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DER BUS (Das Zeug einer Heiligen) von Lukas Bärfuss - Mainfranken Theater Würzburg

Premiere: 28. November 2013 | 20.00 Uhr | Kammerspiele. -----

 

Wer weiß schon so genau, wo der polnische Wallfahrtsort Tschenstochau liegt? Dorthin will nämlich Erika, um am Tag der heiligen Sophie vor der Schwarzen Madonna zu ihrem Erlöser zu beten. Doch die junge Frau ist versehentlich in den verkehrten Bus gestiegen und befindet sich nun mit recht dubiosen Gestalten auf dem Weg zu einem Kurhotel in den Bergen.

Als der Busfahrer Hermann sie entdeckt, schenkt er Erikas Geschichte keinen Glauben und hält sie für eine Schwarzfahrerin. Zuerst will er sie mitten in der Nacht irgendwo im Wald aussetzen, dann an einer vereinsamten Tankstelle abladen. Doch Erika weigert sich dort zu bleiben. Doch als schließlich die Busgemeinschaft ihren Tod will, kann sie fliehen. In Erika wächst die Gewissheit, dass diese gefährliche Situation ihren Glauben auf eine harte Probe stellen wird.

 

Lukas Bärfuss zählt gegenwärtig zu den bedeutendsten deutschsprachigen Dramatikern. 2005 wurde der Autor von Theater heute zum Nachwuchsdramatiker des Jahres gewählt und erhielt für das Stück Der Bus den Mülheimer Dramatikerpreis. In seinem Stück erzählt der Schweizer Autor in einer wunderbar poetischen Sprache und mit überraschender Intensität von einer Pilgerreise, die sich zu einer bizarren Odyssee entwickelt. Gleichzeitig wirft das Stück hoch brisante Themen auf, fragt nach dem Sinn- und Glaubensverlust in unserer Gesellschaft und blickt dabei tief in die menschlichen Abgründe hinein.

 

Der junge Regisseur Ramin Anaraki, der bereits in München, Basel, Wien, Klagenfurt, Lübeck und Augsburg erfolgreich inszeniert hat, feiert mit dieser Schauspielproduktion sein Debüt in Würzburg. Elvira Ulmer, die erstmals als Bühnenbildnerin auftritt, gestaltet den Raum transparent und wandelbar und ermöglicht dadurch dem Publikum interessante Einblicke. Veronica Silva-Klug, die seit Beginn der Spielzeit 2013/2014 am Mainfranken Theater Würzburg engagiert ist, zeichnet für das Kostümbild verantwortlich.

 

Regisseur Ramin Anaraki beendete 2007 sein Regiestudium an der Otto Falckenberg Schule mit seiner Abschlussinszenierung Krankheit der Jugend von Ferdinand Bruckner. Anschließend war er an den Münchner Kammerspielen als Regieassistent engagiert, wo er mit Regisseuren wie Jossi Wieler, Johan Simons, Sebastian Nübling, Luk Perceval, Christiane Pohle zusammenarbeitete. Parallel dazu entwickelte er freie Projekte unter anderem zu Rainer Werner Fassbinder und Pier Paolo Pasolini. Danach arbeitete er als freier Regisseur in München, Basel, Wien, Klagenfurt, Lübeck und Augsburg. Am Konservatorium Wien erarbeitete er beim Erasmus-Projekt Through the image ein interdisziplinäres Projekt mit Studenten aus Dijon, Bratislava, Istanbul und Wien. Seit 2008 doziert er regelmäßig im Bereich Schauspiel und Regie an der Otto-Falckenberg-Schule in München.

Mit der Kammerproduktion Der Bus von Lukas Bärfuss ist zum ersten Mal eine Regiearbeit von Ramin Anaraki in Würzburg zu sehen.

 

Inszenierung Ramin Anaraki

Bühne Elvira Ulmer

Kostüme Veronica Silva-Klug

Dramaturgie Roland Marzinowski

 

MIT

Erika, eine Pilgerin für Tschenstochau Theresa Palfi

Hermann, der Fahrer Alexander Hetterle

Jasmin Claudia Kraus

Die Dicke Maria Brendel

Karl Sven Mattke

Anton, der Tankwart Georg Zeies

 

Vorstellungen:

19.00 Uhr: 23.01.

20.00 Uhr: 28.11./ 08.12./ 11.12./ 14.12./ 18.12./ 21.12./ 08.01./ 22.01./ 28.01./ 06.02./ 11.02./ 23.02.

 

 

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