HomeBeiträge
AVENUE Q - Musical von Robert Lopez, Jeff Marx (Musik und Gesangstexte) - THEATER BIELEFELDAVENUE Q - Musical von Robert Lopez, Jeff Marx (Musik und Gesangstexte) -...AVENUE Q - Musical von...

AVENUE Q - Musical von Robert Lopez, Jeff Marx (Musik und Gesangstexte) - THEATER BIELEFELD

PREMIERE 10.09.17, 19:30 Uhr, Stadttheater. -----

Darf man eigentlich Witze über Schwule, Verzeihung: Homosexuelle machen? Wozu wird das Internet am häufigsten gebraucht? Was istrassistisch und was nicht? Die nicht gerade mundfaulen Bewohner der Avenue Q tappen lustvoll in diese Fettnäpfchen der politischen Korrektheit, und sie dürfen das: Schließlich liegt die Avenue Q quasi Ecke an Ecke mit der Sesamstraße und die ist ja bekannt dafür, dass sie ihren Zuschauern auf höchst vergnügliche Weise die Welt erklärt.

Puppen und Menschen geben sich in der Avenue Q ein fröhliches Stelldichein und sie tragen ihre ganz alltäglichen Probleme auf der Zunge. Gesungen und getanzt wird buchstäblich bis zum Orgasmus, aber keine Angst: Man muss schon sehr humorlos sein, um hier einen ernsthaften Anschlag aufs Schamgefühl zu befürchten. Solange Daniel Küblböck als Hausmeister die Schlüssel in der Hand hat, hängt in der Avenue Q der Haussegen nie so ganz schief (allerdings auch nicht wirklich gerade). Princeton landet hier nach seinem Studienabschluss, er ist auf Wohnungssuche und verliebt sich in Kate Monster, die seit Jahren auf den Traumprinzen wartet.

 

Trekkie Monster (nicht verwandt!) verbringt seine Tage und Nächte vor dem Bildschirm, während Christmas Eve und ihr Mann Brian dringend Arbeit brauchen. Rod teilt sich mit Nicky eine Wohnung und hätte gern mehr von ihm, als er sich eingesteht. Lucy D. Schlampe verdreht den Männern gründlich den Kopf, bis sie selbst eine Gehirnwäsche erhält, und wer von uns würde nicht gern mal die kleinen Teufelchen zu Gesicht bekommen, die uns immer so verführerische wie schlechte Ideen einreden? »Willkommen bei den Bullshit-Bären« könnte der Untertitel zur Show heißen, und genau das ist Avenue Q: Einegroßartige Show mit Puppen, Menschen, ihren Schicksalen und wunderbar übergriffigen Songs, die wir – zur Sicherheit – erst ab 16 Jahren empfehlen.

 

Die beiden Autoren, Robert Lopez, der in New York geboren wurde und in Yale studierte, und Jeff Marx, der aus Florida kam und in Michigan studierte, hatten finanzielle Schwierigkeiten, als sie 1999 die Idee zu

Avenue Q hatten: »Wir hatten keinen Manager, wir waren niemand und lebten von Aushilfsjobs. Wir schrieben über das Leben, das wir damals führten – wir waren beide extrem arm und fragten uns, wie wir jemals unseren Lebensunterhalt bestreiten sollten«, erinnerte sich Jeff Marx.

 

Im März 2003 kam das Stück am Broadway heraus und lief dort äußerst erfolgreich bis 2009. Die deutschsprachige Erstaufführung fand 2011 in St. Gallen und die deutsche Erstaufführung 2012 in Mannheim statt – beide übrigens u. a. mit Stefanie Köhm, die Kate Monster auch in der Bielefelder Neuinszenierung spielen wird. Die Songs, die Puppen wie Menschen zu singen haben, bleiben nicht nur im Ohr, sondern verbreiten auch unerschütterlich gute Laune. Willkommen in der Avenue Q!

 

MUSIKALISCHE LEITUNG

William Ward Murta

INSZENIERUNG

Christian Lugerth

BÜHNE UND KOSTÜM

Udo Herbster

CHOREOGRAFIE

Michaela Duhme

 

BESETZUNG

Princeton / Rod / weitere Rollen Thomas Klotz

Kate Monster / weitere Rollen Stefanie Köhm

Brian Martin Christoph Rönnebeck

Christmas Eve Anna Mari Takenaka

Daniel Küblböck Norbert Kohler

Lucy D. Schlampe / Umzugskartons / Lavinia

Semmelmöse / weitere Rollen Michaela Duhme

Nicky / Trekkie Monster / Umzugskartons / Neuankömmling / weitere Rollen Benedikt Ivo

Bullshit-Bären / Umzugskartons / Ricky / weitere Rollen Katharina Schutza

 

Avenue-Q-Band (Jörn Brackelsberg, Arndt Hesse, Adam Laslett/Anahit Ter-Tatshatyan, William Ward Murta, Michael Rossberg, Andreas Scheinhütte)

 

Die nächsten Vorstellungen

17.09., 22.09., 23.09., 01.10.,

06.10., 21.10.; weitere Termine folgen

 

Karten

0521 / 51 54 54

www.theater-bielefeld.de

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 18 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Der Überfall

Gerade ist man noch fröhlich herumgehopst, da, eine heftige Attacke, und schon streckt es einen nieder. Ein Virus oder ein Bakterium hat seinen Weg in den Körper gefunden. Nun werden alle Kräfte…

Seelenlandschaften

Stockfinstere Nacht, das Meer mit hohen, sich türmenden Wellen, der Wind tost, Paare am Strand. Die „Sinfonia da Requiem“ op. 20 von Benjamin Britten setzt ein. Sie ist die musikalische Grundlage von…

Wir müssen‘s wohl leiden

Wie die ursprünglichen revolutionären Ansprüche nach Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, die die Abschaffung der Sklaverei, die Gleichberechtigung der Frauen, die Entmachtung des Adels beinhaltet,…

Von: Dagmar Kurtz

Selbsterkundung

Zusammengekauert und regungslos verharren drei Frauen auf der Bühne. Drei Frauen mit runden Spiegeln, die das Gesicht verdecken, aber nichts widerspiegeln, nichts durchscheinen lassen. Sie erinnern an…

Von: Dagmar Kurtz

Geld regiert die Welt

Biblische Stoffe als Grundlage für eine Oper hatten es nicht nur um 1870 schwer, überhaupt aufgeführt zu werden, sondern scheinen auch heute das Publikum nicht allzu sehr zu reizen, wenn man die…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

Folgen Sie uns auf:

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

 

Hintergrundbild der Seite
Top ↑