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Das Burgtheater Wien und die neue Spielzeit 2008/2009: Abschied und AusblickDas Burgtheater Wien und die neue Spielzeit 2008/2009: Abschied und AusblickDas Burgtheater Wien und...

Das Burgtheater Wien und die neue Spielzeit 2008/2009: Abschied und Ausblick

Klaus Bachler über seine letzte Saison als Burgtheaterdirektor:

 

"In der kommenden Spielzeit werden wir – zusätzlich zu den zahlreichen Neuproduktionen – noch einmal die Aufführungen Revue passieren lassen, die exemplarisch für das Programm des Burgtheaters der letzten zehn Jahre stehen.

Das Burgtheater will mit der Auswahl dieser Produktionen noch einmal deutlich machen, was es in den letzten Jahren ausgemacht hat, wodurch es besonders geprägt war. Die Auswahl, die wir ein letztes Mal präsentieren, umfasst den gesamten Shakespeare-Zyklus in seiner Vielfalt von Regiehandschriften. Die zwei vielleicht prägendsten Regisseure waren Andrea Breth und Martin Kušej. Die eine, Andrea Breth, vertreten mit Säulen der deutschen Klassik, der andere, Martin Kušej, mit Grillparzer, Nestroy sowie mit Schönherrs »Weibsteufel«; so rundet sich sein über die Jahre entstandener Österreich-Zyklus.

 

Nachdem in der Anfangszeit meiner Direktion noch Altmeister wie Peter Zadek und Klaus Michael Grüber den Spielplan dominierten, hat sich das Burgtheater radikal gehäutet und verjüngt wie nie zuvor. Stellvertretend für den Generationenwechsel seien neben Karin Beier, die von Anfang bis Ende dabei war, vor allem die Regisseure Friederike Heller, Christiane Pohle und Nicolas Stemann genannt. Alle drei haben sich nahezu exklusiv mit der österreichischen Gegenwartsdramatik beschäftigt, die ein zentraler Schwerpunkt unserer Arbeit war. So können wir in der letzten Spielzeit noch einmal je drei Stücke von Elfriede Jelinek, Gert Jonke und Peter Handke zeigen.

Mindestens so wichtig wie die Regisseure und die Autoren sind aber die Schauspieler, die all dies tragen und wegen derer man in Wien Gott sei Dank noch ins Theater geht.

 

Das Burgtheater hat sich seiner gesetzlichen Aufgabe, die uns innere Verpflichtung ist, nämlich »Nationaltheater« zu sein, in den letzten Jahren immer wieder gestellt. Und so trauen wir uns zum Abschluss neben dem Shakespeare-Zyklus noch eine Großunternehmung zu: erstmals seit über 40 Jahren wird Goethes »Faust I und II« wieder auf dem Spielplan des Burgtheaters stehen."

 

Premieren 2008/2009

 

Premiere im Akademietheater am 12. September 2008

Karl Schönherr

Der Weibsteufel

Regie Martin Kušej

Bühne Martin Zehetgruber

Kostüme Heide Kastler

 

Premiere im Kasino im Oktober 2008

William Shakespeare

Ende gut, alles gut

Regie Niklaus Helbling

Bühne Dirk Thiele

Kostüme Judith Steinmann

 

Premiere im Burgtheater im Oktober 2008

Johann Wolfgang Goethe

Faust I und II

Regie Jürgen Gosch

Ausstattung Johannes Schütz

 

Premiere im Akademietheater im November 2008

Thomas Mann

Doktor Faustus

Regie Friederike Heller

Bühne Sabine Kohlstedt

Kostüme Johanna Preissler

 

Premiere im Akademietheater im November 2008

Uraufführung

René Pollesch

Fantasma - Ritt in die Hölle

Regie René Pollesch

Bühne Bert Neumann

Kostüme Nina von Mechow

Video Meika Dresenkamp

 

Premiere im Kasino im November 2008

Uraufführung

Gaston Salvatore

Feuerland

Regie Tina Lanik

Bühne Magdalena Gut

Kostüme Su Sigmund

 

Premiere im Kasino im Dezember 2008

Österreichische Erstaufführung

Felicia Zeller

Kaspar Häuser Meer

Regie Tina Lanik

Bühne Magdalena Gut

Kostüme Su Sigmund

 

Premiere im Akademietheater im Dezember 2008

William Shakespeare

Macbeth

Regie Stephan Kimmig

Bühne Martin Zehetgruber

Kostüme Heide Kastler

 

Premiere im Burgtheater im Jänner 2009

Thomas Bernhard

Der Schein trügt

Regie Nicolas Brieger

Bühne Mathias Fischer-Dieskau

 

Premiere im Kasino im Jänner 2009

Uraufführung

Ruedi Häusermann / Händl Klaus

Schafe kennen keinen Hals

Komposition und Regie Ruedi Häusermann

Texte Händl Klaus

Bühne Muriel Gerstner / Ruedi Häusermann

Kostüme Barbara Maier

 

Premiere im Burgtheater im Februar 2009

Pedro Calderón de la Barca

Das Leben ein Traum

Regie Karin Beier

Bühne Thomas Dreißigacker

Kostüme Maria Roers

Musik Jörg Gollasch

 

Premiere im Burgtheater im März 2009

Botho Strauß

Trilogie des Wiedersehens

Regie Stefan Bachmann

Bühne Hugo Gretler

Kostüme Annabelle Witt

 

Im Burgtheater im März 2009

Carmen Brucic

Symmetrien des Abschieds

Konzept Carmen Brucic

 

Geplant für Burgtheater im März 2009

Ein Projekt von Christoph Schlingensief

 

Geplant für Burgtheater im April 2009

Ein Projekt von Anselm Kiefer und Martin Kušej

 

 

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Neues Schreiben

 

Werkstatttage vom 6. bis 19. Oktober 2008

WerkstattNacht am 19. Oktober 2007 im Kasino am Schwarzenbergplatz

 

Werkstatttage an der Burg

 

Das Theater ist beständig auf der Suche nach neuen Texten: Junge

Autorinnen und Autoren und ihre Arbeit zu unterstützen, die

zeitgenössische Dramatik schon im Entstehen zu fördern, das ist das

erklärte Ziel der Werkstatttage. So werden heuer zum sechsten Mal die

Autoren-Werkstatttage an der Burg stattfinden. Sie werden vom

Burgtheater gemeinsam mit dem Deutschen Literaturfonds, Darmstadt

(gefördert von der Kulturstiftung des Bundes) und in Zusammenarbeit

mit der literar-mechana, Wien und pro helvetia veranstaltet.

 

Deutschsprachige Autoren unter 35 Jahren waren aufgefordert, sich mit

ihren Stücken bis zum 30. April zu bewerben und die Jury – bestehend

aus Ulrich Hub (Autor), Britta Kampert (Dramaturgin), Petra Kohse

(Publizistin), Susanne Meister (Dramaturgin) und Gunther Nickel

(Literaturwissenschaftler) – zwei Wochen am Burgtheater die

Gelegenheit erhalten, an ihren aktuellen Stücken zu arbeiten. In der

Zusammenarbeit mit Theaterleuten, die sich in Theorie und Praxis mit

neuer Dramatik beschäftigen, soll der Blick der Autoren für die

Bühnenwirksamkeit und Theatertauglichkeit ihrer Texte geschärft

werden. Hier wird den Autoren die Möglichkeit geboten, ihre Texte mit

Theaterleuten zu diskutieren und weiterzuentwickeln. Im Zentrum steht

die Zusammenarbeit mit Schauspielern des Ensemb

les sowie Regisseuren und

Dramaturgen, um die noch unfertigen Stücke buchstäblich »auf die Probe

zu stellen«.

 

Zum Abschluss der Werkstatttage hat auch das Publikum die Möglichkeit,

die Arbeitsergebnisse und die Autoren kennen zu lernen. Am 19. Oktober

2008 wird die sechste WerkstattNacht im Kasino am Schwarzenbergplatz

stattfinden.

 

Als Autoren bei den Werkstatttage in den Jahren 2003 bis 2007 waren

bereits zu Gast: Catherine Aigner, Jörg Albrecht, Andri Beyeler, Toni

Bernhart, John Birke, Evamaria Bohle, Dorothee Brix, Nuran Calis, Nina

Ender, Reto Finger, Ann-Christin Focke, Simon Froehling, Christoph

Graebel, Meike Hauck, Nino Haratischwili, Alexandra Helmig, Anja

Hilling, Johanna Kaptein, Lothar Kittstein, Jannis Klasing, Christopher

Kloeble, Stephan Lack, Kai Lenke, Andreas Liebmann, Philipp Löhle,

Claudius Lünstedt, Gerhard Meister, Susanne Mewe, Kristina Nenninger,

Jan Neumann, Ewald Palmetshofer, Charlotte Roos, Christina Schlemmer,

Katharina Schmidt, Volker Schmidt, Katharina Schmitt, Johannes

Schrettle, Gerhild Steinbuch, Darja Stocker, Tine Rahel Völcker, Sabine

Wang und Laura de Weck.

 

 

 

 

 

 

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