Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
Autorentheatertage Berlin 2011 im Deutschen Theater vom 15. bis 25. Juni 2011Autorentheatertage Berlin 2011 im Deutschen Theater vom 15. bis 25. Juni 2011Autorentheatertage...

Autorentheatertage Berlin 2011 im Deutschen Theater vom 15. bis 25. Juni 2011

"Komik ist Tragik plus Zeit" – diese Formel hat Woody Allen einmal geprägt. Doch speziell der Komödie scheint die Zeit besonders zugesetzt zu haben. Als verstaubt gilt sie, wenn nicht gar reaktionär, und nichts scheint so alt wie die Witze von gestern.

 

Dennoch: Ausgerechnet Komödien hat sich die Alleinjurorin der zweiten Berliner Autorentheatertage Elke Schmitter von den noch zu entdeckenden Dramatikerinnen und Dramatikern gewünscht und damit zugleich die programmatische Frage nach einer Gattung gestellt, die es hierzulande eigentlich gar nicht mehr gibt. Dafür war der Rücklauf beachtlich: 140 Stücke hat die Romanautorin und Spiegel-Redakteurin zugeschickt bekommen, gelesen und sich dabei immer wieder gefragt, was ist komisch?

 

Die fünf Autorinnen und Autoren, die sie ausgewählt hat, geben auf diese Frage ganz unterschiedliche, sehr individuelle Antworten. Vier davon – die Stücke von Daniel Gurnhofer, Judith Kuckart, David Lindemann und Julia Wolf – werden als Werkstatt-Inszenierungen in der Langen Nacht der Autoren am 25. Juni zu sehen sein. Das fünfte Stück von Mathilda Onur wird in Form einer Lesung am 19. Juni vorgestellt – und als Uraufführung zu Beginn der nächsten Spielzeit.

 

Darüber hinaus war auch für das Festivalprogramm die Frage, was ist komisch, ein Leitfaden. Gibt es ein Lachen jenseits oder diesseits der komödiantischen Diskursschlachten von René Pollesch und dem raffiniert-virtuosen Zeitgeist-Boulevard einer Yasmina Reza? Erster Befund: Es gibt zumindest so etwas wie Humor, Ironie und die Lust an den komödiantischen Spielmöglichkeiten des Theaters. Das gilt nicht nur für Autoren wie Roland Schimmelpfennig, die Magie und Komik, Slapstick und Metaphysik zu verbinden wissen, sondern auch und gerade für eine jüngere Generation von Dramatikerinnen und Dramatikern wie Rebekka Kricheldorf, Felicia Zeller, Philipp Löhle, Ewald Palmetshofer und den Autorregisseur Rafael Sanchez. Sie alle haben zu der Komödienform ein viel entspannteres, spielerischeres Verhältnis als die Theatergeneration vor ihnen, deren großen Themen und Geschichten man auf diesem Festival auch begegnet: Elfriede Jelineks persönliche ‚Winterreise’, Feridun Zaimoglus München-Panorama ‚Alpsegen’ oder die theatralische Bewältigung des großen Wenderomans ‚Der Turm’ von Uwe Tellkamp.

 

Programm

 

Mittwoch, 15. Juni,

18.00 Uhr im Saal

Eröffnung der Autorentheatertage

mit Jurorin Elke Schmitter und Ulrich Khuon

 

Gastspiele im Deutschen Theater

 

Mittwoch, 15. Juni, 19.30-21.30 Uhr, Gastspiel Münchner Kammerspiele

Alpsegen von Feridun Zaimoglu und Günter Senkel

 

Samstag, 18. Juni, 19.30-21.15 Uhr, Gastspiel Burgtheater Wien

Peggy Pickit sieht das Gesicht Gottes von Roland Schimmelpfennig

 

Montag, 20. Juni, 19.30-22.40 Uhr, Gastspiel Münchner Kammerspiele

Winterreise von Elfriede Jelinek

 

Mittwoch, 22. + Donnerstag, 23. Juni, 19.00-22.30 Uhr, Gastspiel Staatsschauspiel Dresden

Der Turm von Uwe Tellkamp

 

Gastspiele in den Kammerspielen

 

Mittwoch, 15. + Donnerstag, 16. Juni, 20.00-21.45 Uhr, Gastspiel Schauspielhaus Wien

tier. man wird doch bitte unterschicht von Ewald Palmetshofer

 

Freitag, 17. Juni, 20.30-22.10 Uhr, Gastspiel Schauspiel Frankfurt

Wenn, dann: Was wir tun, wie und warum von Roland Schimmelpfennig

 

Samstag, 18. Juni, 20.00-21.50 Uhr + Sonntag, 19. Juni, 19.30-21.20 Uhr, Gastspiel Stadttheater Bern

Murder Ballads von Rebekka Kricheldorf

 

Montag, 20. Juni, 20.00-22.00 Uhr, Gastspiel Staatstheater Kassel

Robert Redfords Hände selig von Rebekka Kricheldorf

 

Mittwoch, 22. Juni, 20.00-21.50 Uhr, Gastspiel Nationaltheater Mannheim

Gespräche mit Astronauten von Felicia Zeller

 

Donnerstag, 23. Juni, 20.00-21.45 Uhr + Freitag, 19.30-21.15 Uhr, Gastspiel Nationaltheater Mannheim

supernova (wie gold entsteht) von Philipp Löhle

 

Gastspiele in der Box

 

Mittwoch, 15. Juni, 20.30-21.55 Uhr, Gastspiel Deutsches Schauspielhaus Hamburg

Wenn ihr euch totschlagt ist es ein Versehen von Oliver Bukowski

 

Freitag, 17. Juni, 19.30-21.30 Uhr + Samstag, 18. Juni, 15.00-17.00 Uhr, Gastspiel Theater Kiel

einsatz spuren von Tobias Rausch/lunatiks produktion

 

Freitag 17. + Samstag 18. Juni, 22.00-22.45 Uhr, Gastspiel Schauspielhaus Wien

Die Geschichte meiner Einschätzung am Ende des dritten Jahrtausends von PeterLicht

 

Sonntag, 19. Juni, 16.00-17.30 + 20.30-22.00 Uhr, Gastspiel Bühnen der Stadt Gera / Landestheater Altenburg

Narbengelände von Anne Habermehl

 

Montag, 20. Juni, 20.30-22.00 Uhr + Dienstag, 21. Juni, 20.00-21.30 Uhr, Gastspiel Oldenburgisches Staatstheater

Aus der Mitte der Gesellschaft von Marc Becker

 

Mittwoch, 22. Juni, 19.00-20.30 + 22.00-23.30 Uhr, Gastspiel Theater Neumarkt Zürich

Rafael Sanchez erzählt: Spiel mir das Lied vom Tod von Rafael Sanchez und Petschinka

 

Donnerstag, 23. Juni, 20.30-22.15 + Freitag, 24. Juni, 20.00-21.45 Uhr, Gastspiel Staatstheater Mainz

Balkanmusik von Daniel Mezger

 

Saal

 

Freitag, 17. Juni, 14.30-18.30 Uhr

Tischgespräche in Kooperation mit der Dramaturgischen Gesellschaft (geschlossene Veranstaltung)

 

Freitag, 17. Juni 22.30 Uhr

Preisverleihung des Internationalen Theaterinstituts (ITI) an Dea Loher

 

Samstag, 18. Juni, 11.00-15.00 Uhr

Komiker und Magiker Symposium zu den Stücken von Rebekka Kricheldorf und Roland Schimmelpfennig

 

Alle Infos

www.autorentheatertage.de

 

 

 

 

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 22 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Ausbruch mit Jacke - Gelungener Saisonstart im Theater Pfütze in Nürnberg mit Christina Gegenbauers Dramatisierung „Ich bin Vincent und ich habe keine Angst“

Wenn es während der Vorstellung unwichtig wird, für welche Zielgruppe eine Theaterproduktion gemacht wurde, ist das immer ein gutes Zeichen. Mit „Ich bin Vincent und ich habe keine Angst“ nach dem…

Von: Stephan Knies

„GESCHÖPFE“ von Ben J. Riepe im Tanzhaus NRW in Düsseldorf

Auf der dunklen Bühne stehen Bäume und Sträucher in Kübeln, die als erstes von einem Performer verrückt werden. An der rechten Bühnenseite finden sich aufgehäuft Körperteile von Schaufensterpuppen,…

Von: Dagmar Kurtz

Ein stilles Solo

Ein Wesen in silbern schimmerndem, folienartigem Gewand, der ganze Körper von Kopf bis Fuß verhüllt, bewegt sich aus dem Dunkel auf die Bühne. Es herrscht Stille und das Wesen erkundet langsam, fast…

Von: Dagmar Kurtz

"A First Date, Episode 1" in der Deutschen Oper am Rhein

Ein bisschen aufregend ist es schon: das erste Date. Vorfreude und Unsicherheit mischen sich mit unspezifischen Erwartungen. Wird es gut ablaufen? Folgen Erleichterung oder Enttäuschung?  

Von: Dagmar Kurtz

Liebesbande

Hinter tropischen Blumen befindet sich ein luxuriöses Anwesen mit Stahlträgern in offener Bauweise im Stil von Mies van der Rohes Barcelona Pavillon. Die Einrichtung ist im angesagten Midcentury…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑