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DEPOT ERBE - öffentliche Tagung, Theater Freiburg & Museum für Neue Kunst

Copyright: M.KORBEL

SA. 25. März bis MO. 1. Mai 2017, Theater Freiburg - Ein Tanzfonds Erbe Projekt - Tagung – Ausstellung - Performances ---

Wer bestimmt, was bleibt? Choreograf*innen und Künstler*innen aus ganz Europa versammeln sich im Museum für Neue Kunst und im Theater, um die Tradition von Erbschaft umzudenken. Wie kann man Vergangenes für die Zukunft aufbereiten? Bedeutet erben zwangsläufig bewahren?

 

Mit einer fünfwöchigen Ausstellung, einer Tagung und zahlreichen Bühnenperformances werden Erbstücke aus dem Bereich Tanz, Performance und Kunst präsentiert und ihre Zukunft diskutiert. Entgegen herkömmlichen Sammlungsgedanken, werden Ausstellungs- und Aufführungsformate entwickelt, die ihren Fokus auf die Aneignung durch die Museums- und Theaterbesucher*innen richten: Wer sind die Kunstrezipient*innen von heute und können wir mit ihnen über ihre kulturelle Erbschaft diskutieren?

 

Es beginnt am 25.3.2017 um 13 Uhr mit der Tagung im Theater zum Thema: »Wer bestimmt, was hinterlassen wird?«

um 19 Uhr: Eröffnung der Ausstellung im Museum für Neue Kunst

um 21.30 Uhr geht es im Theater mit einem performativen Vermächtnis weiter: THE LAST HOUR von plan b.

 

Als Gertrude Stein einst gefragt wurde, ob sie im selbst gewählten Pariser Exil nicht die USA vermisse, antwortete sie: »Wozu hat man Wurzeln, wenn man sie nicht mitnehmen kann?« 70 Jahre später ist die Frage nach kulturellen Wurzeln aktueller denn je. Über 175 Millionen Menschen leben außerhalb ihres Heimatlandes, 60 Millionen Menschen sind weltweit auf der Flucht vor Kriegen und Verfolgung. Emigration, Intensivierung der Menschen- und Geldströme, berufliches Nomadentum, Verdichtung der Verkehrsnetze und Massentourismus lassen neue transnationale Kulturen hervortreten, die zu Veränderungen und zu Verwerfungen von Identitäten, Ethnien und Nationalitäten führen. Vor welche kulturellen Herausforderungen stellt uns Multikulturalismus als längst nicht mehr neue, aber sich stetig verändernde Bewegung? Können wir über transnationale Gesellschaften nachdenken jenseits des Gedankens, ein Mensch sei primär Träger seiner Herkunft? Wie ist es inmitten dieser Fragen um die Relevanz von kulturellen Wurzeln bestellt? In deren Namen entwickeln sich Rassismus und traditionalistische Ideologien rasant und befördern Ausschluss, während sich mit jedem Migrationsstrom Phänomene von Entwurzelung häufen, die zur Verblassung zahlreicher Identitäten führen. In diesem kulturellen Zwiespalt nehmen obsessive Gedanken von Zugehörigkeit, Besitz und Abstammung erneut ihren Lauf.

 

Die Sparte Tanz & Performance und das Museum für Neue Kunst setzen sich mit hiesigen Abstammungslogiken auseinander und gründen ein Erbdepot, um kulturelles Erbe neu aufzuteilen.

 

Genealogische Konzepte von Abstammung und Zugehörigkeit erscheinen uns in Zeiten ökonomischer und politischer Migrationsströme obsolet. Wir produzieren einen Blick in die Zukunft und fragen: Wer sind unsere Erben und können wir mit ihnen über ihre Rolle diskutieren? Der Frage nachgehend, wem geistiges Eigentum heutzutage gehört und in wessen Besitz Kulturgut übergeht, diskutieren internationale Künstler über die Zukunft ihres Materials und erfinden Formate der Übergabe an die Besucher. Ein performatives Museum, das Transmissionsketten produziert und sich fragt, was ein Nachkomme ist, wenn nicht nur Träger von Vergangenheit.

 

Nach der vorangegangenen Spielzeit, in der Zuschauer-Ermächtigung und die Frage nach den Akteuren von Geschichtsschreibung für die Tanz- & Performance-Sparte im Vordergrund standen, vereint das DEPOT ERBE die Idee einer am kulturellen Dialog beteiligten Zuschauerschaft mit der Frage nach der Produktion heterogener Visionen von Geschichte.

 

Von & mit: Antonia Baehr & Neele Hülcker | Josep Caballero García mit Dani Brown | Marek Lamprecht | LIGNA | Herbert Maier | Anne Mousselet & Etienne Bideau-Rey & Gisèle Vienne | Ivana Müller & Paula Caspao, Ant Hampton, Bojana Kunst, Paz Rojo, Jonas Rutgeerts, David Weber-Krebs | Mickaël Phelippeau | plan b | Jochen Roller | Graham Smith | Olga de Soto | Helen Schröder | Stan’s Cafe | David Weber-Krebs | Christin Vahl | WLDN/Joanne Leighton | Isa Wortelkamp | und den Tagungsgästen: Peter Gorschlüter, Guy Kirsch, Annette Pehnt, Gerhard Richter, Klaus Theweleit, Julia Wehren, Thilo Wittenbecher u.v.A | Künstlerische Leitung: Anne Kersting in Zusammenarbeit mit Ann-Christin Görtz, Janne Callsen (Theater Freiburg), Christine Litz (MNK), Katharina von Wilcke

 

Das detaillierte Ausstellungs- und Tagungsprogramm zum DEPOT ERBE: www.theater.freiburg.de

 

Ein Projekt der Tanz & Performance-Sparte am Theater Freiburg und des Museum für Neue Kunst Freiburg.

 

Gefördert von TANZFONDS ERBE – eine Initiative der Kulturstiftung des Bundes. DEPOT ERBE © Anne Kersting

 

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