Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
"Avenue Q", Musical von Robert Lopez und Jeff Marx, Theater Hagen"Avenue Q", Musical von Robert Lopez und Jeff Marx, Theater Hagen"Avenue Q", Musical von...

"Avenue Q", Musical von Robert Lopez und Jeff Marx, Theater Hagen

Premiere am 5. September 2015, 19.30 Uhr, Großes Haus. -----

In der Avenue Q wohnen Puppen Seite an Seite mit echten Menschen. Sie singen von Rassismus, Schadenfreude , Sexualität u.a.. Mal ganz direkt, mal mit satirischem Scharfsinn überzeichnen sie Themen der „real world“ zu komödiantischen Höhenflügen.

Manchmal kann man die Qualität einer Wohnlage am Alphabet ablesen: In New York etwa lebt es sich recht gut auf der Avenue A. Von B über C bis zur Avenue D wird es jedoch immer schmuddeliger. Dann kommt das Ufer des East River, und Manhattan ist zuende. Wäre das nicht so, könnte man sich ausrechnen, wer wohl in den Straßen lebte, die die hinteren Buchstaben des Alphabets tragen, in der Avenue Q zum Beispiel. Die fiktive Adresse liefert zugleich den Schauplatz und den Titel des diesjährigen Musicals im theaterhagen. Sie ist ein Ort für Menschen, die ihre größten Erfolge entweder lange hinter sich haben oder noch brennend – wenn auch im Moment leider vergeblich – darauf hoffen. Da es aber ja nicht immer die besten Eigenschaften sind, die mit Wohlstand belohnt werden, sind die Verlierer in der Avenue Q ein Grüppchen äußerst liebenswerter Charaktere. Sie träumen davon, ein Star zu sein oder auch nur eine erfolgreiche Kindergärtnerin, und vor allem träumen sie von der Liebe. Und die ist in der Avenue Q genauso schön und genauso kompliziert wie anderswo.

 

Vielleicht ist sie sogar noch ein bisschen komplizierter, denn die Bewohner der Avenue Q sind nur zum Teil Menschen. Überwiegend sind sie Puppen, und deren Ähnlichkeit mit den Stars der Sesamstraße ist keineswegs zufällig. Hier zeigen die Figuren des Kinderfernsehens ihre erwachsenen Seiten – die Spekulationen etwa über die sexuelle Orientierung, die immer wieder um das „Paar“ Ernie und Bert kreisten, werden hier zwischen dem Anlagenberater Rod und seinem Mitbewohner Nick zum Stoff dramatischer Auseinandersetzung. Und als sich der junge Princeton in die Kindergärtnerin in spe Kate verliebt, währt das pure lustvolle Glück nicht lange. Schließlich ist er ein Hochschulabsolvent auf der Suche nach dem Lebenssinn und sie „nur“ ein Monster.

 

So versammeln sich auf der Avenue Q die Außenseiter und Randfiguren unserer Wohlstandsgesellschaft und erleben dort genau die Konflikte, die alle überall angehen. Toleranz gegenüber Homosexuellen ist ebenso ein Thema wie Rassismus; Treue in der Liebe und zu sich selbst ebenso wie das Entdecken einer Gemeinschaft, die allen zugute kommt. So schräg das Leben der Menschen und Puppen auf der Avenue Q auch mitunter sein mag, am Ende ist die Botschaft so einfach wie überzeugend: Wer zusammenhält, ist stärker und glücklicher.

 

Das preisgekrönte Musical wird in Koproduktion mit der Hochschule Osnabrück aufgeführt.

 

Musik und Songtexte von Robert Lopez und Jeff Marx

Buch von Jeff Whitty

Deutsch von Dominik Flaschka (Dialoge) und Roman Riklin (Songtexte)

Altersempfehlung ab 14 Jahren

 

Musikalische Leitung Steffen Müller-Gabriel

Inszenierung Sascha Wienhausen

Choreographie Barbara Tartaglia

Bühne und Kostüme Ulrike Reinhard

Lich tHans-Joachim Köster

Video Lieve Vanderschaeve

Dramaturgie Miriam Michel

Regieassistenz / Abendspielleitung Rahel Schwarz

Inspizienz Bettina Grüger

 

Fr 18.09.2015 / 19:30 Uhr

So 27.09.2015 / 18:00 Uhr

So 11.10.2015 / 18:00 Uhr

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 16 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

„GESCHÖPFE“ von Ben J. Riepe im Tanzhaus NRW in Düsseldorf

Auf der dunklen Bühne stehen Bäume und Sträucher in Kübeln, die als erstes von einem Performer verrückt werden. An der rechten Bühnenseite finden sich aufgehäuft Körperteile von Schaufensterpuppen,…

Von: Dagmar Kurtz

Ein stilles Solo

Ein Wesen in silbern schimmerndem, folienartigem Gewand, der ganze Körper von Kopf bis Fuß verhüllt, bewegt sich aus dem Dunkel auf die Bühne. Es herrscht Stille und das Wesen erkundet langsam, fast…

Von: Dagmar Kurtz

"A First Date, Episode 1" in der Deutschen Oper am Rhein

Ein bisschen aufregend ist es schon: das erste Date. Vorfreude und Unsicherheit mischen sich mit unspezifischen Erwartungen. Wird es gut ablaufen? Folgen Erleichterung oder Enttäuschung?  

Von: Dagmar Kurtz

Liebesbande

Hinter tropischen Blumen befindet sich ein luxuriöses Anwesen mit Stahlträgern in offener Bauweise im Stil von Mies van der Rohes Barcelona Pavillon. Die Einrichtung ist im angesagten Midcentury…

Von: Dagmar Kurtz

Ein Hauch von Sehnsucht

Raimund Hoghes letztes Stück „Lettere amoroso“ handelte von Flucht und den sehnsuchtsvollen Briefen, die die Geflohenen schrieben. So weckt das Wort „Vietnam“ im Titel des neuen Stückes "Postcards…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

Folgen Sie uns auf:

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑