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"Das letzte Feuer" von Dea Loher im Staatstheater Wiesbaden

Premiere: Samstag, 13. September 2008, 19.30 Uhr, Kleines Haus

 

An einem heißen Sommertag wird ein kleiner Junge überfahren – zurück bleiben acht Menschen, die in Schuld und Trauer miteinander verbunden sind:

 

Die Unglücksfahre-rin, der Augenzeuge, die Familie des toten Kindes, die Autobesitzerin, der Unfallverursacher... Der Tod des Jungen geht an keinem spurlos vorüber. Dieser unwiederbringliche Verlust verbindet und ermöglicht Annäherung, spaltet jedoch auch, reißt auseinander und zerstört.

 

In ihrem neuesten Stück legt Dea Loher einen Befund der Gesellschaft am Anfang des 21. Jahrhunderts vor – poetisch und verstörend zugleich. Sie lässt die acht Figuren mit ihren Ängsten, Wünschen und Sehnsüchten immer wieder zu einem kollekti-ven ‚Wir’ zusammen wachsen, zu einer Art kollektivem Bewusstsein. So erweitert sich die persönliche Tragödie zur Bestandsaufnahme einer liebessehnsüchtigen, mit unstillbarem Schmerz durchtränkten, die Hoffnung jedoch nicht aufgebenden Gesellschaft der Vereinzelten.

 

Dea Loher (Jahrgang 1964) ist eine der wichtigsten deutschen Gegenwarts-dramatikerinnen. Ihre Theaterstücke wie „Unschuld“, „Adam Geist“ oder „Klaras Verhältnisse“ werden in viele Sprachen übersetzt und weltweit gespielt. Dea Loher wurde u.a. mit dem Bertolt-Brecht-Preis der Stadt Augsburg (2006) und dem Else-Lasker-Schüler-Dramatikerpreis (2005) ausgezeichnet. Für „Das letzte Feuer“ erhielt sie in diesem Jahr zum zweiten Mal nach 1998 den Mülheimer Dramatikerpreis.

 

Regissseur Tilman Gersch, fester Regisseur am Staatstheater Wiesbaden und Mitglied der Schauspielleitung, inszeniert Dea Lohers Großstadtklage. Er spürt mit dem Wiesbadener Ensemble den unfassbaren Verlusten und Traumata der Figuren nach. Vergessen, Flucht, Todessehnsucht, Gier nach Liebe – die Reaktionen auf den erlittenen Schmerz sind verschieden und doch alle geprägt von einer fast schon trotzig anmutenden Sehnsucht nach einem kleinen Zipfel vom Glück.

 

Gersch arbeitet in Dresden, Leipzig und Göttingen und hat in Wiesbaden u.a. William Shakespeares „Was ihr wollt“, „Nathan der Weise“ von Gotthold Ephraim Lessing sowie Heinrich von Kleists „Die Familie Schroffenstein“ inszeniert. Nach Sven Rege-ners „Herr Lehmann“ wendet sich Tilman Gersch nun wieder einem Gegenwartsstück zu.

 

Inszenierung Tilman Gersch

Bühne und Kostüme Ariane Salzbrunn

Musik Bernd Jestram (tarwater)

Dramaturgie Carola Hannusch

 

Mit: Lissa Schwerm (Susanne), Jörg Zirnstein (Ludwig), Zygmunt Apostol (Rosemarie), Katalyn Bohn (Edna), Evelyn M. Faber (Karoline), Lars Wellings (Olaf), Michael von Burg (Peter), Sebastian Münster (Rabe)

 

Weitere Vorstellungen: Mi 17.9., Mi 24.9., Fr 26.9., jeweils 19:30 Uhr, Kleines Haus

 

 

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