Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
"Bootlegged" von Boyzie Cekwana & Danya Hammoud und "Entre Deus III: Testament" von Dorine Mokha in der Kaserne Basel "Bootlegged" von Boyzie Cekwana & Danya Hammoud und "Entre Deus III:..."Bootlegged" von Boyzie...

"Bootlegged" von Boyzie Cekwana & Danya Hammoud und "Entre Deus III: Testament" von Dorine Mokha in der Kaserne Basel

EU-Premiere: 15.1.2020, 21:15

Vor anderthalb Jahren zeigten Boyzie Cekwana und Danya Hammoud während Kaserne Globâle ein Try Out ihrer ersten künstlerischen Zusammenarbeit mit dem gleichen Titel, Bootlegged. Nun kommen sie zurück und präsentieren das fertige Stück als europäische Premiere in der Kaserne.

 

Im amerikanischen mittleren Westen der 1880er Jahre versteckten weisse Männer während der Prohibition Flaschen mit illegalem Alkohol in ihren Stiefeln, wenn sie mit Ureinwohnern Amerikas Handel trieben. Dies war eine Strategie, um widerspenstige Eingeborene durch Rausch gefügig zu machen. ‹Bootlegging› war geboren. ‹Bootlegging› ist ein anderes Wort für ‹Schmuggel›. Die Choreografin und Performerin Danya Hammoud und der Choreograf und Tänzer Boyzie Cekwana haben sich vor 15 Jahren kennengelernt.

In Bootlegged führen sie all die Jahre der geschmuggelten Ideen, Überlebensstrategien und verborgenen Erfahrungen zu einer öffentlich manifesten Begegnung zusammen. Wo befinden wir uns in dieser Zeit extremer Unsicherheit? Wie können wir uns vorstellen, eine kollektive Geschichte zu erschaffen und zu schreiben, in einer Zeit, in der sich alles Gemeinsame und Geteilte unter dem Gewicht einer bigotten Auseinandersetzung verbiegt? Danya Hammoud und Boyzie Cekwana kommen dafür zusammen, beugen ihre Taillen bis zur Oberkante ihrer Stiefel, greifen ihre eingeschleusten Waren, ihre geschmuggelten Geschichten heraus: So können sie gemeinsam stehen, eine neben dem anderen, einer über der anderen. Sich drehend, beugend und umeinandergewickelt. Zusammen.

Konzept & Performance Boyzie Cekwana & Danya Hammoud Licht Danya Hammoud, Boyzie Cekwana, Simon Lichtenberger

***

Dorine Mokha (CD)
Entre Deus III: Testament
Premiere: 15.1., 20:00
Weitere Vorstellung: 16.1., 20:00

In seinem Solo Testament Entre Deus III, dem dritten und letzten Teil seines autobiografischen Trilogieprojekts (Entre Deux, 2013; Entre Deux II: Lettre à Guz, 2015) verhandelt Dorine Mokha das schmerzhafte Spannungsverhältnis zwischen der eigenen Identität und dem repressiven Druck der kongolesischen Gesellschaftsrealität. Es entsteht ein Tanz, ein Schritt im Kampf gegen Homophobie, ein Zeichen für LGBT-Personen die in Stille leiden, ein Hervorheben eines Tabuthemas und der Beginn eines neuen Lebens:

Ich bin kongolesischer Staatsbürger und Künstler, männlich ... und homosexuell. In der Lage zu sein, diesen Satz in meinem Umfeld zu sagen und ihn täglich zu leben, hat mir das Leben gerettet, trotz der Aggressionen und Ablehnungen, die ich täglich erlebte. Ich bin was ich bin. Ich habe Jahre gebraucht, um zu lernen, es zu akzeptieren und zu leben, trotz all der mentalen und physischen Barrieren, die die Gesellschaft im Namen religiöser Überzeugungen, moralischer Gesetze und traditioneller Bräuche um mich herum aufgebaut hat. (Dorine Mokha)

Choreografie und Performance Dorine Mokha Musik und Sound Franck Mokha Video Mats Staub Bühne Ghislain Ditshekedi Kostüme Krystel Hamuli

Weitere Vorstellung: 16.1., 21:15

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 14 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

„GESCHÖPFE“ von Ben J. Riepe im Tanzhaus NRW in Düsseldorf

Auf der dunklen Bühne stehen Bäume und Sträucher in Kübeln, die als erstes von einem Performer verrückt werden. An der rechten Bühnenseite finden sich aufgehäuft Körperteile von Schaufensterpuppen,…

Von: Dagmar Kurtz

Ein stilles Solo

Ein Wesen in silbern schimmerndem, folienartigem Gewand, der ganze Körper von Kopf bis Fuß verhüllt, bewegt sich aus dem Dunkel auf die Bühne. Es herrscht Stille und das Wesen erkundet langsam, fast…

Von: Dagmar Kurtz

"A First Date, Episode 1" in der Deutschen Oper am Rhein

Ein bisschen aufregend ist es schon: das erste Date. Vorfreude und Unsicherheit mischen sich mit unspezifischen Erwartungen. Wird es gut ablaufen? Folgen Erleichterung oder Enttäuschung?  

Von: Dagmar Kurtz

Liebesbande

Hinter tropischen Blumen befindet sich ein luxuriöses Anwesen mit Stahlträgern in offener Bauweise im Stil von Mies van der Rohes Barcelona Pavillon. Die Einrichtung ist im angesagten Midcentury…

Von: Dagmar Kurtz

Ein Hauch von Sehnsucht

Raimund Hoghes letztes Stück „Lettere amoroso“ handelte von Flucht und den sehnsuchtsvollen Briefen, die die Geflohenen schrieben. So weckt das Wort „Vietnam“ im Titel des neuen Stückes "Postcards…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

Folgen Sie uns auf:

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑