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Berliner Festspiele MaerzMusik 2010, das internationale Festival für aktuelle Musik Berlin vom 19. bis 28. März 2010

Liebessehnsüchte und Jenseitshoffnungen: Sechs Musiktheaterproduktionen beim Festival MaerzMusik 2010

 

Mit vier Musiktheaterproduktionen und zwei Multimedialen Projekten ist szenisch eingerichtete Musik ein Schwerpunkt der diesjährigen MaerzMusik. Das internationale Festival für aktuelle Musik der Berliner Festspiele findet vom 19. bis 28. März 2010 findet statt und steht unter dem dialektischen Motto „Utopie [verloren]“. Themen sind Liebessehnsüchte und Jenseitshoffnungen, technische Hirngespinste und visionäre Experimente, verrückte Gedankenspiele und politische Exkursionen, Erinnerung und Zukunft, Verlust und Tod. Werke internationaler Komponisten, insgesamt 19 Uraufführungen und zahlreiche deutsche Erstaufführungen sind an verschiedenen Orten in ganz Berlin zu erleben.

 

Mit Luci mie traditrici des italienischen Komponisten Salvatore Sciarrino in der Inszenierung und Ausstattung der Künstlerin Rebecca Horn wird MaerzMusik 2010 eröffnet. 1998 bei den Schwetzinger Opernfestspielen uraufgeführt hat diese Oper bereits zahlreiche Aufführungen erlebt und gehört damit zu den erfolgreichsten zeitgenössischen Werken. Die zur MaerzMusik 2010 eingeladene Produktion hatte bei den Salzburger Festspielen 2008 Premiere und wurde vom Publikum und den Fachkreisen begeistert aufgenommen. Interpreten sind die Sänger Anna Radziejewska, Otto Katzameier, Kai Wessel, Simon Jaunin und der Performer Antonio Paucar sowie das Klangforum Wien unter der Leitung von Beat Furrer.

 

Der Dirigent und Komponist Beat Furrer wird mit dem Klangforum Wien zum Ende des Festivals seine eigene neue Musiktheaterarbeit zeigen: Wüstenbuch ist eine Collage mit Texten aus einem altägyptischen Papyrus, dem Fragment gebliebenen Roman Wüstenbuch von Ingeborg Bachmann, von Lukrez, Antonio Machado und Händl Klaus. Die szenische Einrichtung übernimmt Christoph Marthaler. Als Solisten treten die Sänger Tora Augestad, Hélène Fauchère, Sébastien Brohier sowie die Schauspielerin Isabelle Menke auf.

 

Ebenfalls mit Jenseitsvorstellungen nach dem Tod befasst sich die Schweizer Komponistin Mela Meierhans in ihrem musiktheatralischen Stück Rithaa – ein Jenseitsreigen II mit der arabischen Sängerin Kamilya Jubran. Nachdem Meierhans in Tante Hänsi – ein Jenseitsreigen I (präsentiert bei MaerzMusik 2007) ihre Klangwelt mit der traditionellen Jodel- und Bestattungskultur ihrer Heimat kontrastreich in Beziehung setzte, blickt sie nun auf Riten und Klangwelten der arabischen Welt.

 

Die Utopie des (vergifteten) Glücks in der Fremde thematisiert die Komponistin Lucia Ronchetti in ihrem Stück Der Sonne entgegen. Dieses Werk wurde vom „Fonds Experimentelles Musiktheater“ der Kulturstiftung NRW in Auftrag gegeben und 2007 in Gelsenkirchen uraufgeführt. Im Rahmen von MaerzMusik 2010 wird eine Neufassung in einer radikal veränderten Inszenierung (Regisseur Michael von zur Mühlen) zu erleben sein. Interpreten sind 14 Vokalsolisten und das Kammerensemble Neue Musik Berlin unter der Leitung von Timo Kreuser.

 

Et Ecce Terrae Motus – Es bebte die Erde von Antoine Brumel und Clemens Goldberg, eine „Utopische Musik im Angesicht des Untergangs“, leitet das Publikum auf einen Stationenweg der vom Menschen verursachten und der natürlichen Katastrophen von der Gegenwart bis in das Jahr 1500 – eine einzigartige Raum-Klang-Aufführung mit hervorragenden Gesangssolisten unter der Leitung von Marc Busnel.

 

In der lakonischen Musik-Film-Performance Telegrams from the Nose betreiben der Bildende Künstler William Kentridge und der junge Komponist François Sarhan eine drastische Dekonstruktion sowjetischer Polit-Mythen.

 

Aufgrund der umfänglichen Renovierungsarbeiten im Haus der Berliner Festspiele finden alle Konzerte von MaerzMusik 2010 an anderen prominenten Spielorten in ganz Berlin statt: Neue Nationalgalerie, Philharmonie und Kammermusiksaal der Philharmonie, Konzerthaus Berlin, Haus der Kulturen der Welt, Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz und Schaubühne am Lehniner Platz, Radialsystem V, Sophienkirche und Sophiensaele, Joseph-Joachim Konzertsaal der Universität der Künste und WellenFeld H 104 der Technischen Universität Berlin.

 

Infos und Tickets sind ab sofort an der Kasse oder im Online-Verkauf unter www.maerzmusik.de erhältlich. Weitere Informationen: www.maerzmusik.de oder Tel (030) 254 89 100.

 

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