HomeBeiträge
Arthur Schnitzler, LIEBELEI, Vorarlberger Landestheater Bregenz Arthur Schnitzler, LIEBELEI, Vorarlberger Landestheater Bregenz Arthur Schnitzler,...

Arthur Schnitzler, LIEBELEI, Vorarlberger Landestheater Bregenz

PREMIERE: Fr 22. September 2017, 19.30 Uhr, Grosses Haus. -----

Wien um die Jahrhundertwende: Theodor und Fräulein Mizi sind ein ungleiches Paar. Er kommt aus besserem Hause, sie nur aus einfachen Verhältnissen. Beiden ist klar, dass ihre Beziehung nicht für die Ewigkeit gemacht ist und man sich eines Tages wieder trennen wird, um unter seinesgleichen zu heiraten.

Dem zweiten Paar im Stück, Fritz und Christine, fällt es schwerer, sich zwischen Gefühlen und Konventionen einzurichten. Für den Studenten Fritz Lobheimer soll das süße Mädel Christine nur eine unverbindliche Liebelei, eine Ablenkung, ein Zeitvertreib bleiben, der ihm über die unglückliche Affäre zu einer verheirateten Dame hinweghilft. Für Christine aber ist Fritz die Liebe ihres Lebens. Als Fritz im Duell stirbt und sie erfährt, dass er für eine andere in den Tod ging, will Christine ihrem Leben ein Ende setzen.

 

Mit LIEBELEI feierte Arthur Schnitzler seinen ersten großen Bühnenerfolg. Das Stück zählt neben dem REIGEN zu seinen bekanntesten. Sein dramatisches Liebesgedicht zeigt eine prosaische, rücksichtslose Welt, in der der Traum vom kleinen Glück nicht ohne Gegenleistung zu haben ist. Wer nicht gelernt hat, nach den gesellschaftlichen Regeln zu spielen, wird untergehen.

 

Der Regisseur Rudolf Frey und seine Ausstatterin Madeleine Boyd zeichnen sich in ihren gemeinsamen Arbeiten durch überzeugend ästhetische Lösungen und feinsinnig, psychologisches Theater aus. So geht die Reise im Vorarlberger Landestheater mitten hinein ins Wien der Jahrhundertwende, eine Zeit, in der kommende, große, gesellschaftliche Umbrüche sich schon im Privaten erahnen ließen. Was sich hier zwischen Theodor und Fräulein Mizi, zwischen Fritz und Christine, dem alten Weiring und Frau Binder abspielt, ist eine persönliche Tragödie – entsprungen aus den gesellschaftlichen Regeln einer fast vergessenen Zeit. Doch gilt es bis heute: Wer nicht gelernt hat, nach den gesellschaftlichen Regeln zu spielen, wird untergehen.

 

RUDOLF FREY | Regie

*1983 in Salzburg, begann seine Regie-Karriere als Assistent am Burgtheater Wien, wo er u.a. mit Andrea Breth, Karin Beier, Luc Bondy und Martin Kušej arbeitete. Seit 2007 inszeniert Rudolf Frey regelmäßig Schauspiel und Musiktheater: u.a. WANDLUNGEN EINER EHE von Sàndor Márai am Wiener Burgtheater, DIE STRUDELHOFSTIEGE am Schauspielhaus Wien, NABUCCO an der Staatsoper Stuttgart, MARIA STUARDA an der Welsh National Opera, LE PETIT FAUST am Staatstheater am Gärtnerplatz München, HIOB von Joseph Roth am Schauspielhaus Salzburg. LIEBELEI ist seine erste Inszenierung am Vorarlberger Landestheater.

 

Regie: Rudolf Frey

Ausstattung: Madeleine Boyd

Licht: Arndt Rössler

Dramaturgie: Britta Kampert und Birke Baumann

Regieassistenz: Agnes Kitzler

Ausstattungsassistenz: Lilli Löbl / Leslie Bourgeois

Inspizienz: Angelyn Bär

 

Hans Weiring: Hubert Kramar

Christine: Bo-Phyllis Strube

Mizi Schlager: Alexandra Maria Nutz

Katharina Binder: Lilly Prohaska

Fritz Lobheimer: David Kopp

Theodor Kaiser: Dominik Raneburger

Ein Herr: Martin Brachvogel

 

MATINEE: So 17. September 2017, 11.00 Uhr, T-Café, Eintritt frei

VORSTELLUNGEN: Di 26.9. / Sa 7.10./ Fr 13.10. / Do 19.10. / So 29.10. / Mi 15.11., jeweils 19.30 Uhr, Grosses Haus

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 15 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Der Überfall

Gerade ist man noch fröhlich herumgehopst, da, eine heftige Attacke, und schon streckt es einen nieder. Ein Virus oder ein Bakterium hat seinen Weg in den Körper gefunden. Nun werden alle Kräfte…

Seelenlandschaften

Stockfinstere Nacht, das Meer mit hohen, sich türmenden Wellen, der Wind tost, Paare am Strand. Die „Sinfonia da Requiem“ op. 20 von Benjamin Britten setzt ein. Sie ist die musikalische Grundlage von…

Wir müssen‘s wohl leiden

Wie die ursprünglichen revolutionären Ansprüche nach Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, die die Abschaffung der Sklaverei, die Gleichberechtigung der Frauen, die Entmachtung des Adels beinhaltet,…

Von: Dagmar Kurtz

Selbsterkundung

Zusammengekauert und regungslos verharren drei Frauen auf der Bühne. Drei Frauen mit runden Spiegeln, die das Gesicht verdecken, aber nichts widerspiegeln, nichts durchscheinen lassen. Sie erinnern an…

Von: Dagmar Kurtz

Geld regiert die Welt

Biblische Stoffe als Grundlage für eine Oper hatten es nicht nur um 1870 schwer, überhaupt aufgeführt zu werden, sondern scheinen auch heute das Publikum nicht allzu sehr zu reizen, wenn man die…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

Folgen Sie uns auf:

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

 

Hintergrundbild der Seite
Top ↑