Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
"das wintermärchen" von william shakespeare, Deutsches Nationaltheater Weimar"das wintermärchen" von william shakespeare, Deutsches Nationaltheater Weimar"das wintermärchen" von ...

"das wintermärchen" von william shakespeare, Deutsches Nationaltheater Weimar

premiere: 22. september 2012 / 19.00 uhr / großes haus. -----

Etwas ist faul im Inselreich Sizilien. König Leontes, aus heiterem Himmel von rasender Eifersucht entzündet, verdächtigt ausgerechnet seinen Jugendfreund, den böhmischen Potentaten Polixenes, ihn mit seiner tugendhaften Gattin Hermione hintergangen zu haben.

Nichts und niemand kann ihn von seinem wahnhaften Verdacht reinigen. Leontes ist von jeder Ratio befreit, „beseelt“ allein vom nihilistischen Hass auf die ganze Welt. Folglich führt er einen gnadenfreien Vernichtungsfeldzug, der auch ihn selbst auszulöschen droht: Den Gast zwingt er zur Flucht in dessen Heimat, seiner Ehefrau macht er den Prozess, die gerade neugeborene Tochter lässt er durch den ihm

ergebenen Sizilianer Antigonus aussetzen. Erst der plötzliche Tod seines einzigen Sohnes Mamillius, herber Wink des Schicksals, bringt ihn zur Vernunft – wie es scheint, zu spät.

 

Wie sich letztlich dennoch alles zum Guten wendet, wie eine schauerlich-absurde Winter-Tragödie zur Frühlings-Sonate mutiert und wie letztlich menschliche Vernunftbegabtheit über selbstzerstörerischen Wahn siegt, das zeigt Shakespeare in seinem Stück Das Wintermärchen von 1611.

 

Die Regisseurin Lisa Nielebock nimmt die späte Romanze zum Ausgangspunkt, um nach dem möglichen übergroßen Ausmaß von Liebe zu fragen, und danach, wie diese maßlose Liebe zum Zerbrechen einer ganzen Beziehungswelt führen kann, zur totalen gesellschaftlichen Destruktion. Die Protagonisten des Wintermärchens bilden bei ihr einen Kreis von Freunden, Vertrauten, Liebenden, Vätern, Söhnen und Töchtern. Sie alle erleben zunächst eine gewaltige Erschütterung, finden aber dann im gemeinsamen Diskurs einen Weg heraus aus der gespenstischen Atmosphäre grenzenloser subjektiver Leidenschaft – hin zu einem „liebenden“ Neubeginn in anderer Zeit, unter anderen Voraussetzungen.

 

Am Deutschen Nationaltheater Weimar arbeitet Lisa Nielebock bereits zum zweiten Mal. Erst in der vergangenenSaison führte sie hier Regie in Kleists Prinz Friedrich von Homburg.

 

Deutsch von Peter Zadek und Corinna Brocher

 

regie lisa nielebock...........................................................................................................................................................................................

bühne und kostüme sascha gross..................................................................................................................................................................

dramaturgie jürgen otten.................................................................................................................................................................................

mit jeanne devos, caroline dietrich, mirjam smejkal; .................................................................................................................................

nico delpy, markus fennert, hagen ritschel, johannes schmidt, michael wächter..................................................................................

 

weitere vorstellungen:

donnerstag, 27.09.2012 / 19.30 uhr

mittwoch 03.10.2012 / 19.00 uhr

sonntag 21.10.2012 / 19.00 uhr

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 11 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

„GESCHÖPFE“ von Ben J. Riepe im Tanzhaus NRW in Düsseldorf

Auf der dunklen Bühne stehen Bäume und Sträucher in Kübeln, die als erstes von einem Performer verrückt werden. An der rechten Bühnenseite finden sich aufgehäuft Körperteile von Schaufensterpuppen,…

Von: Dagmar Kurtz

Ein stilles Solo

Ein Wesen in silbern schimmerndem, folienartigem Gewand, der ganze Körper von Kopf bis Fuß verhüllt, bewegt sich aus dem Dunkel auf die Bühne. Es herrscht Stille und das Wesen erkundet langsam, fast…

Von: Dagmar Kurtz

"A First Date, Episode 1" in der Deutschen Oper am Rhein

Ein bisschen aufregend ist es schon: das erste Date. Vorfreude und Unsicherheit mischen sich mit unspezifischen Erwartungen. Wird es gut ablaufen? Folgen Erleichterung oder Enttäuschung?  

Von: Dagmar Kurtz

Liebesbande

Hinter tropischen Blumen befindet sich ein luxuriöses Anwesen mit Stahlträgern in offener Bauweise im Stil von Mies van der Rohes Barcelona Pavillon. Die Einrichtung ist im angesagten Midcentury…

Von: Dagmar Kurtz

Ein Hauch von Sehnsucht

Raimund Hoghes letztes Stück „Lettere amoroso“ handelte von Flucht und den sehnsuchtsvollen Briefen, die die Geflohenen schrieben. So weckt das Wort „Vietnam“ im Titel des neuen Stückes "Postcards…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑