Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
DAS WINTERMÄRCHENDAS WINTERMÄRCHENDAS WINTERMÄRCHEN

DAS WINTERMÄRCHEN

Schauspiel in fünf Akten von William Shakespeare, in der Übersetzung von Peter Handke

Stadttheater Chur

 

Shakespeare schrieb „Das Wintermärchen“ zwischen 1609 und 1611 kurz vor seinem endgültigen Rückzug aus London in seine Geburtsstadt Stratford-upon-Avon.

Er nennt sein Stück „Romanze“. Diese Gattung zeichnet sich vor allem durch ihre Märchenhaftigkeit aus. Shakespeares Märchen spielt am Königshof in Sizilien und in Böhmen am Meer. Leontes, König von Sizilien, hat seinen Freund Polixenes, König von Böhmen, zu Gast und zwar „neun Monde“ lang. Den geplanten Aufbruch kann nur Hermione, Leontes Gattin, verhindern. Und plötzlich bricht Leontes Eifersucht über alle herein wie Hagelwetter: Polixenes flieht, Hermione, hochschwanger, wird gefangengesetzt, das Neugeborene bei Sturm außer Landes, nach Böhmen, gebracht. Antigonus, der Überbringer, wird von einem Bären gefressen. Mamilius, der Erstgeborene des Königspaares, stirbt aus Gram über die Veränderungen. Erst als ihm auch der Tod seiner Königin gemeldet wird, hält Leontes ein in seinem Wüten und verfällt in tiefe Reue. Die Zeit tritt auf, sechzehn Jahre sind vergangen.

 

Dem Winter der Gefühle in Sizilien folgt der Frühling in Böhmen. Florizel, Sohn des Polixenes, hat sich in eine Schäferin verliebt. Es ist Perdita, das unerkannte, verlorene Königskind. Doch schon droht neues Unwetter, diesmal vom König von Böhmen und die Flucht geht nach Sizilien. Dort nimmt alles ein märchenhaftes Ende. Hermione verwandelt sich von einer lebensechten Statue in ein lebendiges Wesen.

 

 

Doch Shakespeare wäre nicht Shakespeare, wenn er nicht einen Hauch Melancholie in die Freude gemischt hätte: Leontes und Hermione sind nun das eher winterliche Paar neben Perdita und Florizel, deren frühlingshaft blühende Liebe hält - bis zum nächsten Wintereinbruch. „Die Nachrichten, auch wenn man sie wahr nennt, gleichen einem alten Märchen“ dichtet Peter Handke Shakespeare nach.

 

„Das Wintermärchen“ ist die Antrittsinszenierung des neuen Intendanten Manuel Soubeyrand, der zuvor Schauspieldirektor am Theater Chemnitz war. Nach „Romeo und Julia“ in Braunschweig und „Cymbelin“ in Chemnitz ist „Das Wintermärchen“ seine dritte Shakespeare-Inszenierung. „Jetzt also mit einem großen Ensemble einen großen, wuchtigen Shakespeare-Stoff.“ (Manuel Soubeyrand)

Stadttheater Chur, Schweiz

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 11 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

„GESCHÖPFE“ von Ben J. Riepe im Tanzhaus NRW in Düsseldorf

Auf der dunklen Bühne stehen Bäume und Sträucher in Kübeln, die als erstes von einem Performer verrückt werden. An der rechten Bühnenseite finden sich aufgehäuft Körperteile von Schaufensterpuppen,…

Von: Dagmar Kurtz

Ein stilles Solo

Ein Wesen in silbern schimmerndem, folienartigem Gewand, der ganze Körper von Kopf bis Fuß verhüllt, bewegt sich aus dem Dunkel auf die Bühne. Es herrscht Stille und das Wesen erkundet langsam, fast…

Von: Dagmar Kurtz

"A First Date, Episode 1" in der Deutschen Oper am Rhein

Ein bisschen aufregend ist es schon: das erste Date. Vorfreude und Unsicherheit mischen sich mit unspezifischen Erwartungen. Wird es gut ablaufen? Folgen Erleichterung oder Enttäuschung?  

Von: Dagmar Kurtz

Liebesbande

Hinter tropischen Blumen befindet sich ein luxuriöses Anwesen mit Stahlträgern in offener Bauweise im Stil von Mies van der Rohes Barcelona Pavillon. Die Einrichtung ist im angesagten Midcentury…

Von: Dagmar Kurtz

Ein Hauch von Sehnsucht

Raimund Hoghes letztes Stück „Lettere amoroso“ handelte von Flucht und den sehnsuchtsvollen Briefen, die die Geflohenen schrieben. So weckt das Wort „Vietnam“ im Titel des neuen Stückes "Postcards…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑