seinen Vater zur Rede. In die Enge getrieben bekennt Joe Keller: “Du legst vierzig Jahre in ein Geschäft und in fünf Minuten haben sie dich zerstört. Was hätte ich tun sollen?“

 

Miller wirft mit dem 1947 uraufgeführten Stück Fragen auf, die angesichts des Irak-Krieges der USA und auch des Einsatzes von mittlerweile 10.000 deutschen Soldaten weltweit immer dringlicher werden: Wofür nimmt man den Tod der Söhne und Töchter in Kauf? Für die Verteidigung unseres Wertesystems? Für die Sicherung der Zugänge zu Rohstoffen? Um beim globalen Deal um Macht und Geld in der ersten Reihe sitzen zu dürfen?  

 

Regie: Martin Schulze / Ausstattung: Ulrich Leitner

Mit: Wenzel Banneyer / Ulrike Euen / Ina Fritsche / Hubert Harzer / Annabelle Leip / Hildegard Maier / Urs Rechn / Karlheinz Schmitt / Leif Stawski

 

 

Weitere Vorstellungen: 17., 23., 24. Februar // 4., 22., 23. März // 20. April 2007 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 11 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

„GESCHÖPFE“ von Ben J. Riepe im Tanzhaus NRW in Düsseldorf

Auf der dunklen Bühne stehen Bäume und Sträucher in Kübeln, die als erstes von einem Performer verrückt werden. An der rechten Bühnenseite finden sich aufgehäuft Körperteile von Schaufensterpuppen,…

Von: Dagmar Kurtz

Ein stilles Solo

Ein Wesen in silbern schimmerndem, folienartigem Gewand, der ganze Körper von Kopf bis Fuß verhüllt, bewegt sich aus dem Dunkel auf die Bühne. Es herrscht Stille und das Wesen erkundet langsam, fast…

Von: Dagmar Kurtz

"A First Date, Episode 1" in der Deutschen Oper am Rhein

Ein bisschen aufregend ist es schon: das erste Date. Vorfreude und Unsicherheit mischen sich mit unspezifischen Erwartungen. Wird es gut ablaufen? Folgen Erleichterung oder Enttäuschung?  

Von: Dagmar Kurtz

Liebesbande

Hinter tropischen Blumen befindet sich ein luxuriöses Anwesen mit Stahlträgern in offener Bauweise im Stil von Mies van der Rohes Barcelona Pavillon. Die Einrichtung ist im angesagten Midcentury…

Von: Dagmar Kurtz

Ein Hauch von Sehnsucht

Raimund Hoghes letztes Stück „Lettere amoroso“ handelte von Flucht und den sehnsuchtsvollen Briefen, die die Geflohenen schrieben. So weckt das Wort „Vietnam“ im Titel des neuen Stückes "Postcards…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑